In drei Monaten vom Industrieareal zum Logistik-Hub

Das Projekt in Alsdorf zeigt, dass auch ohne zusätzliche Flächenversiegelung Logistikstandorte entstehen können
Dagmar Gordon
Dagmar Gordon
Die Befüllung der Logistikanlage hat begonnen Die Mengen werden nun im Ramp-up schrittweise erhöht.
Die Befüllung der Logistikanlage hat begonnen Die Mengen werden nun im Ramp-up schrittweise erhöht.
© ID Logistics

Das neue Logistikzentrum von ID Logistics Germany im Großraum Aachen (Alsdorf) hat Anfang August 2026 termingerecht nach nur dreimonatiger Umrüstzeit seinen operativen Betrieb aufgenommen. Von dem zentral gelegenen Standort im Dreiländereck Deutschland-Niederlande-Belgien steuert der Kontraktlogistiker für einen führenden E-Commerce-Händler die Versorgung von dessen Fulfillment- und Distributionszentren. 

„Die Befüllung der Logistikanlage hat begonnen. Die Mengen werden nun im Ramp-up schrittweise erhöht. in der Spitze werden in der multifunktionalen Immobilie täglich bis zu 50.000 Pakete umgeschlagen sowie ein- oder ausgelagert.“ 
— Leif Venus, Director Last Mile & Specialized E-Commerce bei ID Logistics und gibt einen Ausblick

Der Hochlauf folgt konsequent den Anforderungen und der Taktung des Kunden. Vorgesehen ist, die insgesamt acht Hallen mit einer Gesamtfläche von 72.800 m² in vier Abschnitten bis zum zweiten Quartal 2027 in den Vollbetrieb zu überführen.

„Das Besondere an diesem Projekt ist, dass wir ein bereits genutztes Industrieareal innerhalb kürzester Zeit revitalisiert und gezielt weiterentwickelt haben. Dadurch konnte die Immobilie bedarfsgerecht einem neuen Nutzungskreislauf zugeführt werden. Alsdorf zeigt, dass durch intelligente Planung auch ohne zusätzliche Flächenversiegelung zukunftsfähige Logistikstandorte entstehen können.“
—Robin Otto, CEO von ID Logistics Germany

Ein weiterer Vorteil der Bestandsentwicklung liegt in den kurzen und verlässlichen Realisierungszeiten. Im Vergleich zu einem Neubau ist die Inbetriebnahme weniger stark vom Baufortschritt abhängig. In Alsdorf startete der operative Betrieb auf den Tag genau wie terminiert am 4. August 2026. Der technische und intralogistische Ausbau wird parallel zum Ramp-up fortgeführt.

„Nach unserer Einschätzung lassen sich Entwicklungszeiten bei Bestandsimmobilien gegenüber klassischen Neubauprojekten häufig um 70 bis 90 Prozent reduzieren“, konkretisiert Otto. 

Das Lagerkonzept für den zeitsensitiven Online-Handel verbindet Kapazitäten für unpalettierte und palettierte Waren. ID Logistics Germany investierte dafür unter anderem in Hochregal- und Schmalgangsysteme, Stapler sowie ergänzende Fördertechnik. Eine zentrale Rolle übernehmen 45 spezielle Flurförderzeuge, sogenannte Man-up-Trucks. Bei diesen Fahrzeugen wird die Bedienperson gemeinsam mit der Fahrerkabine angehoben und kann Waren dadurch direkt aus hoch gelegenen Regalfächern kommissionieren. Die digitale Steuerung und Überwachung der Lagerbewegungen erfolgen über das Warehouse-Management-System. Die direkte Systemintegration schafft durchgängige Transparenz entlang der Prozesskette und unterstützt eine effiziente Bestandsführung. 

Der Inbetriebnahme ging eine dreiwöchige Testphase voraus. In dieser Zeit wurden unter anderem die Einlagerungsstrategien, die Überwachung der Füllgrade sowie sämtliche Prozessschritte vom Lkw-Handling über Warenannahme und Qualitätsprüfung bis hin zur finalen Positionierung der Artikel unter realen Bedingungen erprobt und in standardisierte Abläufe überführt. Parallel zum operativen Hochlauf wird auch das Team am Standort schrittweise erweitert. Derzeit beschäftigt ID Logistics in Alsdorf rund 65 Mitarbeitende. Mit der sukzessiven Inbetriebnahme weiterer Hallen soll die Zahl der Arbeitsplätze final auf insgesamt rund 300 steigen.