Das Sozialministerium hat mit Stand 31. Juli 2026 die aktuellen Leistungsdaten des Programms WOHNSCHIRM veröffentlicht. Das Programm gliedert sich in drei Schienen — Wohnschirm Miete, Wohnschirm Energie und Wohnschirm Housing First — und stützt sich gesetzlich auf das Lebenshaltungs- und Wohnkosten-Ausgleichs-Gesetz (LWA-G). Die operative Beratung und Betreuung der Antragsteller erfolgt über ein bundesweites Netz von über 88 Beratungsstellen. Weitere Informationen sowie eine Beratungsstellensuche stellt die Website www.wohnschirm.at bereit.
Wohnschirm Miete: 18.736 bewilligte Anträge seit Programmstart
Wohnschirm Miete zielt auf die Verhinderung von Wohnungslosigkeit durch Delogierungsprävention ab. Haushalte, die aufgrund von Mietzinsrückständen vom Verlust ihrer Wohnung bedroht sind, erhalten Unterstützung zur Wohnungssicherung oder für einen Wohnungswechsel. Die bundesweite Abwicklung liegt bei der Abwicklungsstelle der Volkshilfe Wien im Rahmen eines Leistungsvertrags; 36 anerkannte Beratungsstellen in allen Bundesländern übernehmen Beratung und Antragsstellung.
Im Zeitraum 1. März 2022 bis 31. Juli 2026 bewilligte das Programm 18.736 Anträge, davon 17.086 für Wohnungssicherung und 1.650 für Wohnungswechsel. Insgesamt konnten damit 42.291 Personen unterstützt werden. 53 Prozent der erwachsenen Begünstigten sind Frauen; in 44 Prozent aller unterstützten Haushalte leben minderjährige Kinder. Von diesen Haushalten mit Kindern führen 45 Prozent Alleinerziehende. Die durchschnittliche Unterstützungsleistung beläuft sich — exklusive Bearbeitungspauschalen — bei Wohnungssicherung auf 2.732 Euro, bei Wohnungswechsel auf 3.095 Euro.
Wohnschirm Energie: 90.827 Personen erreicht
Wohnschirm Energie richtet sich an armutsgefährdete Haushalte, denen eine Energieabschaltung droht oder die bereits von einer solchen betroffen sind. Auch hier fungiert die Abwicklungsstelle der Volkshilfe Wien als bundesweite Abwicklungsstelle. 32 kombinierte Wohnschirm Miete + Energie-Beratungsstellen sowie 6 weitere reine Energie-Beratungsstellen decken alle Bundesländer ab.
Seit Programmstart am 1. Januar 2023 bis 31. Juli 2026 wurden 33.599 Anträge bewilligt: 10.837 davon betrafen die Übernahme von Rückständen, 22.762 Pauschalen sowie die kombinierte Übernahme von Rückstand und Pauschale. 90.827 Personen profitierten von der Förderung, darunter 45 Prozent Frauen unter den erwachsenen Begünstigten und 39 Prozent minderjährige Kinder. Die durchschnittliche Unterstützungsleistung liegt exklusive Bearbeitungspauschale bei 1.570 Euro. In den vergangenen neun Monaten unterstützte das Programm durchschnittlich rund 120 Haushalte pro Monat.
Wohnschirm Housing First: 737 Wohnungen vermittelt
Wohnschirm Housing First verfolgt die Beendigung von Wohnungslosigkeit durch die Vermittlung leistbarer Wohnungen in Kombination mit sozialarbeiterischer Begleitung. Die bundesweite Abwicklung obliegt dem Verein „Housing First Österreich - Wohnungslosigkeit jetzt beenden“, einem Zweigverein der BAWO, im Rahmen eines Leistungsvertrags. 58 zugelassene Beratungsstellen in acht Bundesländern übernehmen Beratung, Betreuung und Antragstellung.
Im Zeitraum 1. Oktober 2024 bis 31. Juli 2026 wurden 3.157 Anträge bewilligt. Die Aufschlüsselung zeigt: 1.640 Anträge entfielen auf Betreuungsleistungen, 661 auf die Übernahme von Anmietungskosten, 505 auf Startunterstützungen und 351 auf Pauschalen zur Wohnraumbeschaffung. Insgesamt konnten 1.815 Personen in 1.061 Haushalten unterstützt werden; 49 Prozent der erwachsenen Begünstigten sind Frauen, 31 Prozent der unterstützten Personen sind Kinder. Das Programm vermittelte 737 Wohnungen, davon 61 Prozent über gemeinnützige Bauvereinigungen (GBVs), 30 Prozent über private Mietwohnungen und 9 Prozent über den kommunalen Wohnbau.
Gesamtbilanz: Breite Reichweite über alle drei Schienen
Über alle drei Programmschienen hinweg erreichte Wohnschirm seit den jeweiligen Startzeitpunkten insgesamt mehr als 134.000 Personen. Die Kombination aus präventiver Miet- und Energieunterstützung sowie dem Housing-First-Ansatz zur Reintegration obdachloser Personen in den regulären Wohnungsmarkt bildet das strukturelle Rückgrat des Programms. Die Einbindung gemeinnütziger Bauvereinigungen als dominanter Wohnungsanbieter im Housing-First-Segment unterstreicht die Relevanz des geförderten Wohnbaus für sozialpolitische Interventionen am österreichischen Wohnungsmarkt.