So kauft Österreich in der Hitzewelle

Alkoholfreie Getränke, Eis & Ventilatoren hoch im Kurs
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
So kauft Österreich in der Hitzewelle
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Österreich steuert auf die nächste Hitzewelle zu – im Osten des Landes werden Temperaturen bis 40 Grad erwartet. Der aktuelle HV Consumer Check von Reppublika Research & Analytics, den der Handelsverband im Juni 2026 in Auftrag gegeben hat, zeigt: Extreme Hitze verändert nicht nur den Alltag der Bevölkerung, sondern wirkt sich unmittelbar auf Einkaufsverhalten, Handelsfrequenz und die Attraktivität von Stadtzentren aus. Befragt wurden 1.012 Personen ab 18 Jahren mittels Computer Assisted Web Interviews (CAWI) im Zeitraum 9. bis 19. Juni 2026; die Stichprobe ist repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.

Konsumverhalten bei Hitze: Kühlung vor Konsum

„Wenn die Temperaturen steigen, verändert sich auch unser Einkaufsverhalten. Kühle Getränke, Eis, Ventilatoren und Klimageräte rücken stärker in den Fokus. Gleichzeitig meiden viele Menschen körperliche Anstrengungen und suchen gezielt schattige oder klimatisierte Orte auf. Davon profitieren Einkaufszentren, Cafés und Eisdielen, während stark versiegelte Stadtzentren ohne Grün und Schatten an Attraktivität verlieren.“
—Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes

Die Top-10-Liste der beliebtesten Aktivitäten und Maßnahmen während einer Hitzewelle laut Consumer Check:

  1. Kühle, alkoholfreie Getränke trinken: 56 %
  2. Körperliche Anstrengungen vermeiden: 41 %
  3. Kühle Orte wie Keller, Wald oder klimatisierte Gebäude aufsuchen: 36 %
  4. Ventilator zu Hause nutzen: 34 %
  5. Badesee oder Freibad besuchen: 33 %
  6. Eis oder Frozen Yoghurt genießen: 32 %
  7. Klimaanlage zu Hause einschalten: 19 %
  8. Im eigenen Swimmingpool abkühlen: 18 %
  9. Café, Lokal oder Eisdiele besuchen: 15 %
  10. Kühle, alkoholische Getränke trinken: 14 %

Urlaubsshopping: 44 Prozent kaufen auf Reisen ein

Zwei Drittel der österreichischen Bevölkerung haben heuer bereits einen Urlaub im In- oder Ausland verbracht oder noch eine Reise geplant. Wer verreist, nutzt die Zeit auch zum Einkaufen: 44 Prozent der Reisenden shoppen während des Urlaubs, die Pro-Kopf-Ausgaben dafür liegen im Schnitt bei 285 Euro.

„Shopping gehört für fast die Hälfte der Reisenden zum Urlaubserlebnis dazu. Davon profitieren Geschäfte, regionale Produzenten und die Innenstädte der Urlaubsregionen. Gleichzeitig zeigt sich, wie entscheidend attraktive, klimafitte Einkaufsräume für die Frequenz im stationären Handel sind.“
—Rainer Will

Klimafitte Stadtentwicklung: Handelsverband fordert Grün, Wasser und Schatten

Häufigere und intensivere Hitzeperioden setzen Stadtzentren unter Druck. Hitzewellen führen nachweislich zu sinkenden Besucherzahlen in Stadt- und Ortskernen. Der Handelsverband spricht sich daher für eine konsequente Ausrichtung der Stadtentwicklung auf die Folgen des Klimawandels aus. Begrünte Flächen, schattenspendende Bäume, Trinkbrunnen, Wasserangebote, Sitzgelegenheiten und öffentliche Toiletten erhöhen die Aufenthaltsqualität und wirken sogenannten „Urban Heat Islands“ entgegen.

„Unsere Innenstädte müssen auch an heißen Tagen Orte bleiben, an denen die Menschen gerne flanieren, einkaufen, Kaffee trinken oder ein Eis genießen. Dafür brauchen wir mehr Grün, Wasser und Schatten. Gleichzeitig muss die optimale Erreichbarkeit der Stadtzentren mit allen Verkehrsmitteln gewährleistet bleiben. Klimafitte Stadtentwicklung und wirtschaftliche Belebung müssen Hand in Hand gehen.“
—Rainer Will

Umdenken in den Gemeinden – und wo es hakt

In vielen Gemeinden hat ein Umdenken bereits eingesetzt. Zahlreiche Konzepte für den klimafitten Umbau von Stadtzentren liegen vor; in Wien läuft derzeit die zweite Phase der Umgestaltung und Begrünung der Favoritenstraße. Vielerorts fehlen jedoch die personellen und finanziellen Ressourcen für die Umsetzung.

Der Handelsverband plädiert deshalb für gezielte Förderprogramme sowie für eine frühzeitige Einbindung von Anrainern und lokalen Wirtschaftstreibenden. Nur gemeinsam, so die Position des Verbandes, lassen sich Maßnahmen entwickeln, die Stadtklima, Aufenthaltsqualität, Erreichbarkeit und Handelsfrequenz nachhaltig verbessern.