Das Bürohaus MONACO bekommt eine Robe

Rock Capital Group setzt auf Fassade aus recycelten Kunststoffschindeln
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
MONACO Terrassen
MONACO Terrassen
© MVRDV

Das Bürogebäude MONACO im Münchner Werksviertel erhält eine Fassade aus dreidimensionalen Schindeln aus recyceltem Kunststoff. Entwickler ist die Rock Capital Group, den Entwurf lieferte das niederländische Architekturbüro MVRDV. Das MONACO gilt damit als erstes Projekt in Deutschland, das mit Schindeln des niederländischen Herstellers Pretty Plastic ausgestattet wird. Die Fertigstellung und Vermietung sind ab Mitte 2027 geplant.

Material und Konstruktion: 11.993 Fliesen in Rautenstruktur

Insgesamt 11.993 einzelne Fliesen in sieben Farbtönen bringen Fassadenbauer an der Gebäudehülle an. Die Elemente werden in einer Rautenstruktur appliziert. Das Ausgangsmaterial stammt aus Baustellenabfällen: alte Fensterrahmen, Rohre und weitere PVC-Reststoffe werden nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip zu Fassadenelementen verarbeitet. Jede Schindel weist durch den Herstellungsprozess eine individuelle Marmorierung auf, was das Erscheinungsbild des Gebäudes je nach Tageszeit und Lichteinfall verändert.

„Die Fassade ist ein Kernelement der Identität des MONACO. Das Gebäude trägt Couture und wird zu einem Objekt, das Designsprache, Handwerk und Zukunft gleichermaßen zelebriert.“
—Andreas Wißmeier, Geschäftsführer bei der Rock Capital Group

Farbkonzept: Sieben Töne ohne Trendorientierung

Die Farbpalette der Fassade umfasst ein Hellgrau als Basis, drei Grüntöne sowie Akzente in Bronze, Mauve und Lilac. 

„Auch bei der Farbgestaltung für die Fassade des MONACO haben wir uns bewusst an einer Kombination orientiert, die nicht etwa kurzfristigen Trends unterworfen ist.“
—Udo Peuker, Projektleiter Vermietung bei der Rock Capital Group

Die Kombination aus unterschiedlich marmorierten Einzelelementen erzeugt optische Tiefe und verändert das Gesamtbild in Abhängigkeit vom Lichteinfall.

Nachhaltigkeit: Bis zu achtfache Recyclingfähigkeit

Die Pretty-Plastic-Schindeln lassen sich laut Hersteller bis zu acht Mal recyceln. Das Cradle-to-Cradle-Prinzip bildet dabei die konzeptionelle Grundlage: PVC-Reststoffe aus dem Baubereich werden zu Fassadenelementen aufbereitet und am Ende ihrer Nutzungsdauer erneut dem Materialkreislauf zugeführt. Wißmeier bezeichnet das Projekt als „eine Ikone an Nachhaltigkeit, Attraktivität – ein echtes Statement.“

Projektstand und Vermietung

Die Entscheidung für die Pretty-Plastic-Fassade fiel nach Angaben der Rock Capital Group frühzeitig im Projektverlauf. 

„Doch die Entscheidung für die Fassade aus den Pretty Plastic-Schindeln war von Anfang an fix. Sie ist der Kern des Projektes MONACO, die DNA des Gebäudes.“
—Andreas Wißmeier 

Künftige Mieter können das Gebäude ab Mitte 2027 beziehen. Der Architekturentwurf stammt vom renommierten niederländischen Büro MVRDV, das die Schindelstruktur als prägendes Gestaltungselement entwickelte.