Beet schlägt Balkon: Der Run auf Wiens Kleingärten

Wiener Kleingärten bleiben begehrt: Preisanstieg setzt sich fort. Je nach Bezirk bestehen erhebliche Preisvariationen
Michael Neubauer
Michael Neubauer
Beet schlägt Balkon: Der Run auf Wiens Kleingärten
© ImmoFokus

Vom Rückzugsort zum begehrten Besitz: Wiener Kleingärten sind nicht nur als Freizeitparadies gefragt, sondern auch am Immobilienmarkt heiß begehrt. Wie eine Auswertung des Grundbuchexperten IMMOunited zeigt, wechselten seit 2016 jährlich rund 150 Kleingärten den Eigentümer. Im Fünf-Jahresvergleich von 2021 bis Ende 2025 dominiert die private Hand den Markt: bei 66,5 Prozent der Verkäufer und 97,1 Prozent der Käufer handelt es sich um Privatpersonen.

Wiener Kleingärten bleiben begehrt: Preisanstieg setzt sich fort

Für die Analyse wurden Transaktionen von Wiener Kleingärten aus den Jahren 2016 bis 2020 mit jenen aus dem Zeitraum 2021 bis Ende 2025 verglichen. Die Ergebnisse zeigen eine anhaltend hohe Nachfrage, die sich sowohl in einer steigenden Marktaktivität als auch in den Kaufpreisen widerspiegelt.

Im Vergleich der vergangenen fünf Jahre zum Zeitraum 2016 - 2020 haben sich die Quadratmeterpreise für Wiener Kleingärten von durchschnittlich 562 Euro auf 896 Euro erhöht. Dies entspricht einem Plus von rund 60 Prozent.

Je nach Bezirk bestehen erhebliche Preisvariationen. Die höchsten durchschnittlichen Quadratmeterpreise werden in Ottakring, Döbling und Donaustadt erzielt. Deutlich günstiger sind Kleingärten hingegen in Liesing, Floridsdorf und Leopoldstadt zu erwerben.

Aufgrund der verhältnismäßig kleinen Gesamttransaktionszahl wird ein valider Quadratmeterpreis für Kleingärten ausschließlich für die oben genannten Bezirke erhoben.
Aufgrund der verhältnismäßig kleinen Gesamttransaktionszahl wird ein valider Quadratmeterpreis für Kleingärten ausschließlich für die oben genannten Bezirke erhoben.

Privatkunden prägen den Wiener Kleingartenmarkt

Immer mehr Kleingärten wechseln von Privat zu Privat den Eigentümer. Während zwischen 2016 und 2020 noch 45 Prozent der Verkäufe von privaten Eigentümern stammten, lag dieser Anteil im Zeitraum 2021 bis Ende 2025 bereits bei 67 Prozent. Entsprechend ging der Anteil gewerblicher und öffentlicher Anbieter von 55 auf 33 Prozent zurück.

Auf der Nachfrageseite zeigt sich seit Jahren ein stabiles Bild: Mit einem Anteil von 97,4 Prozent dominieren Privatpersonen den Markt.

„Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Kleingärten in Wien sind zu einem ernstzunehmenden Marktsegment geworden. Die Preisentwicklung der vergangenen Jahre unterstreicht dabei, wie stark der Wunsch nach Grünraum und Rückzugsmöglichkeit in der Stadt bewertet wird - sowohl emotional als auch ökonomisch.“
—Roland Schmid, Eigentümer & CEO IMMOunited

Methodik

Für die Auswertung wurden Kleingarten-Transaktionen aus den Jahren 2016 bis 2025 mit einer Parzellen-Gesamtfläche von max. 1.000 m² herangezogen. Nicht angegebene Bezirke sind auf eine zu geringe Datenbasis zurückzuführen. Die Auswertung erfolgte nach Kaufvertragsdatum.