Der Angebotsrückgang auf dem Wohnungsmarkt wird sich im
vierten Quartal 2026 insbesondere im Bereich Vorsorgewohnungen voraussichtlich
deutlich verschärfen. Verantwortlich dafür ist das Auslaufen der letzten
Begünstigungen aus dem staatlichen Wohnbaupaket aus 2024. Nur mehr für
Wohnobjekte, die bis zum Jahresende 2026 fertiggestellt werden, kann die
Möglichkeit der dreifachen beschleunigten Abschreibung (AfA) in Höhe von 4,5 Prozent
statt 1,5 Prozent pro Jahr für die ersten drei Jahre in Anspruch genommen
werden.
Davon können auch Vorsorgewohnungskäufer profitieren, die
bis Jahresende eine Wohnung erwerben und die dann die beschleunigte AfA
ebenfalls nutzen können. „Drei Prozentpunkte zusätzliche AfA sind ein
beachtlicher Steuervorteil, der die Nachsteuerrendite von Investments in
Vorsorgewohnungen für drei Jahre um jeweils 1,0 bis 1,2 Prozentpunkte erhöht“, erklärt
Karina Schunker, Geschäftsführerin der EHL Wohnen.
„Da die stark
gestiegenen Mieten auch unabhängig davon zu einer deutlichen Optimierung der
Anfangsrendite von Vorsorgewohnungen geführt haben, sorgt dieser Steuervorteil
dafür, dass Veranlagungen in Wohnimmobilien bis Jahresende besonders lukrativ
sind. Das gelte auch für den Kauf von Gesamtobjekten z. B. durch Stiftungen,
die den gleichen AfA-Vorteil nutzen können.“
—Karina Schunker - Geschäftsführerin der EHL Wohnen
Der sich abzeichnende temporäre Nachfrageschub trifft aber
auf ein rückläufiges Angebot: Die immer weiter zurückgehende Zahl von
Projektstarts führt dazu, dass aktuell nur eine beschränkte Zahl von Wohnungen
auf den Markt kommt, die sich für die Vermietung gut eignen sind. „Ich gehe
davon aus, dass es in den letzten Wochen des Jahres, in denen traditionell die
meisten Vorsorgewohnungen gekauft werden, ein massiver Nachfrageüberhang
bestehen wird“, so Schunker. „Wer noch aus einem breiteren Angebot zu
attraktiven Preisen wählen möchte, sollte sich frühzeitig umsehen.“
Angebotslücke wird 2027 noch breiter werden
Indirekt wird sich das heuer auslaufende Wohnbaupaket aber
auch 2027 auf den Markt auswirken. Da für Entwickler der Anreiz groß ist,
laufende Projekte möglichst noch heuer fertigzustellen, wird es vor allem in
der ersten Jahreshälfte des Folgejahres umso weniger Fertigstellungen geben.
„Das Wohnbaupaket hat damit zwar zu einer leichten
Beschleunigung von Entwicklungsaktivitäten geführt, wenn dieses nun ersatzlos ausläuft, wird der längerfristige
Gesamteffekt nahe Null sein. Ohne Impulse und attraktivere Rahmenbedingungen
wird sich der Wohnungsmangel in den Großstädten 2027 und in den Folgejahren
weiter verschärfen.“
—Karina Schunker