U2-Verlängerung Wien: Tunnelvortrieb auf beiden Gleisen abgeschlossen

Bis in den beiden Tunneln U-Bahnen fahren werden, wird es noch rund vier Jahre dauern
Michael Neubauer
Michael Neubauer
U2-Verlängerung Wien: Tunnelvortrieb auf beiden Gleisen abgeschlossen
© ARGE_U2_17-21

Die Arbeitsgemeinschaft aus PORR und STRABAG hat den Tunnelvortrieb für die Verlängerung der Wiener U-Bahnlinie U2 nach Süden abgeschlossen. Mit dem finalen Durchschlag beim Notausstieg Augustinplatz durchstieß die Tunnelvortriebsmaschine (TVM) „Debohra" am 10. Juli 2026 das Ende der zweiten Streckenröhre auf Gleis 1 — fast genau ein Jahr nach dem ersten Durchschlag auf Gleis 2 im Juli 2025. Das Projekt U2xU5 gilt als Wiens größtes Klimaschutzprojekt und umfasst neben der neuen Linie U5 auch den Neubau von vier U2-Stationen.

Zwei Röhren, ein Meilenstein

Ende 2020 erhielt die ARGE U2 17-21 den Zuschlag der Wiener Linien für die erste Baustufe des Projekts. Der Auftrag umfasst die Errichtung der Streckentunnel sowie den Neubau von vier Stationen samt Notausstiegen. Nach dem Baubeginn 2021 nahm „Debohra" im Herbst 2024 den Vortrieb auf Gleis 2 auf. Im Juli 2025 erreichte die TVM erstmals den Notausstieg Augustinplatz — der Abschluss der ersten Streckenröhre. Nach dem Wiederanlauf im Herbst 2025 durchschlug die Maschine nun auch die zweite Röhre zwischen dem Matzleinsdorfer Platz und dem Augustinplatz.

Auf insgesamt sechs Teilabschnitten des Vortriebs verbaute die ARGE 2.850 Betonfertigteilringe, bestehend aus 17.000 Tübbingen. Beide Streckentunnel verbinden die vier neuen U2-Stationen Matzleinsdorfer Platz, Reinprechtsdorfer Straße, Pilgramgasse und Neubaugasse miteinander.

„Debohra" unter Wien: Technik und Umweltbilanz

Die TVM entstand im Werk des Herstellers Herrenknecht in Schwanau. Die speziell für Wien konzipierte Maschine ist 127 Meter lang, wiegt rund 1.300 Tonnen und besteht aus rund 27.000 Einzelteilen. Anfang 2024 transportierte die ARGE „Debohra" in Einzelteilen nach Wien und baute sie am Matzleinsdorfer Platz wieder auf. Von dort arbeitete sich die TVM nahezu vollständig unterirdisch durch den Wiener Tegel.

Das anfallende Aushubmaterial transportierte die ARGE über den zentralen Schacht am Matzleinsdorfer Platz ab. Dieses Verfahren ersparte nach Projektangaben rund 20.000 LKW-Fahrten durch die Stadt und vermied etwa 75 Tonnen CO₂. Nach Fertigstellung von Gleis 2 hob die ARGE Teile der Maschine aus und brachte sie zum Matzleinsdorfer Platz zurück; die Nachläufer zog das Team durch die bereits fertiggestellte Röhre zurück zum Startpunkt. Nach dem finalen Durchschlag beginnen nun die Demontagearbeiten. Anschließend kehrt „Debohra" zu Herrenknecht zurück, wo sie überholt und für künftige Einsätze vorbereitet wird.

„Der U2-Ausbau wird einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung leisten und das öffentliche Verkehrsangebot für hunderttausende Menschen verbessern. Mit dem finalen Durchschlag ist ein wichtiges Etappenziel erreicht. Besonders wichtig ist für mich, dass wir diese anspruchsvolle Projektphase mit einem hohen Maß an Sicherheit umsetzen konnten. Für diese gemeinsame Leistung danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unserem ARGE-Partner und den Wiener Linien sehr herzlich.“
—PORR-CEO Karl-Heinz Strauss 
 „Mit dem erfolgreichen Abschluss des Tunnelvortriebs für beide Gleise haben wir einen wichtigen Meilenstein beim Ausbau der U2 erreicht. Dieser Erfolg beruht auf technischer Spitzenleistung, präziser Planung, technisch ausgefeilten Lösungen und dem außerordentlichen Engagement aller Projektbeteiligten. Die enge Zusammenarbeit der Teams hat wesentlich dazu beigetragen, dieses komplexe Infrastrukturprojekt sicher und erfolgreich voranzubringen. Auf diese gemeinsame Leistung können wir stolz sein.“
—Gerhard Urschitz, Vorstand der STRABAG AG