ESG

Erhalten, ertüchtigen, recyceln: Bestandsgebäude fit für die Zukunft

Bürogebäudes „B37“ in Unterhaching. Ein Modellprojekt für zirkuläres Bauen im Bestand
Michael Neubauer
Michael Neubauer
Erhalten, ertüchtigen, recyceln: Bestandsgebäude fit für die Zukunft
© Binnberg Architekturentwicklung
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Erhalten, ertüchtigen, recyceln: Bestandsgebäude fit für die Zukunft

Wie lässt sich ein Bürogebäude aus dem Bestand fit für die Zukunft machen? Die Revitalisierung des Bürogebäudes „B37“ in Unterhaching zeigt beispielhaft, wie energetische Sanierung, moderne Hochleistungsverglasungen und funktionierende Recyclingprozesse bei der Transformation des Gebäudebestands zusammenwirken. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet das Sonnenschutzglas COOL-LITE SKN 176 II und das Alt-Scherbenrecycling von Saint-Gobain Glass.

Nach jahrelangem Leerstand wird das ehemalige Verwaltungsgebäude der SportScheck GmbH in Unterhaching zukunftsfähig gemacht. Das Bestandsobjekt aus dem Jahr 1998 wird derzeit von Binnberg Architekturentwicklung umfassend saniert und bis Ende 2026 in einen modernen Büro- und Gesundheitsstandort verwandelt. Neben flexiblen Mieteinheiten, begrünten Dachterrassen und moderner Ausstattung steht die Erneuerung der Fassade im Mittelpunkt der Maßnahmen.

Sonnenschutzglas mit Kühlwirkung

Ein wichtiger Bestandteil der Sanierung ist der Austausch der Verglasung. Dafür wurden rund 2.200 Quadratmeter 3-fach Isolierglas eingebaut. Der Bauherr entschied sich für das Sonnenschutzglas COOL-LITE SKN 176 II von Saint-Gobain Glass, das vom CLIMAplusSECURIT Partner Amberger Glas verarbeitet wurde. Die Hochleistungsbeschichtung sorgt für einen wirksamen sommerlichen Wärmeschutz bei gleichzeitig hoher Lichttransmission. Dadurch bleiben die Innenräume auch an warmen Tagen angenehm kühl, der Energiebedarf für die Klimatisierung sinkt, der Nutzerkomfort steigt.

Geschlossener Stoffkreislauf für den Gebäudebestand von morgen

Bemerkenswert ist der nachhaltige Ansatz beim Fenstertausch: Die Architekten entschieden sich dafür, die vorhandenen Aluminium-Fenster zu erhalten und ließen ausschließlich die alte Zweifach-Verglasung auswechseln. Die Bestandsfenster wurden vor Ort überarbeitet und neu eingestellt. Durch dieses Vorgehen konnten die bereits verbauten Rahmen und Fensterflügel erhalten und der Eingriff in den Bestand minimiert werden. Lediglich punktuell wurden einige Altfenster gegen neue bodentiefe Fenster ausgewechselt. Eine spezielle Neuverglasung erhielt die bestehende Pfosten-Riegel-Fassade an der Südfassade. Die hier in die Isoliergläser integrierten PV-Module erzeugen künftig bis zu 37 Kilowattstunden Strom im Jahr.

Die alte 2-fach Verglasung und die wenigen ausgebauten Fenster wurden dem Recycling zugeführt. Altglas und Aluminiumprofile wurden dafür getrennt erfasst und über die Recyclingpartner in bestehende Stoffkreisläufe zurückgeführt. Die Altglasscherben gelangen über die Scherbenlogistik von Saint-Gobain Glass zurück in die Glasherstellung. Aus ehemaligen Fensterscheiben wird so erneut ein Rohstoff für neue Glasprodukte.

Modellprojekt für zirkuläres Bauen im Bestand

Das Projekt in Unterhaching verdeutlicht, welches Potenzial in der Sanierung von Bestandsgebäuden steckt: Durch den Einsatz leistungsfähiger Verglasungen, den Erhalt vorhandener Bauteile und die Rückführung von Altglas in den Produktionskreislauf werden Ressourcen geschont, CO₂-Emissionen reduziert und die Voraussetzungen für einen zukunftsorientierten Gebäudebestand geschaffen.