Ein Steinbruch wird zum Datencenter

Die Rhomberg Gruppe plant in Hohenems--Unterklien ein KI-Datencenter mit 100 Megawatt.
Michael Neubauer
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Ein Steinbruch wird zum Datencenter
© ImmoFokus
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Ein Steinbruch wird zum Datencenter
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Ein Steinbruch wird zum Datencenter

Die Rhomberg Gruppe plant auf dem Gelände ihres Ressourcen Centers in Hohenems-Unterklien ein Datencenter für KI-Anwendungen. Mit einer Leistung von bis zu 100 Megawatt soll dort künftig digitale Infrastruktur entstehen, die Technologieunternehmen, Startups, Forschungseinrichtungen und Industriebetriebe gleichermaßen nutzen können. Das Vorhaben wird gemeinsam mit der Stadt Hohenems vorangetrieben. Das Land Vorarlberg unterstützt die Initiative.

Das bestehende Steinbruchareal im Ressourcen Center Rheintal bietet die Grundlage für das Projekt. Auf bis zu 25.500 m² soll ein leistungsstarkes Datencenter entstehen, das direkt zum Betriebsstart 50 Megawatt Leistung bereitstellt und schrittweise auf 100 Megawatt ausgebaut werden kann. Bevorzugt wird eine unterirdische Lösung im Steinbruch. Diese schützt die Anlage besonders gut und macht sie widerstandsfähig gegen Störungen. Da das Gelände in den kommenden Jahren ohnehin renaturiert wird, entsteht kein zusätzlich versiegelter Boden.

„Damit katapultieren wir Vorarlberg in eine Vorreiterrolle in der Bereitstellung von Rechen- und Cloudleistungen für digitale Anwendungen, lokal und international. Eine lokale, resiliente und vor allem souveräne digitale Infrastruktur ist für die Zukunft unseres Landes entscheidend. Wir wollen kritische Daten und Rechenkapazitäten in der Region und in Europa halten, Abhängigkeiten von ausländischen Einflüssen reduzieren und die Kontrolle über unsere digitale Wertschöpfung stärken.“
—Hubert Rhomberg, Geschäftsführer der Rhomberg Gruppe

Die Flächen gehören der Stadt Hohenems und der Rhomberg Gruppe gemeinsam. Die Errichtung übernehmen Bauunternehmen der Gruppe, darunter Rhomberg Bau und Goldbeck Rhomberg. Die Anlage lässt sich hinsichtlich technischer Infrastruktur und Größe flexibel anpassen.

Perspektive für Hohenems und das Rheintal

Das Datencenter eröffnet der Stadt Hohenems und der gesamten Region eine Zukunftschance. Bürgermeister Dieter Egger sieht darin einen wichtigen Schritt: „Dieses Projekt ist eine große Chance für Hohenems und die gesamte Region. Das Vorhaben bietet die Möglichkeit, die Souveränität und Unabhängigkeit bei der Speicherung und Verarbeitung von Daten zu stärken und damit einen wichtigen Beitrag zur digitalen Eigenständigkeit unserer Region zu leisten.“ Er hebt auch den Nutzen für die Umwelt hervor: Die geplante Renaturierung des Geländes und die Nutzung der entstehenden Abwärme für das regionale Wärmenetz verbinden technologischen Fortschritt mit einem konkreten Mehrwert für die Umwelt.

"Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen und die Weiterentwicklung Vorarlbergs als Innovationsstandort. Dabei können wir auf unsere eigenen Stärken bauen: auf regional verfügbare Ressourcen, unsere Infrastruktur und das Know-how der lokalen Wirtschaft.“
—Wirtschaftslandesrat Marco Tittler 

Regionale Energie, internationaler Nutzen

Die zentrale Lage im Rheintal macht den Standort für Unternehmen in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein attraktiv. Vorarlberger Industrie-, Technologie- und Produktionsbetriebe profitieren dabei von kurzen Wegen und regionaler Datenhaltung.

Die Energieversorgung sichern Vereinbarungen mit vorarlberg netz und illwerke vkw: Eine ausfallsichere Glasfaseranbindung sowie eine redundante Versorgung mit regional erzeugter, erneuerbarer Wasserkraft sind damit gewährleistet. Die Abwärme des Datacenters fließt in das regionale Wärmenetz. Hinzu kommen Netzentgelte, die deutlich unter denen vergleichbarer Standorte liegen.

„Die Leistung von 50 Megawatt entspricht rund 10 Prozent der Höchstlast Vorarlbergs und erfordert die Errichtung eines eigenen Umspannwerkes.“
—Thomas Hilbe, Geschäftsführer der Vorarlberger Energienetze GmbH,

Interesse von Betreibern und Investoren

Das Vorhaben stößt bei potenziellen Betreibern, Technologiepartnern sowie Investoren bereits auf reges Interesse. Erste konkrete Interessensbekundungen liegen vor. Die Gespräche werden nun vertieft, um die nächsten Entwicklungsschritte gemeinsam auszuarbeiten.

 „Der Bedarf an souveräner Rechenleistung, KI-Infrastruktur und sicheren Datenräumen wächst in ganz Europa deutlich. Vorarlberg verfügt über sehr gute Voraussetzungen, um in diesem Zukunftsfeld eine aktive Rolle einzunehmen. Wir wollen gemeinsam mit starken Partnern eine langfristig tragfähige Infrastruktur entwickeln, von der Unternehmen, Forschungseinrichtungen und die Region insgesamt profitieren können.“
—Hubert Rhomberg

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