Die VÖPE – Vereinigung Österreichischer Projektentwickler sieht die Bauwirtschaft unter Druck: Fachkräftemangel, hohe Kosten und Klimaziele zwingen zum Umdenken. Ein zentraler Ansatz ist mehr Vorfertigung.
„Eine gute Möglichkeit, um diesen Themen zu begegnen, ist der Trend zur Vorfertigung“, sagt Andreas Köttl. Wertschöpfung werde von der Baustelle in die Industrie verlagert, Bauteile vorproduziert und „schnell mit minimalen Emissionen“ montiert. Wichtig sei, dass trotzdem flexible Architektur möglich bleibt. „Wir reden nicht von einer Serienfertigung.“
Auch Digitalisierung, Automatisierung, serielles und modulares Bauen sowie der stärkere Einsatz von BIM-Prozessen zählen zu den Schwerpunkten.
Beim Thema Bodenversiegelung fordert die VÖPE eine sachlichere Debatte. „Die Debatte über Bodenversiegelung braucht Klarheit statt Schlagworte“, sagt Sabine Müller. Entscheidend sei nicht nur, wie viel gebaut werde, „sondern wie und wo“. Wachstum müsse gebündelt werden: „Nur eine kompakte Stadt ist eine nachhaltige Stadt.“
Der größte Hebel liege im Bestand – etwa durch Nachverdichtung, Nutzung von Leerstand und Aktivierung von Baulandreserven. Ein neues Glossar mit 99 Begriffen soll für einheitliche Definitionen sorgen.