Vom Industrieraum zum Möglichkeitsraum

ÖWG Wohnbau startet dialogbasierten Entwicklungsprozess für die Eberhardt-Halle
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
KQ Quartier Halle
KQ Quartier Halle
© Kuro.Simon

ÖWG Wohnbau treibt die Entwicklung eines Kreativquartiers auf dem ehemaligen Hornig-Areal in der Grazer Waagner-Biro-Straße voran. Als Kernstandort ist die aufgelassene Eberhardt-Halle vorgesehen – rund 3.000 m², errichtet in den späten 1950er-Jahren, zuletzt genutzt als Lager- und Umschlagfläche für Stahlprodukte. Mit dem Start der Kampagne KQ Graz erhält der partizipative Entwicklungsprozess nun eine öffentliche Plattform und eine eigene Identität.

Die Grazer Designagentur RAWTY entwickelte die Kampagne, die den Entwicklungsprozess begleitet und in die Öffentlichkeit trägt. Eine neue Website sowie eigene Social-Media-Kanäle wurden dafür eingerichtet. Der Claim „Hier entsteht, …“ erhält dabei wechselnde Endungen – von „woran du arbeitest“ und „wofür du brennst“ bis hin zu „ein Ort voller Möglichkeiten“.

Im Mittelpunkt steht kein vorab fixiertes Endergebnis, sondern ein gemeinsamer Prozess mit Stakeholdern aus Kreativwirtschaft, Bildung, Wirtschaft, Industrie, Start-up-Szene und Stadtentwicklung. Inhalte entstehen aus dem Austausch heraus und werden in mehreren Schleifen gemeinsam geschärft, geprüft und weiterentwickelt.

„Wir haben uns bewusst für diesen aufwendigeren Weg entschieden, um zur bestmöglichen Lösung für diesen Standort zu gelangen. Das tun wir auch aus Verantwortung gegenüber der Geschichte dieses besonderen Ortes. Gerade bei einem Areal mit diesem Potenzial ist es entscheidend, nicht über die Menschen hinweg zu planen, sondern gemeinsam mit ihnen.“
—Hans Schaffer, Vorstandsdirektor von ÖWG Wohnbau

Eberhardt-Halle: Vom Stahlgroßhandel zum Kreativzentrum

Die Eberhardt-Halle war bis 2020 Standort der F. Eberhardt Stahlgroßhandel GmbH & Co KG. Stahl, Bleche, Rohre und Profile wurden hier gelagert, bewegt und für ihre weitere Verwendung vorbereitet. Die rund 3.000 m² große Halle soll in ihrer charakteristischen Form erhalten bleiben. Eine im Frühjahr 2026 abgeschlossene statische Prüfung bestätigt die grundsätzliche Machbarkeit dieses Substanzerhalts.

„Diese Halle ist dafür prädestiniert. Dabei wollen wir die bestehende Substanz erhalten und das Innere modular und flexibel auf die Bedürfnisse von Kreativen ausrichten.“
—Hans Schaffer

Konkrete Nutzungsszenarien und räumliche Konzepte befinden sich derzeit in Ausarbeitung und werden in den laufenden Beteiligungsformaten vertieft, evaluiert und geschärft. Ziel ist ein Ort für Produktion, Gestaltung und Unternehmertum.

Das Hornig-Areal: Lage, Geschichte und Zwischennutzungen

Das ehemalige Hornig-Firmengelände liegt hinter dem Grazer Hauptbahnhof, beim alten Wasserturm, in der Grazer Smart City – einem Stadtentwicklungsprojekt mit Fokus auf urbanes Design und nachhaltiges Wohnen. 2022 verlegte der Kaffeehersteller seinen Betrieb nach Kalsdorf; ÖWG Wohnbau übernahm das Areal. Seit 2024 stellt das Unternehmen Flächen für Zwischennutzungen kostenfrei zur Verfügung und schafft damit Raum für kreative Initiativen noch vor Beginn der baulichen Entwicklung. Im Mai 2024 und 2025 beherbergte das Areal die Festivalzentrale des Designmonats Graz.

Nächste Schritte

Die Entwicklung des Kreativquartiers setzt sich in den kommenden Monaten über weitere Fokusgruppen, Gespräche und Evaluierungsrunden fort. Die daraus entstehenden Ergebnisse fließen in die weitere Ausarbeitung ein. Über konkrete nächste Schritte informiert ÖWG Wohnbau, sobald diese feststehen.

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