Vielfach ist die größte Baustelle das Verfahren, nicht am Bauplatz

Mehr Wohnraum statt mehr Wartezeit: Niederösterreich braucht Tempo bei Verfahren und Mut zur Verdichtung
Michael Neubauer
Michael Neubauer
Vielfach ist die größte Baustelle das Verfahren, nicht am Bauplatz
© Andreas Hofer / Christian Rädler / GBV Obmann Niederösterreich

Schnellere Genehmigungsverfahren und eine konsequente Nutzung vorhandener Flächen sind zwei zentrale Hebel, um leistbaren Wohnraum auch künftig sicherzustellen. Darauf verweist der Obmann der Gemeinnützigen Bauvereinigungen Niederösterreichs (GBV Niederösterreich), Christian Rädler, im Zusammenhang mit den jüngst präsentierten Vorschlägen des Verbands Österreichischer Projektentwickler (VÖPE) und des Bundesverbands zur Beschleunigung von Bau- und Genehmigungsverfahren.

Die bei der Pressekonferenz des Verbands Österreichischer Projektentwickler (VÖPE) und des Bundesverbands in der vergangenen Woche vorgestellten Forderungen zielen darauf ab, Planungs- und Genehmigungsprozesse zu vereinfachen, Verfahrensdauern zu verkürzen und dadurch dringend benötigte Wohnbauprojekte rascher umzusetzen. Dazu zählen insbesondere effizientere Behördenabläufe, mehr Verfahrenssicherheit sowie der Abbau unnötiger bürokratischer Hürden.

Auch die Ergebnisse einer aktuellen Studie der GBV Niederösterreich unterstreichen den Handlungsbedarf. Die Untersuchung zeigt, dass die Bebauungsdichte ein wesentlicher Faktor für leistbaren Wohnraum ist. Vor allem die Verdichtung in Orts- und Stadtzentren sowie das Bauen in die Höhe ermöglichen es, den steigenden Wohnbedarf zu decken und gleichzeitig die Kosten für Grund und Infrastruktur besser zu nutzen.

„Das ist genau, was wir auch in Niederösterreich in der Praxis erleben – vielfach ist die größte Baustelle das Verfahren, nicht am Bauplatz. Verfahren dauern heute oft länger als die Errichtung selbst.“
—Christian Rädler, Obmann der GBV Niederösterreich.

Rädler verweist darauf, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für eine raschere und effizientere Umsetzung von Wohnbauprojekten bereits geschaffen wurden. „Die Ergebnisse unserer Studie zeigen klar, dass Zentrumsverdichtung und eine höhere Bebauungsdichte entscheidend für leistbaren Wohnraum sind. Dazu brauchen wir die Gemeinden an unserer Seite, damit auch komplexe Projekte realisierbar werden. Mit dem Niederösterreichischen Sanierungsvereinfachungsgesetz wurde die gesetzliche Grundlage geschaffen – jetzt muss sie konsequent in die Praxis kommen.“