Die Insolvenz der Hagenauer Austria GmbH traf Hans Buchegger, geschäftsführender Gesellschafter der 2F-Leuchten GmbH aus Pichl bei Salzburg, völlig unerwartet.
Über das Vermögen der Hagenauer Austria GmbH & Co KG wurde am Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren eröffnet. Das Unternehmen war als Totalunternehmer für das Bauvorhaben „Hotel Riemergasse RG7“ – bekannt als Mandarin Oriental Wien – verantwortlich.
Auslöser der Insolvenz waren ausbleibende Zahlungen der Auftraggeberin Brisen Development GmbH seit Jänner 2026. In Kombination mit dem Wegfall der Finanzierung durch die deutsche Muttergesellschaft führte dies zu massiven Liquiditätsengpässen.
„Für uns ist die Situation existenzbedrohend. Wir haben über Jahrzehnte hinweg zuverlässig geliefert und stehen nun vor erheblichen offenen Forderungen. Die Stabilität unseres Unternehmens und die Arbeitsplätze unserer rund 80 Mitarbeiter sind gefährdet“, so Buchegger.
Besonders kritisch ist die aktuelle Forderungskette: Da der Totalunternehmer insolvent ist, liegt die Durchsetzung der Ansprüche gegenüber der Auftraggeberin ausschließlich beim Insolvenzverwalter. „Wir gehen davon aus, dass die offenen Forderungen gegenüber der Auftraggeberin konsequent geprüft und durchgesetzt werden. Dafür sind entsprechende Mittel erforderlich. Soweit wir hören, arbeitet die Muttergesellschaft an einem Prozessfinanzierungsmodell. “
Die Auswirkungen gehen jedenfalls weit über das eigene Unternehmen hinaus: „Die aktuelle Situation betrifft nicht nur unser Unternehmen. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette sind zahlreiche Subunternehmen und deren Mitarbeiter betroffen. Zahlungsstopps nach erfolgter Abnahme haben direkte Auswirkungen auf Betriebe, die ihre Leistungen ordnungsgemäß erbracht haben.
Es geht hier nicht nur um Zahlen, sondern um Existenzen und Arbeitsplätze. In unserer Branche basiert Zusammenarbeit auf Verlässlichkeit – wenn diese Grundlage einseitig aufgekündigt wird, trifft das vor allem jene, die am Ende der Kette stehen.“
Die von Auftraggeberseite ins Treffen geführten Baumängel weist Buchegger zurück: „Das Projekt wurde im November 2025 übergeben und abgenommen. Wesentliche Mängel wurden dabei nicht festgestellt. In Projekten dieser Größenordnung sind Nacharbeiten üblich, rechtfertigen aber keinen Zahlungsstopp.“
Buchegger betont zudem die Konsequenzen für den Auftraggeber: „Ein Projekt ohne vollständige Dokumentation und ohne gesicherte Gewährleistungen ist auch für den Auftraggeber ein erhebliches Risiko.“
Trotz der angespannten Situation bleibt er vorsichtig zuversichtlich: „Wir setzen darauf, dass im Zuge des Insolvenzverfahrens eine tragfähige Lösung gefunden wird."