Rund 120 Branchenteilnehmer kamen zur zweiten Auflage der Future Night zusammen, um zentrale Fragen der Arbeitswelt von morgen zu verhandeln: Welche Kompetenzen werden künftig gebraucht? Wie lassen sich technologische Möglichkeiten und menschliche Potenziale verbinden? Und wie gelingt es Unternehmen, junge Talente zu gewinnen und langfristig zu binden? Gastgeber war Rubner Holzbau, vertreten durch Geschäftsführer Gerald Schönthaler.
„Wir wollten wissen, wie unsere sehr traditionell aufgestellte Branche jetzt agieren muss, um nicht nur zu verstehen, was auf sie zukommt, sondern die Arbeitswelt von morgen aktiv zu gestalten.“—Gerald Schönthaler
Trendforschung als strategisches Instrument
Den ersten Impuls setzte Zukunftsforscher Harry Gatterer. Er ordnete gesellschaftliche Entwicklungen ein und zeigte, wie Unternehmen Trends strategisch nutzen können.
„Wer Trends versteht, gewinnt Handlungsspielräume – gerade in unsicheren Zeiten.“—Harry Gatterer
Für eine Branche, die strukturell unter Druck steht, liefert dieser Ansatz einen konkreten Orientierungsrahmen.
Kulturwandel statt Modethema
Generationenforscherin Steffi Burkhart analysierte die Erwartungen junger Talente an Arbeit, Führung und Unternehmenskultur. Klassische Karriereversprechen verlieren demnach an Zugkraft; Organisationen müssen Vertrauen, Purpose und Mitgestaltung glaubwürdig verankern.
„Das ist kein Modethema, sondern ein Kulturwandel.“—Steffi Burkhart
Architekt und Unternehmer Dominik Philipp (Dietrich Untertrifaller Architekten) ergänzte die Perspektive aus der Planungspraxis. Er zeigte auf, dass die aktuellen Herausforderungen der Branche ein Umdenken erfordern – hin zu einem Bauen, das sich stärker an Sinn, Haltung und gesellschaftlicher Wirkung orientiert.
„Der Widerspruch zwischen dem, was Architektur sein kann, und dem, was Bauen im Alltag oft bedeutet, spiegelt uns vor allem die junge Generation.“—Dominik Phillip
Podiumsdiskussion: Gewinnen, Binden, Befähigen
Im abschließenden Panel diskutierten die Impulsgeber gemeinsam mit Florian Resch, Zimmereitechniker bei Rubner Holzbau, wie Unternehmen Mitarbeiter gewinnen, binden und befähigen können.
„Im Rahmen der allgemeinen Richtlinien können wir unsere Ideen einbringen, selbstständig arbeiten und ausgewählte Projekte von der Planung bis zur Umsetzung aktiv mitgestalten.“—Florian Resch
Die Runde verdeutlichte, dass sinnstiftende, kollaborative Arbeitsmodelle keine abstrakten Konzepte bleiben, sondern in der betrieblichen Praxis umsetzbar sind.
Hochrangige Gästeliste
Zu den Teilnehmer:innen zählten unter anderem Harry Ahmadian (Steininger Architects), Johann Bacik (Sauter Mess- und Regeltechnik), Theresa Reiter (Alpenland), Stefan Sima (Wiener Standortentwicklung), Bernhard Kratschmar (ARWAG), Andreas Hawlik (Hawlik Gerginsky Architekten), Martin Pober (Österreichische Wohnbaugenossenschaft) sowie Wolfgang Weis (freude am wohnen Wohnbau). Die Zusammensetzung des Publikums aus Architektur, Wohnbau, Gebäudetechnik und Standortentwicklung unterstreicht den branchenübergreifenden Anspruch der Veranstaltung.