„Wer morgen bauen will, muss Arbeit neu denken“

Bauwirtschaft diskutiert Arbeit, Talent und Kulturwandel auf der Future Night 2026
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
Keynote-Speaker mit Gastgeber und Moderatorin: Harry Gatterer (Zukunftsinstitut), Teresa Adler (Moderation), Steffi Burkhart (Generationenforscherin), Gerald Schönthaler (Rubner Holzbau), Dominik Philipp (Dietrich Untertrifaller Architekten)
Keynote-Speaker mit Gastgeber und Moderatorin: Harry Gatterer (Zukunftsinstitut), Teresa Adler (Moderation), Steffi Burkhart (Generationenforscherin), Gerald Schönthaler (Rubner Holzbau), Dominik Philipp (Dietrich Untertrifaller Architekten)
© RUBNER/Leo HAGEN

Rund 120 Branchenteilnehmer kamen zur zweiten Auflage der Future Night zusammen, um zentrale Fragen der Arbeitswelt von morgen zu verhandeln: Welche Kompetenzen werden künftig gebraucht? Wie lassen sich technologische Möglichkeiten und menschliche Potenziale verbinden? Und wie gelingt es Unternehmen, junge Talente zu gewinnen und langfristig zu binden? Gastgeber war Rubner Holzbau, vertreten durch Geschäftsführer Gerald Schönthaler.

„Wir wollten wissen, wie unsere sehr traditionell aufgestellte Branche jetzt agieren muss, um nicht nur zu verstehen, was auf sie zukommt, sondern die Arbeitswelt von morgen aktiv zu gestalten.“
—Gerald Schönthaler

Trendforschung als strategisches Instrument

Den ersten Impuls setzte Zukunftsforscher Harry Gatterer. Er ordnete gesellschaftliche Entwicklungen ein und zeigte, wie Unternehmen Trends strategisch nutzen können.

„Wer Trends versteht, gewinnt Handlungsspielräume – gerade in unsicheren Zeiten.“
—Harry Gatterer 

Für eine Branche, die strukturell unter Druck steht, liefert dieser Ansatz einen konkreten Orientierungsrahmen.

Kulturwandel statt Modethema

Generationenforscherin Steffi Burkhart analysierte die Erwartungen junger Talente an Arbeit, Führung und Unternehmenskultur. Klassische Karriereversprechen verlieren demnach an Zugkraft; Organisationen müssen Vertrauen, Purpose und Mitgestaltung glaubwürdig verankern.

„Das ist kein Modethema, sondern ein Kulturwandel.“
—Steffi Burkhart 

Architekt und Unternehmer Dominik Philipp (Dietrich Untertrifaller Architekten) ergänzte die Perspektive aus der Planungspraxis. Er zeigte auf, dass die aktuellen Herausforderungen der Branche ein Umdenken erfordern – hin zu einem Bauen, das sich stärker an Sinn, Haltung und gesellschaftlicher Wirkung orientiert.

„Der Widerspruch zwischen dem, was Architektur sein kann, und dem, was Bauen im Alltag oft bedeutet, spiegelt uns vor allem die junge Generation.“
—Dominik Phillip

Podiumsdiskussion: Gewinnen, Binden, Befähigen

Im abschließenden Panel diskutierten die Impulsgeber gemeinsam mit Florian Resch, Zimmereitechniker bei Rubner Holzbau, wie Unternehmen Mitarbeiter gewinnen, binden und befähigen können. 

„Im Rahmen der allgemeinen Richtlinien können wir unsere Ideen einbringen, selbstständig arbeiten und ausgewählte Projekte von der Planung bis zur Umsetzung aktiv mitgestalten.“
—Florian Resch

Die Runde verdeutlichte, dass sinnstiftende, kollaborative Arbeitsmodelle keine abstrakten Konzepte bleiben, sondern in der betrieblichen Praxis umsetzbar sind.

Hochrangige Gästeliste

Zu den Teilnehmer:innen zählten unter anderem Harry Ahmadian (Steininger Architects), Johann Bacik (Sauter Mess- und Regeltechnik), Theresa Reiter (Alpenland), Stefan Sima (Wiener Standortentwicklung), Bernhard Kratschmar (ARWAG), Andreas Hawlik (Hawlik Gerginsky Architekten), Martin Pober (Österreichische Wohnbaugenossenschaft) sowie Wolfgang Weis (freude am wohnen Wohnbau). Die Zusammensetzung des Publikums aus Architektur, Wohnbau, Gebäudetechnik und Standortentwicklung unterstreicht den branchenübergreifenden Anspruch der Veranstaltung.