Grundlage der Analyse ist der eigens entwickelte IMMOkalkulator, der nicht nur klassische Durchschnittswerte abbildet, sondern mittels moderner Regressionsmethoden auch konkrete Miet- und Kaufpreisentwicklungen einzelner Wohnungen sowie den Verhandlungserfolg zwischen Angebots- und Abschlusspreisen analysiert.
60 Prozent mehr Transaktionen
Im ersten Quartal 2026 wurde ein markanter Zuwachs bei den Transaktionen verzeichnet: Die Anzahl der verkauften Einheiten lag um mehr als 60 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Rein rechnerisch könnte dies auf ein Rekordjahr hindeuten. Unter Berücksichtigung des typischen Nachlaufes bei Grundbucheintragungen ist davon auszugehen, dass 2025 rund 12.160 Einheiten verkauft wurden. Rechnet man die Steigerung des 1. Quartals auf das Gesamtjahr 2026 hoch ergäbe sich ein potenzielles Jahresvolumen von etwa 19.500 Transaktionen – deutlich über dem bisherigen Höchstwert von 16.479 Einheiten aus dem Jahr 2021.
„Ein einzelnes, besonders starkes Quartal darf nicht isoliert auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden. Sondereffekte wie Vorzieheffekte durch auslaufende Förderbestimmungen, ein bereits starkes Schlussquartal 2025 sowie ein absehbar rückläufiges Angebot können die Dynamik im weiteren Jahresverlauf deutlich abschwächen.“—Gregor Pfeiffer, Immo Analytics Geschäftsführer
Preise steigen über Inflationsniveau
Parallel zur steigenden Nachfrage bestätigen die Zahlen die zunehmende Angebotsknappheit. Die Neubautätigkeit geht deutlich zurück, wodurch sowohl im Miet- als auch im Eigentumssegment weniger neue Flächen auf den Markt kommen als benötigt werden. Diese strukturelle Unterversorgung wirkt sich bereits auf die Preisentwicklung aus.
Die Nettomieten stiegen im ersten Quartal 2026 über alle Segmente hinweg moderat um etwa 1 bis 2 Prozent im Jahresvergleich, liegen damit jedoch klar über der aktuellen Inflationsrate. Besonders im nicht regulierten Mietsegment wird aufgrund der zunehmenden Knappheit weiterhin mit deutlich über der Inflationsrate liegenden Preissteigerungen gerechnet.
Auch die Bruttoverkaufspreise zogen an. Hauptursache hierfür ist ein deutlich gesunkener Verhandlungserfolg, den die Käufer erzielen, was zu höheren tatsächlichen Abschlusspreisen führt.
„2026 hat das Potenzial, ein sehr gutes Immobilienjahr zu werden – ein neuer Allzeitrekord bei den Transaktionen erscheint jedoch trotz des fulminanten Starts derzeit nicht als wahrscheinlich. Neben angebotsseitigen Faktoren wird auch das herausfordernde globale Umfeld eine entscheidende Rolle spielen: geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheiten sowie volatile Zins- und Inflationsentwicklungen werden die Dynamik im weiteren Jahresverlauf dämpfen.“—Gregor Pfeiffer, Immo Analytics Geschäftsführer