Wien Mitte The Mall soll für bis zu 700 Millionen Euro den Eigentümer wechseln

Die ÖBB stehen Medienberichten zufolge unmittelbar vor dem Erwerb von „Wien Mitte The Mall“,
Michael Neubauer
Michael Neubauer
WIEN MITTE
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© Andreas Lepsi

einem der prominentesten Einkaufs- und Bürokomplexe der Bundeshauptstadt. Der kolportierte Kaufpreis bewegt sich zwischen 600 und 700 Millionen Euro — ein Volumen, das die Transaktion zur größten Immobilientransaktion in der Geschichte Wiens machen würde. Eine offizielle Bestätigung seitens der ÖBB steht noch aus; Branchenkreise beschreiben den Verhandlungsstand jedoch als weit fortgeschritten.

Verkäufer und Transaktionshistorie

Das Objekt befindet sich derzeit im Eigentum einer Investorengruppe unter der Führung von Morgan Stanley Real Estate Investing. Diese Gruppe erwarb „The Mall“ im Jahr 2015 für rund 500 Millionen Euro von der UniCredit Bank Austria. Auf Käuferseite verhandelt die ÖBB-Immobilienmanagement GmbH mit den derzeitigen Eigentümern. Gelingt der Abschluss zum kolportierten Preis, realisiert die Verkäuferseite gegenüber dem damaligen Einstandspreis einen erheblichen Wertzuwachs.

Strategische Rationale: Betriebskritische Liegenschaften im Fokus

Zu konkreten Verfahren oder Marktgerüchten äußert sich das Staatsunternehmen grundsätzlich nicht. Die ÖBB betonte jedoch, dass laufend „der gezielte Ankauf betriebskritischer und unternehmensnotwendiger Immobilien geprüft werde“ — insbesondere für Standorte entlang des bestehenden oder geplanten Bahnnetzes, die strategisches Potenzial aufweisen. Als Referenzmodell für diesen Ansatz gilt die bereits bestehende „BahnhofCity Wien Hauptbahnhof“, an der sich die ÖBB bei künftigen Entwicklungen orientieren könnte.

Objektprofil: Flächen, Mieter und Ertragskraft

„Wien Mitte The Mall“ vereint rund 28.000 Quadratmeter Verkaufsfläche mit 63.000 Quadratmetern Bürofläche im dritten Wiener Gemeindebezirk. Zu den Mietern zählen das Finanzamt, H&M, Spar sowie Wien Tourismus. Die jährlichen Mieteinnahmen des Gebäudekomplexes werden auf 30 bis 50 Millionen Euro geschätzt — eine Ertragsbasis, die das Objekt auch als Investmentvehikel positioniert.

Lage: Verkehrsknoten mit über 100.000 Passagieren täglich

Die Liegenschaft an der Landstraßer Hauptstraße gilt als eine der begehrtesten Lagen Wiens. S-Bahn-, U-Bahn- und Straßenbahnlinien bündeln sich hier und erzeugen eine Frequenz von über 100.000 Personen pro Tag. Genau diese multimodale Anbindung dürfte den Standort für die ÖBB strategisch attraktiv machen: Das Objekt liegt unmittelbar im Einzugsbereich des bestehenden Bahnnetzes und erfüllt damit die von der ÖBB formulierten Ankaufskriterien.

Branchenkreise gehen davon aus, dass die Verhandlungen zwischen der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH und der von Morgan Stanley Real Estate Investing geführten Eigentümergruppe kurz vor dem Abschluss stehen. Sollte die Transaktion zu den kolportierten Konditionen zustande kommen, setzt sie einen neuen Maßstab am Wiener Immobilienmarkt — sowohl hinsichtlich des Transaktionsvolumens als auch der strategischen Neuausrichtung eines staatsnahen Unternehmens als aktiver Immobilienerwerber an frequenzstarken Verkehrsknoten.