Nach den jüngsten Entwicklungen rund um eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran richtet sich die Aufmerksamkeit erneut auf eine der sensibelsten Handelsrouten der Welt: die Straße von Hormus. Auch wenn diplomatische Signale aktuell für eine gewisse Entspannung sorgen, bleibt die Lage angespannt und die Unsicherheit für globale Energie- und Lieferketten hoch. Denn unabhängig von politischen Annäherungen zeigen neue Daten von Dun & Bradstreet, dass die Auswirkungen bereits in den operativen Abläufen ankommen: Entlang zentraler Schifffahrtsrouten in der Region häufen sich verspätete Ankünfte und Buchungsstornierungen im Öltransport.
Breite Betroffenheit über zentrale Märkte hinweg
Die aktuellen Daten zeigen sehr deutlich, dass sich geopolitische Spannungen rund um die Straße von Hormus nicht nur auf politischer Ebene abspielen, sondern bereits konkret in den operativen Abläufen globaler Lieferketten sichtbar werden. Auffällig ist vor allem die Breite der Betroffenheit: In einzelnen Märkten sind bereits bis zu 100 Prozent der Ölunternehmen von Störungen betroffen.
Auch in Europa zeigt sich eine hohe Durchdringung etwa mit 76 Prozent in Belgien und 59 Prozent in den Niederlanden. In Deutschland liegt der Anteil der betroffenen Ölunternehmen bei rund 44 Prozent, auf einem vergleichbaren Niveau wie in den USA (44 Prozent) oder Saudi-Arabien (44 Prozent). In China sind es 46 Prozent, im Vereinigten Königreich 39 Prozent. Das zeigt: Die Störungen sind kein regionales Phänomen, sondern greifen über zentrale Handelsrouten hinweg tief in die global vernetzte Industrie ein
Störungen werden auf Unternehmensebene sichtbar
Besonders relevant ist dabei, dass die Analyse nicht auf aggregierten Handelsvolumina basiert, sondern auf Unternehmensebene misst, wie stark sich die Störungen innerhalb nationaler Ölsektoren verbreiten. In Ländern wie Belgien oder Oman (71 Prozent) bedeutet das, dass ein Großteil der betroffenen Unternehmen entlang dieser Routen bereits operative Einschränkungen spürt.