DONAU Versicherung und Wien Energie bringen eines der größten Altbau-Zinshäuser Wiens raus aus Gas

Nach 130 Jahren heißt es für ein Gebäude aus der Gründerzeit: Raus aus Gas.
Dagmar Gordon
Dagmar Gordon
Thomas Angerer (Wiener Netze), Wolfgang Petschko (DONAU Versicherung), Sascha Zabransky (Wien Energie)
Thomas Angerer (Wiener Netze), Wolfgang Petschko (DONAU Versicherung), Sascha Zabransky (Wien Energie)
© Wien Energie / Max Kropitz

Die DONAU Versicherung und Wien Energie stellen im 3. Bezirk eines der größten Wiener Altbau-Zinshäuser auf Fernwärme um. In Zukunft werden die 120 Wohnungen in dem Gründerzeithaus mit Fernwärme beheizt. Zudem wird das Haus umfassend thermisch saniert. Das Beispiel zeigt, wie der Erhalt der historischen Bausubstanz in Wien mit klimafitter Umgestaltung Hand in Hand geht.

Die insgesamt sechs Gebäude der Liegenschaft Ölzeltgasse, Salesianergasse, Lagergasse und Traungasse mit einer Nutzfläche von 12.000 m2 haben seit der Fertigstellung im Jahr 1897 schon viel erlebt. Beheizt wurden die Wohnungen im Laufe der Jahre schon mit Holz, Kohle, Koks und Gas. Der Gasanschluss ist bereits im Jahr 1898 dokumentiert. Zu dieser Zeit wurde Gas vornehmlich für die Beleuchtung der Stiegenhäuser und Wohnungen genutzt, die Anschlüsse für Heizungen wurden erst später hergestellt. Nach fast 130 Jahren wird mit einem Fernwärmeanschluss ein neues Kapitel aufgeschlagen.

„Als Versicherung denken und planen wir langfristig und nachhaltig. Dabei stellen wir auch die Verantwortung für unsere Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft in den Mittelpunkt. Die DONAU investiert in ihre Immobilien und erhält das klassische Stadtbild Wiens. Damit sichern wir den Wert dieser historischen Immobilie und verbinden ihn mit umweltfreundlicher Fernwärme für Heizung und Warmwasser. Das erhöht auch die Lebensqualität für die Menschen, die in diesem zugleich zeitlosen Altbaujuwel wohnen.“
—Wolfgang Petschko - Vorstand der DONAU Versicherung

Nachhaltige Wärmewende im historischen Altbau

Gründerzeithäuser prägen das Wiener Stadtbild und machen insbesondere in den Innenbezirken einen bedeutenden Teil des Wohnungsbestands aus. Aufgrund ihres Alters, ihrer Bauweise und der oftmals installierten Gasheizungen sind sie oft eine Herausforderung für die Umsetzung der Wärmewende in der Stadt. Die Fernwärme kann hier einen wichtigen Beitrag leisten. Denn insbesondere in dicht verbauten Gebieten ist sie die effizienteste und wirtschaftlichste Alternative.

„Die Fernwärme ist der Schlüssel, mit dem wir die Wärmewende in den Wiener Altbauten umsetzen“, sagt Sascha Zabransky, Geschäftsführer von Wien Energie. „Bis 2040 wollen wir vollständig auf fossile Energieträger verzichten. Für die Gebäudebesitzer*innen bedeutet das: Wenn Sie Ihr Haus an die Fernwärme anschließen, kümmern wir uns um die Dekarbonisierung. Für die Bewohner bedeutet Fernwärme faire Preise, Zuverlässigkeit und hoher Wohnkomfort da sie im Vergleich zu anderen Heizformen kaum Wartungsaufwände hat.“

Thomas Angerer, Geschäftsführer der Wiener Netze erläutert dazu: „Die Stadt Wien setzt in ihrer Klimastrategie auf die Fernwärme als klimaschonende Raumwärmealternative. Die Wiener Netze schaffen dafür die infrastrukturellen Voraussetzungen und bauen ihr Leitungsnetz bedarfsgerecht aus.“

Die DONAU Versicherung lässt im Zuge der Renovierung auch die Fenster erneuern und sorgt auch für die nachhaltige Dämmung der Fassade. Durch die thermische Sanierung sinkt der Wärmebedarf des gesamten Gebäudekomplexes deutlich.

Fernwärme wird klimaneutral

Die Fernwärme wird in Wien bereits seit den 1960er Jahren ausgebaut. Inzwischen versorgt das System mehr als 480.000 Wohnungen mit Heizung und Warmwasser. Ein Teil der Aufbringung erfolgt mit der Müllverbrennung. Wien Energie baut die Produktion erneuerbarer Wärme Schritt für Schritt aus und nutzt etwa Abwärme, Großwärmepumpen und Biomasse. Etwa die Hälfte der Fernwärme-Aufbringung stammt bisher aus gasbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die Strom und Wärme produzieren.

Die Fernwärme ist bereits jetzt eine vergleichsweise klimaschonende Heizungsform. Im Vergleich zu den in Wien noch weit verbreiteten Gasheizungen hat sie nur etwa ein Zehntel der Emissionen. Bis 2040 will Wien Energie gänzlich auf fossile Energieträger verzichten. Wichtige Rollen kommen dabei Großwärmepumpen und der Tiefengeothermie zu. Über fünf Jahre investiert Wien Energie etwa eine Milliarde Euro in den Ausbau und die Dekarbonisierung der Fernwärme.