Raiffeisen Bausparkasse hat daher gemeinsam mit FH Wien der WKW sowie Raiffeisen Research im Rahmen eines Pressegespräches das Thema in den Fokus gerückt.
Eine aktuelle Online-Befragung der FHWien der WKW unter 988 Personen in dieser Altersgruppe zeigt: Mehr als jede:r Zweite macht sich häufig finanzielle Sorgen. 69 Prozent verfügen über 50 bis 1.000 Euro frei verfügbares Einkommen. 15 Prozent haben sogar weniger zur Verfügung.
Gefragt nach jenen Aspekten, die für die eigene finanzielle Zukunft am wichtigsten sind, geben 25-40-Jährige an, dass Sicherheit und Planbarkeit vor Rendite stehen.
Mehr als die Hälfte will Wohnsituation ändern
Der Traum vom Eigenheim bleibt lebendig: 55 Prozent planen, in den nächsten Jahren ihre aktuelle Wohnsituation zu verändern. Knapp zwei Drittel davon wollen ins Eigentum. Die Hauptgründe für den Wunsch ins Wohneigentum zu ziehen, fasst Senior Researcher David Bourdin von der FHWien der WKW folgendermaßen zusammen: „62 Prozent führen ‚das Gefühl von Unabhängigkeit‘ als Beweggrund für den Weg ins Wohnungseigentum an. Mit 47 Prozent sagt außerdem fast die Hälfte, ‚im Alter keine Miete zahlen zu müssen‘ sei ein zentrales Motiv.“ Am größten ist der Wunsch, die Wohnsituation verändern zu wollen bei Personen mit nur einem Kind (58 Prozent), gefolgt von Kinderlosen (57 Prozent) sowie Personen mit zwei oder mehreren Kindern (51 Prozent). Wobei Familien mit zwei Kindern im Schnitt über höhere freie Mittel verfügen. Singles, Alleinerziehende und WG-Bewohnende mit nur 6 bis 10 Prozent ausreichender Sparfähigkeit sehen hingegen kaum Chancen auf einen Kredit.
Österreich als Land der Mieter
Nur jeder zweite österreichische Haushalt kann die eigenen vier Wände auch wirklich sein Eigen nennen. Europaweit ist die Eigentumsquote nur in Deutschland und der Schweiz noch niedriger. Gestiegene Zinsen und strengere Kreditvergabestandards haben daran nichts geändert, ganz im Gegenteil. „Der Traum vom Eigenheim wird seit Herbst 2022 länger in der Mietwohnung geträumt“, so Matthias Reith, Senior Ökonom für den österreichischen Immobilienmarkt bei Raiffeisen Research.
30,6 Prozent der 25-39-Jährigen wohnen in den eigenen vier Wänden
Ende 2025 wohnten 1,98 Mio. Haushalte im Eigentum und damit nur um 7.000 mehr als im dritten Quartal 2022. Der „Gewinner“ war der Mietmarkt, die Zahl der Mieterhaushalte ist im selben Zeitraum um 84 Tsd. gestiegen und liegt aktuell bei 1,84 Mio. 60 Prozent weniger Haushalte als davor haben seit Q3 2022 Eigentum erworben. Mehr Miete, weniger Eigentum: Die Eigentumsquote ist in den letzten Jahren weiter gesunken und lag 2025 bei nur mehr 47,3 Prozent. Niemals zuvor wohnten in Österreich anteilig so wenige Haushalte im Eigentum. Das Gefälle innerhalb Österreichs ist jedoch groß: Während zwei Drittel (2025: 66,5 Prozent) der Burgenländer:innen das bewohnte Eigenheim auch besitzen, ist es in Wien nur jeder fünfte (19,3 Prozent), in Salzburg knapp jeder zweite Haushalt (49,4 Prozent).
In den Jahren bis zur Zinswende haben jüngere Haushalte (25-39 Jahre) verstärkt Eigentum erworben, von der „Rückkehr der Zinsen“ und KIM-V sind sie jedoch besonders stark betroffen. „Junge Menschen sind am Eigentumsmarkt also die „Verlierer“ der letzten Jahre“, folgert Reith. Lediglich 30,6 Prozent der 25- bis 39-Jährigen wohnten 2025 in den eigenen vier Wänden, 2021 waren es noch 34 Prozent.
Kaufen und tilgen als bessere Option
Haben Haushalte einen ausreichend langen Atem, ist die selbst besessene Immobilie fast immer die bessere Wahl. „Die Zeit arbeitet für den Eigentümerhaushalt, früher oder später ist fast überall in Österreich kaufen und tilgen die bessere Option als mieten und investieren“, so Reith. Österreichweit dauert es im Mittel gut 7 Jahre, bis die eigenen vier Wände unter finanziellen Gesichtspunkten die bessere Entscheidung sind. Im Durchschnitt übersteigt das Immobilienvermögen der Eigentümer:innen das Aktienvermögen der Mieter:innen nach 30 Jahren um EUR 365.000.
Wer jung in Eigentum investiert, profitiert im Alter
Eigentümer:innen sind jedoch nicht nur in Sachen Vermögensaufbau im Vorteil, sondern geben auch weniger für „das Wohnen“ aus. 2024 zahlten Haushalte, die in der eigenen Wohnung wohnten, dafür im Durchschnitt 568 Euro pro Monat (Betriebskosten, Energie, Instandhaltung und ggf. Zinsen). Mieterhaushalte mussten dagegen im Mittel 887 Euro (freier Markt) einkalkulieren und damit deutlich tiefer in die Tasche greifen. Besonders groß ist das Gefälle im Alter. Während die Miete auch in der Pension mit der Inflation ansteigt, bewohnen Eigentümerhaushalte eine zumeist abbezahlte Immobilie. Pensionisten, die zur Miete wohnen, haben daher eine um 74 Prozent höhere Wohnkostenbelastung. Der finanzielle Nachteil für Mieter ist in der Pension also besonders groß. „Eigentumsbildung ist somit nicht nur ein „Turbo“ beim Vermögensaufbau, sondern auch eine wirksame Maßnahme gegen Altersarmut“, so Reith.
Frühestmögliches Ansparen „A und O“
Damit Wohneigentum und damit ein wesentlicher Beitrag zu Vermögensaufbau und Altersvorsorge realisierbar ist, muss laut Raiffeisen Bausparkasse Geschäftsführer Christian Vallant so früh wie möglich mit dem Aufbau des dafür nötigen finanziellen Polsters begonnen werden. „Wir haben in der langen Phase von Niedrigzinsen gesehen, dass auf so eine große Anschaffung wie den eigenen Wohnraum nicht mehr gespart wurde. Eine ganze Generation wuchs in dem Glauben heran, dass Sparen nichts bringt und Kreditfinanzierung sowieso günstig und leistbar ist. Mit dem Effekt, dass mittlerweile selbst die nötigen Mittel für eine Wohnraumfinanzierung fehlen. Das hat sich entscheidend geändert. Es ist an der Zeit, wieder eine gesunde Sparkultur zu forcieren, um jungen Menschen ihren Traum vom Wohnen in den eigenen vier Wänden möglich zu machen“, so Vallant. Aktuelle Zahlen der Raiffeisen Bausparkasse (RBSK) belegen: Junge Österreicher:innen setzen wieder verstärkt auf den Bausparvertrag, um sich den Traum vom eigenen Zuhause zu erfüllen. Der Anteil der jungen Bausparer:innen zwischen 25 und 40 Jahren bei RBSK liegt seit Jahren stabil bei 18 Prozent. Hier ist laut Vallant jedenfalls noch großes Potenzial, den Anteil zu steigern. Gleichzeitig steigt die durchschnittliche Sparsumme in dieser Altersgruppe kontinuierlich an. Durchschnittlich sparten Raiffeisen Bausparer:innen zwischen 25 und 40 Jahren 2025 7.386 EUR. 2020 belief sich dieser Wert noch auf 6.307 EUR.
Planbares und flexibles Ansparen
Die neue Variante des „dynamischen Bausparens“ von RBSK bringt eine neue, flexiblere Möglichkeit, Eigenkapital aufzubauen: Die monatlichen Sparbeträge steigen automatisch jedes Jahr um 5 Prozent, wodurch sich bei einer monatlichen Sparleistung von 100 EUR nach sechs Jahren bis zu 9.100 Euro ansammeln können – deutlich mehr als im klassischen Modell. Kombiniert mit einem attraktiven Einstiegs-Fixzinssatz und zusätzlichen Anreizen bei der Darlehensaufnahme sichert sich eine Bausparerin oder ein Bausparer so einen Darlehensanspruch von bis zu 310.000 Euro pro Person (bis zu 508.000 Euro bei zwei Personen) und schafft damit eine solide Basis für den Immobilienkauf.
Junge Menschen setzen auf Sicherheit und Planbarkeit bei Immobilienfinanzierung
Sichere und planbare, langfristige Immobilienfinanzierungen werden von Menschen zwischen 25 und 40 Jahren stärker nachgefragt: Zwischen 2020 und 2025 ist bei der größten heimischen Bausparkasse RBSK nicht nur der Anteil solcher Finanzierungen gestiegen, auch die durchschnittlichen gewünschten Darlehenssummen sind gewachsen. Besonders gefragt sind lange Fixzinsperioden, die Planungssicherheit geben. 2025 lag der Anteil der 25-40-Jährigen Finanzierungsnehmer:innen bei RBSK-Finanzierungen mit einem 15 bzw. 20-jährigen Fixzins bei 66 Prozent.
Finanzielle Flexibilität bei Wohnraumfinanzierung möglich machen
„Damit jungen Menschen den Immobilienerwerb auch in unsicheren oder herausfordernden Zeiten nicht hintanstellen müssen, braucht es flexiblere Finanzierungsformen, um sich eventuell ändernden, persönlichen finanziellen Rahmenbedingungen bestmöglich zu begegnen“, führt Vallant aus. RBSK bietet daher seit kurzem eine Finanzierungsform mit Stufenraten an, die weiterhin die wichtigen Parameter Planbarkeit und Sicherheit berücksichtigt.