Wiener Logistikmarkt legt zu – Entwickler setzen verstärkt auf Gewerbeparks

Der Wiener Logistikmarkt zieht an. Flächenumsatz steigt, Leerstand sinkt, Mieten für Gewerbeparks legen zu.
Ferdinand Neubauer
Ferdinand Neubauer
Angebot & Nachfrage
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© Colliers

Der Industrie- und Logistikmarkt im Großraum Wien hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich an Dynamik gewonnen. Laut Colliers wurden rund 108.000 m² umgesetzt – damit wurde nahezu das Niveau des gesamten Jahres 2025 erreicht. Mehr als die Hälfte des Flächenumsatzes entfiel auf Logistikdienstleister, der stärkste Teilmarkt war Wiener Neustadt–Baden mit einem Anteil von 37 Prozent.

Während die Spitzenmiete für Big-Box-Logistikflächen mit 7,50 Euro pro Quadratmeter und Monat stabil blieb, stiegen die Spitzenmieten für kleinteilige Flächen in Gewerbeparks binnen eines Jahres um zwölf Prozent auf 9,50 Euro.

„Trotz der deutlichen Belebung der Nachfrage bleibt das Angebot an großflächigen Big-Box-Flächen im Wiener Umland hoch. Mehr als 230.000 m² an baureifen Projekten warten derzeit auf Vorverwertung. Entwickler agieren daher selektiver und richten ihren Fokus zunehmend auf zentralere Lagen sowie kleinteiligere Gewerbeparkeinheiten“, sagt Michael Messner, Head of Industrial & Logistics bei Colliers Österreich.

Auch die Leerstandsquote entwickelte sich positiv. Laut Vienna Research Forum sank sie bei modernen Logistikflächen der Klassen A und B von 6,8 Prozent Ende 2025 auf 5,5 Prozent zur Jahresmitte 2026. Die verfügbaren Flächen stammen vor allem aus spekulativ errichteten Projekten der vergangenen Jahre sowie aus großflächigen Bestandsobjekten.

Im ersten Halbjahr wurden rund 63.000 m² neue Industrie- und Logistikflächen fertiggestellt, etwa die Hälfte davon für Fremdnutzer. Die Vorvermietungsquote dieser Projekte lag bereits bei über 85 Prozent. Für die zweite Jahreshälfte wird lediglich noch die Fertigstellung des dritten Bauabschnitts des Green Logistics Parks in Loosdorf mit rund 5.000 m² erwartet.

Als wichtiger Nachfragetreiber gilt weiterhin das steigende Paketaufkommen. Gleichzeitig könnten die ab Juli geltende EU-Importsteuer auf bislang zollfreie Pakete sowie die ab Oktober geplante nationale Paketsteuer für große Onlinehändler das Wachstum künftig bremsen, insbesondere bei Sendungen aus Drittstaaten.