Bau des neuen Trinkwasserwerks auf der Donauinsel startet

Zwischen Nordbrücke und Steinitzsteg entsteht bis 2030 ein hochmodernes Wasserwerk.
Dagmar Gordon
Dagmar Gordon
Bau des neuen Trinkwasserwerks auf der Donauinsel startet
© markus wache

Mit einem feierlichen Spatenstich fiel am Donnerstag der Startschuss für ein weiteres Leuchtturmprojekt der Wiener Trinkwasserversorgung: Auf der Donauinsel zwischen Nordbrücke und Steinitzsteg entsteht bis 2030 ein hochmodernes Wasserwerk. Es ist eine von zahlreichen Maßnahmen der Strategie „Wiener Wasser 2050“, mit der sich die Stadt Wien auf den durch Bevölkerungswachstum und Klimakrise bedingten erhöhten Wasserbedarf vorbereitet.

„Wir treffen jetzt die nötigen Maßnahmen, damit auch für die nächsten Generationen zu jeder Zeit bestes Trinkwasser da ist“, sagte Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. Neben dem Ausbau der Speicherkapazitäten wie im weltweit größten geschlossenen Wasserbehälter in Neusiedl/Steinfeld sei es zentral, auch die verfügbare Wassermenge zu steigern, damit Wien bestens für den steigenden Wasserbedarf gerüstet ist. „Mit dem Wasserwerk Donauinsel erhöhen wir die Versorgungssicherheit für ganz Wien“, betonte der Stadtrat.

„Wien wächst stark und daher ist es zentral, dass die Wasserversorgung ständig weiterentwickelt wird“, hoben die Bezirksvorsteherin der Brigittenau, Christine Dubravac-Widholm, und der Bezirksvorsteher-Stellvertreter von Floridsdorf, Josef Fischer, hervor.

Moderne Technologie sichert hohe Trinkwasserqualität

Im neuen Wasserwerk auf der Donauinsel wird Wasser aufbereitet. Dafür wird das Wasser aus 17 Grundwasser-Brunnen in den Schutzgebieten Donauinsel und Nußdorf entnommen. Im Wasserwerk angelangt, erfolgt die Aufbereitung des Wassers in vier Stufen. Im ersten Schritt wird dem Wasser Sauerstoff zugeführt. Durch diese Belüftung werden gelöste Verunreinigungen abgebaut. Im zweiten und dritten Schritt fließt das Wasser durch einen Grobfilter und einen Feinfilter. Der Feinfilter gewährleistet, dass ausschließlich Wasser in hervorragender Qualität zur letzten Stufe gelangt. Im letzten Schritt wird das Wasser mittels UV-Licht desinfiziert. Anschließend wird das Trinkwasser in das Wiener Rohrnetz gepumpt.

„Mit der mehrstufigen Aufbereitung im Wasserwerk Donauinsel sorgen wir für die ständige Verfügbarkeit von bestem Trinkwasser. Durch die eingesetzten mineralischen Stoffe in den Filtern funktioniert die Aufbereitung ähnlich wie der Berg das Hochquellwasser reinigt“, erklärte Paul Hellmeier, Chef von Wiener Wasser. Das Wasserwerk kann künftig bis zu 1.000 Liter Trinkwasser pro Sekunde liefern. Insbesondere wenn Quellen ausfallen, Reparaturen bei den Hochquellenleitungen gemacht werden müssen oder bei einer längeren Hitzewelle der Wasserverbrauch steigt, ist die zusätzliche Anlage zentral.

Im Vorfeld der Inbetriebnahme des Wasserwerks kooperiert Wiener Wasser mit mehreren Universitäten. Um den Prozess zu optimieren, werden mit Hilfe einer Pilotanlage ab Sommer 2027 einzelne Verfahrensschritte getestet und optimiert. Die Forschung wird im fertiggestellten Wasserwerk Donauinsel auf einer fix eingerichteten Versuchsstrecke fortgesetzt. Dies ermöglicht, dass Wiener Wasser auch in Zukunft immer die modernsten Technologien anwendet.

Bau- und Verkehrsmaßnahmen auf der Donauinsel

Auf einer Fläche von etwa 50 mal 90 Metern werden zunächst Bohrpfähle hergestellt, um die tiefe Baugrube zu sichern. Nach umfangreichen Aushubarbeiten bis zu 12-Metern-Tiefe wird bis Sommer 2029 der Betonbau errichtet. Insgesamt werden rund 12.000 Kubikmeter Beton und 1.700 Tonnen Stahl verbaut. Nach Fertigstellung des Betonbaus wird die umfangreiche Verfahrens- und Elektrotechnik installiert. Nach vier Jahren Bauzeit soll bestes Trinkwasser ins Wiener Rohrnetz fließen. Der Bau wird anschließend begrünt, damit er sich gut in die Umgebung einfügt. Der Kostenrahmen für das Großprojekt beträgt rund 140 Millionen Euro.

Um sicher bauen zu können, werden die Fußgänger und Radfahrer ab 20. April 2026 zwischen Floridsdorfer Brücke und Nordbrücke umgeleitet, weil der Hauptweg für den Baustellenverkehr benötigt wird. Die Umleitung erfolgt über den eigens ausgebauten Treppelweg. Dieser Weg ist als Fairnesszone markiert, da alle Verkehrsteilnehmer hier achtsamer sein müssen.