Gemeinnütziger Wohnbau als starker Wirtschaftsmotor:

Neue Studie belegt hohe Wertschöpfung und stabilisierende Wirkung in Niederösterreich
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
Christian Rädler, Obmann der NÖ Landesgruppe der Gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV), Wohnbau-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, und Wolfgang Schwarzbauer, Leiter des Forschungsbereichs regionale Wirtschaftspolitik und Außenwirtschaft bei Eco Austria
Christian Rädler, Obmann der NÖ Landesgruppe der Gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV), Wohnbau-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, und Wolfgang Schwarzbauer, Leiter des Forschungsbereichs regionale Wirtschaftspolitik und Außenwirtschaft bei Eco Austria
© NLK Pfeffer

Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz wurde der erste Teilbericht der Studie „Gemeinnütziger Wohnbau in Niederösterreich“ präsentiert, der die ökonomischen Effekte und Wirkungen des gemeinnützigen Wohnbaus analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass gemeinnützige Bauvereinigungen (GBV) nicht nur sozialpolitisch, sondern auch wirtschaftlich eine zentrale Rolle spielen. Insbesondere die hohe regionale Wertschöpfung, starke Beschäftigungseffekte und die konjunkturstabilisierende Wirkung unterstreichen die Bedeutung kontinuierlicher Investitionen in den Wohnbau.

Am Montag, dem 23. März 2026, wurde im Cafe Korb der erste Teilbericht der Studie „Gemeinnütziger Wohnbau in Niederösterreich“ von Obmann Christian Rädler, GBV Landesgruppe Niederösterreich, Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, NÖ Landesregierung und Wolfgang Schwarzbauer, Leiter des Forschungsbereichs regionale Wirtschaftspolitik und Außenwirtschaft, Eco Austria vorgestellt.

Auftraggeber ist die GBV Landesgruppe Niederösterreich, gefördert wurde die Untersuchung aus Mitteln der NÖ Wohnbauforschung. Ziel der Studie ist es, die Bedeutung der Tätigkeit gemeinnütziger Bauvereinigungen mit fundierten Zahlen zu belegen – insbesondere hinsichtlich Wertschöpfung, Konjunkturstabilisierung und ihrer Funktion als sozialpolitisches Instrument.

 

Gemeinnütziger Wohnbau ist messbarer Wirtschaftsfaktor und stabilisiert die Bauwirtschaft

Die 28 gemeinnützigen Bauvereinigungen in Niederösterreich leisten gemeinsam rund 0,4 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Bundeslandes und sind damit ein klar messbarer Wirtschaftsfaktor. Zudem zeigt sich ein hoher Multiplikatoreffekt: Ein Euro Wohnbauförderung löst Investitionen von bis zu 4,3 Euro aus und generiert rund 1,6 Euro an Wertschöpfung in Niederösterreich.

„Der gemeinnützige Wohnbau in Niederösterreich wirkt als stabilisierender Faktor für Bauwirtschaft und regionale Strukturen. Unsere Analyse zeigt zugleich, wie sich diese Effekte transparent und nachvollziehbar quantifizieren lassen.“
—Studienleiter Wolfgang Schwarzbauer

Auch die sozial- und wirtschaftspolitische Dimension wurde hervorgehoben.

„Wohnbauförderung und gemeinnütziger Wohnbau sind zweifellos sozialpolitisch von großer Bedeutung, aber auch wirtschaftlich ein entscheidender Faktor – die vorliegenden Zahlen untermauern das deutlich. Die GBVs sichern über 5.100 Beschäftigungs-verhältnisse pro Jahr – von Maurer über Installateur, Elektriker und anderen Gewerken bis zu den Beschäftigten in den GBV’s selbst. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist es daher richtig und wichtig, auf Kontinuität im gemeinnützigen Wohnbau zu setzen. Im Jahr 2025 brachte die NÖ Wohnbauförderung dafür eine Rekordsumme von 952 Millionen Euro auf den Weg.“
—Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister betonte

 

40 Prozent der Wertschöpfung bleiben in Niederösterreich

Rund 75 Prozent der Wertschöpfung verbleiben in Österreich, knapp 40 Prozent direkt in Nieder-österreich. Besonders stark profitieren gewerblich geprägte Branchen mit hoher regionaler Verankerung. Die Beschäftigungseffekte sind gerade in kleinteiligen, arbeitsintensiven Gewerbestrukturen sehr hoch.

„Die GBV leben Regionalität aus Überzeugung – und das mit spürbarer Wirkung. Die Studie zeigt, dass ihre Wohnbautätigkeit besonders stark kleinstrukturierte Betriebe im Bau- und Baunebengewerbe stärkt. Damit sichern sie nicht nur Aufträge, sondern auch viele Arbeitsplätze direkt in der Region. So leisten sie zugleich einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität und regionalen Wertschöpfung. Wir brauchen nachhaltig hohe Investitionen in den gemeinnützigen Wohnbau. Die zweckgewidmete Verwendung der Mittel aus der Wohnbausteuer ist ein wesentlicher Baustein dafür. Außerdem setzen wir uns dafür ein, die Deregulierung und Beschleunigung von Verfahren weiter voranzutreiben, um leistbares Bauen zu ermöglichen.“
—Landesobmann Christian Rädler 

Die Studie ist in drei Teile gegliedert. Während der nun präsentierte erste Teilbericht die ökonomischen Effekte und Wirkungen analysiert, wird der zweite Teil – ein Vergleich wohnpolitischer Instrumente – im zweiten Quartal 2026 erwartet. Der dritte Teil widmet sich den Auswirkungen der Sanierungstätigkeit auf Energiekosten, wobei hier die Datenlage aktuell noch herausfordernd ist.