Die US-Notenbank Federal Reserve hat am 28. Oktober 2026 die Leitzinsen unverändert gelassen. Der Leitzins bleibt damit in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Die Entscheidung fiel nicht einstimmig – und sie kommt zu einem politisch heiklen Zeitpunkt: In nur sechs Tagen wählen die USA ein neues Parlament.
Die Abstimmung verlief nicht einstimmig. Fed-Gouverneurin Lisa Cook und Beth Hammack von der Cleveland Fed stimmten gegen die Pause. Beide plädierten dafür, den Leitzins um 25 Basispunkte – also um ein Viertel Prozentpunkt – anzuheben. Die Mehrheit des Ausschusses setzte sich jedoch durch und entschied sich für Stillhalten.
Warum die Fed pausiert – die Begründung
Das FOMC begründete seine Entscheidung laut Kiplinger mit einer robusten Wirtschaftslage. In seinem Statement erklärte der Ausschuss: „Die Wirtschaftsaktivität expandiert in einem starken Tempo“. Gleichzeitig betonte das Gremium, die Pause gebe ihm die Möglichkeit, „mehr Informationen zu sammeln“, um die geeignete Politik zur „rechtzeitigen Rückkehr der Inflation zum 2-Prozent-Ziel“ zu bestimmen. Als weitere Stützpfeiler nannte das FOMC ein starkes Produktivitätswachstum, robuste Kapitalinvestitionen und einen stabilen Arbeitsmarkt.
Inflation bleibt erhöht – politischer Kontext
Trotz der positiven Wirtschaftssignale liegt die Inflation weiterhin über dem Zielwert der Fed. Im September 2026 stiegen die Verbraucherpreise um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr – nach 3,4 Prozent im August. Die Entscheidung fällt zudem sechs Tage vor den Zwischenwahlen am 3. November 2026, was die Aufmerksamkeit rund um den Zinsentscheid zusätzlich erhöht.
Die Entscheidung überraschte kaum jemanden. Laut dem Marktbeobachtungs-Tool CME FedWatch rechneten vor der Sitzung 90,6 Prozent der Händler mit einer Zinspause im Oktober. Für das nächste Treffen im Dezember prognostizierten 75 Prozent der Marktteilnehmer hingegen eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte.
Vorgeschichte: Erste Erhöhung seit Juli 2023
Um die aktuelle Entscheidung einzuordnen, lohnt ein Blick zurück: Seit Dezember 2025 hatte die Fed die Zinsen konstant gehalten. Im September 2026 hob sie den Leitzins dann erstmals seit Juli 2023 wieder an – um 25 Basispunkte. Die Oktober-Pause folgt also unmittelbar auf diesen Schritt.
Ausblick: Dezember 2026
Das nächste FOMC-Meeting findet am 8. und 9. Dezember 2026 statt. Dann veröffentlicht die Fed auch aktualisierte Wirtschaftsprognosen sowie einen neuen sogenannten „Dot Plot“ – eine Übersicht, die zeigt, wohin die einzelnen Ausschussmitglieder den Leitzins steuern wollen. Die meisten Ökonomen rechnen damit, dass die Fed im Dezember erneut an der Zinsschraube dreht und den Leitzins um weitere 25 Basispunkte anhebt.
Die Fed bewegt sich damit weiterhin auf einem schmalen Grat: Sie will die Inflation drücken, ohne die Wirtschaft abzuwürgen. Ob sie diesen Kurs im Dezember fortsetzt, hängt davon ab, welche Daten in den kommenden Wochen eintreffen.