Europäische Wohnimmobilienmärkte bieten attraktive Chancen

Angebotsmangel bleibt zentraler Renditetreiber
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
Robert van Dijk
Robert van Dijk
© "wilcovandijen.nl"/ a.s.r. real assets

Institutionelle Investoren finden in europäischen Wohnimmobilienmärkten weiterhin attraktive Anlagechancen. Zu diesem Befund gelangten Experten von a.s.r. real assets, CapMan Real Estate, KINGSTONE Residential Investments und Savills Investment Management im Rahmen eines gemeinsamen Webinars. Die betrachteten Märkte — Deutschland, Niederlande, Dänemark, Schweden und Spanien — eint ein struktureller Nachfrageüberhang bei gleichzeitig unzureichendem Wohnungsangebot. Das Ergebnis: steigende Mieten und stabile, positive Renditeperspektiven in allen fünf Ländern.

Nordics

In den skandinavischen Märkten verschärft sich das Angebotsdefizit spürbar.

„In den nordischen Märkten ist die Neubautätigkeit seit 2022 deutlich zurückgegangen und liegt heute weit unter dem tatsächlichen Wohnungsbedarf. Dadurch entsteht zusätzlicher Druck auf die Mietentwicklung. Wohnimmobilien gehören weiterhin zu den gefragtesten Assetklassen in Skandinavien. Besonders in den großen Metropolregionen sehen wir attraktive langfristige Wachstumsperspektiven.“
—Mikael Hjorth, Fund Director bei CapMan Real Estate

Niederlande

Auch der niederländische Markt verzeichnet eine strukturell hohe Nachfrage.

„Der niederländische Wohnungsmarkt profitiert von einer anhaltend hohen Nachfrage institutioneller Investoren. Die Mietentwicklung bleibt positiv, vor allem aufgrund der hohen Nachfrage nach bezahlbaren Mietwohnungen und der begrenzten Neubautätigkeit. Für langfristig orientierte institutionelle Investoren bietet der Markt deshalb weiterhin stabile und attraktive Ertragsperspektiven.“
—Robert van Dijk, Fund Director bei a.s.r. real assets

Deutschland

In Deutschland treffen hohe Baukosten, gestiegene Finanzierungskosten und regulatorische Anforderungen auf einen ungebrochen hohen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum.

„In Deutschland bleibt der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum hoch. Gleichzeitig erschweren hohe Baukosten, Finanzierungskosten und regulatorische Anforderungen die Schaffung neuer Wohnungen. Besonders geförderter und preisgebundener Wohnraum entwickelt sich deshalb zu einer eigenständigen und zunehmend attraktiven Assetklasse für institutionelle Investoren.“
—Simon Lieb, Managing Director bei KINGSTONE Residential Investments 

Spanien

Spanien weist unter den betrachteten Märkten einen besonders ausgeprägten Nachfrageüberhang auf.

„Spanien verzeichnet einen erheblichen Nachfrageüberhang. Jährlich entstehen deutlich mehr neue Haushalte als Wohnungen fertiggestellt werden. Langfristige Investitionen von institutionellen Investoren leisten einen wichtigen Beitrag, die Knappheit zu mildern. Aus Investorensicht sehen wir besonders attraktive Perspektiven neben Madrid auch in dynamischen Städten wie Valencia und Málaga.“
—Fernando Ramirez De Haro, Head of Spain & Portugal bei Savills Investment Management 

Geopolitik und Zinsschwankungen: Begrenzte Auswirkungen auf Wohnimmobilien

Geopolitische Unsicherheiten und kurzfristige Zinsschwankungen hinterlassen in den Wohnimmobilienmärkten bislang nur begrenzte Spuren. Die Assetklasse profitiert von ihren defensiven Eigenschaften sowie der strukturell hohen Nachfrage nach Wohnraum. Als größte Herausforderung identifizierten die Experten marktübergreifend die unzureichende Neubautätigkeit, die das strukturelle Angebotsdefizit weiter verschärft und mittelfristig den Mietdruck in allen betrachteten Märkten aufrechterhält.