Der Baumeisterverband kritisiert, dass die Sanierungsoffensive nur noch den Heizkesseltausch fördert.„Wenn es darum geht, den Energieverbrauch zu senken, führt an Investitionen in die Gebäudesubstanz kein Weg vorbei“, sagt Robert Jägersberger. Neue Heizungen allein würden keine spürbaren Einsparungen bringen, wenn Gebäude nicht klimafit gemacht werden. „Primär gilt es, den Energiebedarf zu senken.“
Zudem sorge die Stop-and-go-Politik bei Förderungen für Unsicherheit. „Planbarkeit ist für derartige Investitionsentscheidungen eine wesentliche Voraussetzung, aber diese ist aktuell nicht gegeben“, so Jägersberger.
Die Branche fordert, nicht abgeholte Mittel aus der Wohnbau-Milliarde für eine breitere Sanierungsoffensive zu nutzen – auch für umfassende Projekte wie Ortskern-Sanierungen. Laut früheren Berechnungen lösen 100 Millionen Euro Förderung rund 700 Millionen Euro an Investitionen aus und bringen hohe Steuer- und Sozialabgaben-Effekte.
„Der Heizkesseltausch alleine greift hier zu kurz“, sagt Jägersberger. Eine nachhaltige Senkung des Energieeinsatzes gelinge nur mit einem Gesamtpaket inklusive Gebäudesubstanz.