Haushalte setzen vermehrt auf Wertpapiere im Vermögensaufbau

Das finanzielle Vermögen der österreichischen Haushalte erreichte mit 968,6 Mrd. Euro 2025 einen neuen Höchststand
Michael Neubauer
Michael Neubauer
Haushalte setzen vermehrt auf Wertpapiere im Vermögensaufbau
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Das netto verfügbare Einkommen der österreichischen Haushalte wuchs 2025 nominell moderat (1,1 %) und ging real leicht zurück (-1,6 %), während die Sparquote mit 9,9 % weiterhin über dem Vorkrisenniveau lag.

Das finanzielle Vermögen der österreichischen Haushalte erreichte mit 968,6 Mrd. Euro einen neuen Höchststand, wobei die finanziellen Investitionen zunehmend von Wertpapieren getragen wurden. 

In Summe erreichten die Wertpapierinvestitionen 2025 mit +13,6 Mrd. Euro nicht nur einen neuen Höchstwert, sondern stellten auch die wichtigste Komponente der Finanzinvestitionen dar und übertrafen damit erneut deutlich den Beitrag der Einlagen zum Vermögensaufbau. Die Wertpapierinvestitionen wurden dabei maßgeblich von Investmentfonds sowie weiterhin hohen Zuflüssen in verzinsliche Wertpapiere getragen.

Seit 2020 ist eine deutliche Ausweitung der Wertpapierinvestitionen privater Haushalte zu beobachten. Die gesamten Nettoinvestitionen in Wertpapiere stiegen von +3,4 Mrd. Euro (2020) auf +9,0 Mrd. Euro (2021) und weiter auf über +10 Mrd. Euro in den Jahren 2022 bis 2024.

Diese Entwicklung wurde zunächst vor allem von der Veranlagung in Investmentfonds dominiert, die insbesondere 2021 mit +9,6 Mrd. Euro sehr hohe Zuflüsse verzeichneten. In den Folgejahren blieb diese Anlageform die wichtigste Komponente, wenngleich mit zwischenzeitlich geringerer Dynamik, bevor sie 2025 wieder an Bedeutung gewann.

Parallel dazu kam es ab der Zinswende 2022 zu einer markanten Trendänderung bei verzinslichen Wertpapieren: Nach jahrelangen Abflüssen wurden diese mit dem erhöhten Zinsniveau wieder verstärkt nachgefragt (2022: +2,3 Mrd. Euro; 2023: +6,7 Mrd. Euro; 2024: +6,4 Mrd. Euro, 2025: +5,8 Mrd. Euro). Im Frühjahr 2024 wurden außerdem erstmals Bundesschatzscheine der Republik Österreich emittiert und seither von Haushalten stark nachgefragt: Etwa die Hälfte der seit 2024 gekauften verzinslichen Wertpapiere machen Bundesschatzscheine aus. Seit dem ersten Quartal 2024 beliefen sich die Zukäufe von Bundesschatzscheinen im Mittel auf 0,8 Mrd. Euro pro Quartal. In etwa ein Viertel dieser Transaktionen machen Zukäufe von grünen Bundesschatzscheinen aus, womit ausschließlich nachhaltige Projekte des Staates finanziert werden.

Im Jahr 2025 gab es erneut hohe Netto-Zukäufe von Wertpapieren, wobei sich die Struktur der Investitionen erneut verschob. Ausschlaggebend für die hohen Nettoinvestitionen in Wertpapiere war insbesondere der deutliche Anstieg bei Investmentfonds (+7,6 Mrd. Euro), die damit wieder zur wichtigsten Wertpapier-Anlagekategorie wurden. Österreichische Haushalte halten Ende 2025 insgesamt 117,9 Mrd. Euro an Investmentfondsanteilen. Davon sind 65 Mrd. Euro (55 %) bei inländischen und 52,9 Mrd. (45 %) bei ausländischen Investmentfonds veranlagt. Ähnlich wie auch bei der Veranlagung in Bundesschatzscheine sind den österreichischen Haushalten Investitionen in nachhaltige Finanzprodukte wichtig: 55 % der im inländischen Investmentfondsanteilen sind nachhaltig zertifiziert.