Alfred Gusenbauer soll als Aufsichtsratsvorsitzender der Signa Development Selection AG und der Signa Prime Selection AG im Oktober und November 2022 seine Befugnisse missbraucht und dadurch die beiden Gesellschaften in Höhe von insgesamt 10 Millionen Euro geschädigt haben. Konkret soll er mit einem Vorstandsmitglied dieser Gesellschaften jeweils eine ungerechtfertigte Abschlagszahlung auf eine Erfolgsbeteiligung vereinbart und deren Auszahlungen an das Vorstandsmitglied angeordnet haben. Die Vereinbarung und die Anordnung der Zahlungen sollen ohne das Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen erfolgt sein, insbesondere ohne Zustimmung des Gesamtaufsichtsrats. Das Vorstandsmitglied wiederum wird beschuldigt Alfred Gusenbauer als Aufsichtsratsvorsitzenden zu diesen Taten bestimmt zu haben.
In diesem Zusammenhang wurden auch Hausdurchsuchungen und Sicherstellungen von Datenträgern und Unterlagen an mehreren Adressen in Wien und Niederösterreich durchgeführt. Die Durchsuchungen waren von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft angeordnet, dem Landesgericht für Strafsachen Wien bewilligt und sind von der SOKO Signa des Bundeskriminalamts durchgeführt worden.