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An der A1 West Autobahn bei Völlerndorf schützt seit Oktober 2026 eine besondere Wand die Anwohnerinnen und Anwohner vor Verkehrslärm: Die ASFINAG hat gemeinsam mit der STRABAG AG und dem Unternehmen REEDUCE die erste Lärmschutzwand aus Schilf, Holz und Lehm in Betrieb genommen. Das Pilotprojekt zeigt, dass Lärmschutz und Umweltschutz Hand in Hand gehen können.
Natürliche Materialien statt herkömmlicher Baustoffe
Die neue Lärmschutzanlage erstreckt sich über rund einen Kilometer entlang der A1 und bedeckt eine Fläche von etwa 2.690 Quadratmetern. Jedes Element besteht aus einem Rahmen aus Thermoholz – also wärmebehandeltem Holz – einer Füllung aus Lehm sowie einer beidseitigen Abdeckung aus Schilf. Trotz der natürlichen Baustoffe erfüllt die Wand dieselben technischen Anforderungen wie herkömmliche Lärmschutzwände.
Errichtet wurden die Wände im Zuge der laufenden Instandsetzung der A1 zwischen St. Pölten und Völlerndorf. Dabei ersetzen sie bestehende Anlagen, die mehr als 20 Jahre im Einsatz waren.
Schilf vom Neusiedler See
Das verwendete Schilf stammt aus dem Raum Neusiedler See. Für den rund einen Kilometer langen Abschnitt wurden 4.000 Bund Schilf verarbeitet – das entspricht etwa 1,5 Prozent der gesamten österreichischen Schilfernte. Der Direktor des Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel betont den ökologischen Nutzen dieses Ansatzes: „Schilf ist ein nachwachsender Rohstoff. Aus Sicht des Naturschutzes trägt das Management zu einem gesunden Ökosystem bei und hilft, wertvolle Brut- und Rückzugsräume am Neusiedler See zu erhalten.“
Besonders für die sogenannten Sodalacken – die charakteristischen salzhaltigen Gewässer im Seewinkel – sei aktives Schilfmanagement unverzichtbar. Ohne gezielte Pflege würden diese wertvollen Lebensräume zuwachsen und verschwinden.
„Der Schutz der Menschen vor Verkehrslärm ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Infrastrukturpolitik. Deshalb investiert die ASFINAG laufend in wirksame Lärmschutzmaßnahmen und damit unmittelbar in die Lebensqualität der Anrainerinnen und Anrainer. Gleichzeitig setzen wir auf innovative und nachhaltige Lösungen von Solar-Lärmschutzwänden bis hin zu naturnahen Konstruktionen aus Schilf, wie hier bei St. Pölten. Denn moderne Infrastruktur muss beides leisten: Mobilität ermöglichen und die Lebensqualität der Menschen schützen.“—Bundesminister Peter Hanke
„Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, dass Nachhaltigkeit und leistungsfähige Infrastruktur Hand in Hand gehen können. Im Mittelpunkt steht für uns der Schutz der Anrainerinnen und Anrainer: Mit der neuen Anlage verbessern wir den Lärmschutz im Raum Völlerndorf. Gleichzeitig sammeln wir Erfahrungen mit einer Bauweise, die auf regionale Naturmaterialien setzt.“—ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl
„Mit dem ersten Autobahn-Kilometer unserer Lärmschutzwand aus Schilf, Thermoholz und Lehm erreichen wir einen wichtigen Meilenstein. Sie zeigt, dass Lärmschutz und Umweltschutz gemeinsam funktionieren.“—Birgit van Duyvenbode, CEO und Gründerin von REEDUCE
„Die Umsetzung der ersten Schilf-Lärmschutzwand ist für uns als STRABAG etwas Besonderes. Gemeinsam mit unseren Partner:innen bringen wir diese Innovation auf die Baustelle und zeigen, dass leistungsfähige Infrastruktur und ressourcenschonendes Bauen kein Widerspruch sind.“—Reinhard Tremmel, Projektleiter der STRABAG AG
Ein Pilotprojekt mit Vorbildwirkung
Das Projekt verbindet mehrere Ziele: Es schützt Anwohnerinnen und Anwohner wirksam vor Lärm, nutzt regionale und nachwachsende Rohstoffe und unterstützt gleichzeitig das Ökosystem am Neusiedler See. Die Wand ist zudem kreislauffähig – ihre Materialien lassen sich nach dem Ende der Nutzungsdauer wiederverwerten.
Das Pilotprojekt wurde gemeinsam von ASFINAG, STRABAG und REEDUCE umgesetzt. Die gewonnenen Erfahrungen sollen zeigen, ob und wie sich diese Bauweise künftig breiter einsetzen lässt – als Beitrag zu einer Infrastruktur, die Mobilität ermöglicht und die Natur schont.
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