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Schwarz Gruppe - Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern

Das geplante Investitionsvolumen beläuft sich auf bis zu 5,6 Milliarden Euro
Michael Neubauer
Michael Neubauer
Schwarz Gruppe - Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern
© ImmoFokus

Die Unternehmen der Schwarz Gruppe und die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern haben eine weitreichende Partnerschaft vereinbart. Gerd Chrzanowski, Komplementär der Schwarz Gruppe, und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig unterzeichneten dabei eine Kooperationsvereinbarung, die zwei Schwerpunkte umfasst: den Bau eines Rechenzentrums als kritische Infrastruktur sowie die gemeinsame Entwicklung digitaler Verwaltungslösungen für das Bundesland. Das geplante Investitionsvolumen beläuft sich auf bis zu 5,6 Milliarden Euro.

Standort Dummerstorf: 240 Megawatt bis 2033

Als Standort für das Rechenzentrum steht aktuell ein Grundstück im Gewerbegebiet der Gemeinde Dummerstorf in Aussicht. Vorbehaltlich der üblichen Genehmigungen soll die Anlage bis 2033 eine Kapazität von 240 Megawatt erreichen. Die Schwarz Gruppe plant diese Kapazität einerseits für das eigene Ökosystem ein, andererseits soll sie die Skalierung souveräner IT-Lösungen unter der Digitalsparte Schwarz Digits ermöglichen. Mittelfristig besteht die Perspektive, die Anschlussleistung bis 2045 auf 1 Gigawatt auszubauen.

Ein wesentlicher Standortvorteil ist der mögliche Anschluss an das 380-Kilovolt-Höchstspannungsnetz, das den Transport großer Strommengen effizienter gestaltet und mit steigender Spannungsebene sinkende Netzentgelte ermöglicht. Technische Spezifikationen — darunter die genaue Zusammenstellung von Cloud- und KI-Microchips — befinden sich noch in der Abstimmung.

Nachhaltigkeit: Erneuerbare Energien und Abwärmenutzung

Die Unternehmen der Schwarz Gruppe beabsichtigen, das Rechenzentrum im regulären Betrieb ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien zu versorgen. Norddeutschland bietet dafür günstige Voraussetzungen, insbesondere durch die hohe Verfügbarkeit von On- und Offshore-Windkraft. Zudem begünstigt das regionale Klima eine effiziente freie Kühlung über Umgebungsluft.

Für die Abwärmenutzung liegt eine Absichtserklärung mit den Stadtwerken Rostock vor. Ziel ist es, die anfallende Abwärme des Rechenzentrums in die kommunale Wärmeplanung einzuspeisen. Ein vergleichbares Konzept verfolgt die Schwarz Gruppe bereits in Lübbenau (Brandenburg), wo die beteiligten Parteien jüngst Verträge für ein gemeinsames Fernwärme-Konzept unterzeichnet haben.

Digitale Verwaltung: STACKIT und openDesk als Leuchtturmprojekte

Neben dem Infrastrukturprojekt vereinbarten die Partner die Einführung konkreter Digitallösungen für die öffentliche Verwaltung Mecklenburg-Vorpommerns — noch im Jahr 2026. Geplant sind die digitale Baugenehmigung auf der souveränen Cloud-Plattform STACKIT sowie die Einführung von openDesk, beginnend mit sicher verwalteten Lehrerarbeitsplätzen im Bildungsbereich. Die Zusammenarbeit ist als skalierbares Leuchtturmprojekt konzipiert, das als Blaupause für die gesamte Bundesrepublik Deutschland dienen soll.

„Ziel der Landesregierung ist, dass wir unabhängiger von ausländischen Anbietern von Rechenzentren und Cloud- und KI-Anwendungen werden. Wir sehen die Investitionsentscheidung der Schwarz Gruppe deshalb auch als Möglichkeit für mehr Unabhängigkeit und mehr Datensicherheit. Unser Land wird in vielfacher Weise von dieser Investition profitieren.“
—Ministerpräsidentin Manuela Schwesig
„Digitale Souveränität entsteht nicht durch Appelle oder Reden. Sie entsteht durch Handeln, durch verlässliche Infrastruktur und durch praxistaugliche Anwendungen. Wir warten nicht darauf, dass andere vorangehen. Wir übernehmen unternehmerische Verantwortung und investieren nachhaltig in die Zukunft des Standorts Deutschland. “
—Gerd Chrzanowski, Komplementär der Schwarz Gruppe

Ausblick: Langfristige Partnerschaft mit bundesweitem Anspruch

Mit einem Investitionsvolumen von bis zu 5,6 Milliarden Euro und einer langfristigen Kapazitätsperspektive von 1 Gigawatt positioniert sich die Schwarz Gruppe als gewichtiger Akteur im Bereich digitaler Infrastruktur in Deutschland. Die Partnerschaft mit Mecklenburg-Vorpommern verknüpft Infrastrukturausbau mit Verwaltungsdigitalisierung und zielt darauf ab, Lösungen zu entwickeln, die über das Bundesland hinaus Wirkung entfalten. Ob und in welchem Umfang das Projekt die geplanten Meilensteine erreicht, hängt von den ausstehenden Genehmigungsverfahren und der Finalisierung der technischen Spezifikationen ab.