ID Logistics und Terra Robotics gehen strategische Partnerschaft ein

Humanoide Zwillinge sorgen für Geschwindigkeit bei der Einführung .
Dagmar Gordon
Dagmar Gordon
Robin Otto (CEO ID Logistics Germany) und Murat Arpaci (CEO Terra Robotics) sowie Heinz (humanoider Roboter Terra Robotics) und IDA (humanoider Roboter ID Logistics) besiegeln die strategische Partnerschaft per Handschlag.
Robin Otto (CEO ID Logistics Germany) und Murat Arpaci (CEO Terra Robotics) sowie Heinz (humanoider Roboter Terra Robotics) und IDA (humanoider Roboter ID Logistics) besiegeln die strategische Partnerschaft per Handschlag.
© Terra Connect

Mit dem Anspruch, sich als „First Mover“ beim Einsatz humanoider Robotik auf dem Shopfloor zu positionieren, sind der Kontraktlogistiker ID Logistics und Terra Robotics zum 1. November 2026 eine strategische Partnerschaft eingegangen. Beide Unternehmen bündeln ihre Ressourcen und ihr Know-how, um das Tempo zu erhöhen und von der Erprobung schnellstmöglich in erste Anwendungsfälle zu kommen. Nach einem gemeinsamen Showcase zur automatisierten Sortierung folgt nun der nächste Schritt in Richtung operativer Einsatz. Geplant ist ein erster Pilot an einem der Logistikstandorte von ID-Logistics innerhalb der kommenden sechs Monaten.

„Die Logistik gehört in den kommenden Jahren neben der Produktion zu den Branchen mit dem größten Potenzial für humanoide Robotik. Dieses Zeitfenster müssen wir nutzen, wenn wir vorne mit dabei sein wollen. Dafür brauchen wir einen zukunftsorientierten Logistikpartner, der das Prozesswissen einbringt.“
—Murat Arpaci - CEO von Terra Robotics

Die Kontraktlogistik bietet mit ihren vielfältigen, standardisierten Arbeitsabläufen ein breites Einsatzspektrum für humanoide Robotiker – von der Kommissionierung über das Sortieren und Verpacken bis hin zu weiteren logistischen Mehrwertdienstleistungen. ID Logistics bringt dabei die Erfahrung aus 450 Kontraktlogistikstandorten, davon allein 17 in Deutschland, mit verschiedenen Branchenschwerpunkten in die Partnerschaft ein.

„Die Logistik als drittgrößter Wirtschaftszweig in Deutschland mit ihren oft unkomplizierten, millionenfach wiederkehrenden Arbeitsschritten birgt ein hohes Potenzial für den Einsatz humanoider Robotik. Entscheidend wird sein, die geeigneten Aufgaben zu identifizieren, die Technologie unter realen Bedingungen zu erproben und perspektivisch in größerem Maßstab auszurollen", sagt Robin Otto, CEO von ID Logistics Deutschland.

Angesichts der hohen Innovationsdynamik in dem Technologiefeld wollen beide Unternehmen frühzeitig praktische Erfahrungen sammeln und gemeinsam die Voraussetzungen für einen skalierbaren Einsatz in der Kontraktlogistik schaffen.

Im Tandem: Zwei Roboter, ein Lernprozess

Den Grundstein für die strategische Partnerschaft legten Terra Robotics und ID Logistics bereits vor rund zwölf Monaten mit der Realisierung eines ersten Showcase für die Logistik. Dafür investierten beide Unternehmen jeweils in einen humanoiden Roboter vom Typ Unitree G1 EDU6. Die „humanoiden Zwillinge“ - IDA bei ID Logistics in Griesheim und Heinz bei Terra Robotics in Löhne - erlernten im Tandem einen Sortierprozess. 

„Wir haben die beiden Roboter genutzt, um die räumliche Distanz zwischen unseren Teams zu überbrücken und bei der Programmierung stets auf dem gleichen Stand zu sein“, erklärt Arpaci. Inzwischen können die Roboter Kartons von Versandtüten unterscheiden und die Objekte entsprechend zuordnen und mit ihren fünffingrigen, taktilen Roboterhänden in Versandboxen sortieren.

Lernkurve: Es braucht unterschiedliche Robotertypen 

„Eine wichtige Erkenntnis aus der bisherigen Zusammenarbeit ist, dass wir in der Lagerlogistik unterschiedliche Robotertypen für unterschiedliche Aufgaben brauchen. Deshalb ist ein technologieoffener Ansatz für uns essenziell. Eine universelle Lösung für sämtliche logistische Aufgaben wird es nicht geben. Unser Partner Terra Robotics zeichnet sich insbesondere durch seine Multibrand-Strategie aus“, sagt Otto. 

Vom Showcase zum Praxistest auf der Logistikfläche

Der Fahrplan für die kommenden sechs Monate ist praxisorientiert und verknüpft das Logistik-Know-how von ID Logistics mit der Roboterexpertise von Terra Robotics. Im ersten Schritt identifizieren die Partner vier bis fünf potenzielle Einsatzszenarien und definieren die jeweiligen technischen und operativen Anforderungen. In den kommenden Wochen entscheiden sie gemeinsam, welche Aufgabe sich am besten für den ersten Piloten eignet. Im Anschluss wird aus dem herstellerübergreifenden Portfolio von Terra Robotics, das unter anderem humanoide Roboter von UBTECH und Unitree umfasst, das passende Modell ausgewählt und für den Praxistest bereitgestellt. Die Programmierung soll erneut im bewährten Tandem erfolgen. In diesem Rahmen soll der Roboter erstmals unter realen Betriebsbedingungen an einem ausgewählten ID-Logistics-Standort getestet werden.

Mit dem ersten Piloten wollen die Partner Erfahrungen auf dem Shopfloor sammeln und die technischen Möglichkeiten und Grenzen humanoider Robotik ausloten. „Auf dieser Grundlage wollen wir das Einsatzspektrum schrittweise auf komplexere Aufgaben ausweiten und die Voraussetzungen für eine spätere Skalierung schaffen“, geben Otto und Arpaci einen Ausblick

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