Kaufkraft in Österreich 2026:

Starker Zuwachs in Salzburg, schwache Entwicklung in Kärnten und Wien
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
Kaufkraft in Österreich 2026:
© RegioData Research GmbH

Die durchschnittliche Kaufkraft in Österreich zeigt auch 2026 eine insgesamt positive Entwicklung. Gleichzeitig verändern sich langfristig die regionalen Unterschiede: Während wirtschaftsstarke Regionen ihr hohes Niveau halten, verzeichnen insbesondere ländliche Gebiete überdurchschnittliche Zuwächse und holen allmählich auf.

Bundesländer 2026 im Vergleich: Stabile Rangordnung bei leichten Annäherungen

Die nominelle Kaufkraft der Wohnbevölkerung ist in allen Bundesländern in den vergangenen Jahren gestiegen, die Unterschiede im Niveau bleiben jedoch bestehen. An der Spitze liegt Salzburg mit 30.954 Euro pro Einwohner, gefolgt von Niederösterreich (30.476 Euro) und Oberösterreich (29.669 Euro). Auch Vorarlberg (29.595 Euro) und Tirol (29.525 Euro) liegen im oberen Bereich.

Im Mittelfeld befinden sich Burgenland (29.039 Euro) und Steiermark (28.492 Euro), während Wien (28.239 Euro) und Kärnten (27.987 Euro) unter dem österreichweiten Durchschnitt liegen.

Insgesamt zeigt sich, dass wirtschaftsstärkere Bundesländer weiterhin ein höheres Kaufkraftniveau aufweisen. Gleichzeitig konnten insbesondere Bundesländer mit niedrigerem Ausgangsniveau in den vergangenen Jahren stärker aufholen, wodurch es zu einer leichten Annäherung kommt – bei weiterhin klar erkennbaren Unterschieden

Auffällig ist insbesondere die Entwicklung Wiens: Die Bundeshauptstadt zeigt den deutlich stärksten relativen Rückgang im Beobachtungszeitraum. Damit verliert Wien im Vergleich zuanderen Bundesländern an Position. Die Gründe liegen unter anderem in einer höheren Arbeitslosigkeit, Zuzug kaufkraftschwächerer Personengruppen und einer verstärkten Pensionierungswelle der „Boomer“.

Demgegenüber zeigen mehrere Bundesländer eine überdurchschnittlich dynamische Entwicklung. Besonders hervorzuheben sind Tirol, Burgenland und Kärnten, die im langfristigen Vergleich die stärksten Zugewinne verzeichnen. Auch Salzburg entwickelt sich überdurchschnittlich gut und hat wieder die Spitzenposition erreicht.

Insgesamt deutet die Entwicklung auf eine leichte Verschiebung der Kaufkraftdynamik hin: Während westliche und südliche Bundesländer sowie strukturschwächere Regionen teilweisestärker aufholen, verlieren klassische Zentren wie Wien relativ an Dynamik.

Deutlicher werden die Unterschiede auf der Ebene der Gemeinden. Das Gefälle ist hier nach wie vor außerordentlich hoch.

Die Analyse der kaufkraftstärksten und -schwächsten Gemeinden verdeutlicht die Spannweite innerhalb Österreichs. Auf Gemeindeebene zeigt sich die Spannweite der Kaufkraft besonders deutlich. Die höchsten Pro-Kopf-Werte werden 2026 in Wien (1. Bezirk) mit 46.826 Euro erreicht, gefolgt von Lech (41.201 Euro), Gießhübl (40.869 Euro), Bisamberg (40.815 Euro) und Ischgl (40.696 Euro). Diese Gemeinden profitieren von einer starken wirtschaftlichen Struktur sowie, insbesondere im Fall von Tourismus- und Umlandgemeinden, von überdurchschnittlichen Einkommen.

Am unteren Ende des Rankings liegen vor allem kleinere, strukturschwächere Gemeinden.

Die geringste Kaufkraft weist Innervillgraten mit 18.957 Euro auf, gefolgt von Preitenegg (19.528 Euro), Lassing (19.615 Euro), Opponitz (19.618 Euro) und Sankt Georgen ob Judenburg (19.753 Euro).

Insgesamt zeigt sich ein deutliches Gefälle: Zwischen den kaufkraftstärksten und -schwächsten Gemeinden liegt eine Differenz von rund 28.000 Euro pro Einwohner! Diese Spannweite unterstreicht die weiterhin ausgeprägten regionalen Unterschiede innerhalb Österreichs.

Fazit: Dynamik verlagert sich – Aufholprozess setzt sich fort

Die Kaufkraft in Österreich steigt insgesamt weiter – wenn auch im letzten Jahr nur sehr verhalten. Sie entwickelt sich regional jedoch unterschiedlich dynamisch. Während wirtschaftsstarke Bundesländer ihr hohes Niveau weitgehend halten, zeigen insbesondere mehrere Bundesländer sowie ländliche Regionen überdurchschnittliche Zugewinne und holen im langfristigen Vergleich auf.

Insgesamt deutet die Entwicklung auf eine leichte Annäherung der regionalen Kaufkraftniveaus hin. Die Unterschiede bleiben bestehen, werden jedoch durch unterschiedliche Wachstumsraten zunehmend relativiert. Die Dynamik verlagert sich damit teilweise weg von den klassischen Zentren hin zu anderen Regionen Österreichs. Während wirtschaftsstarke Regionen ihre Position behaupten, gewinnen ländliche Gebiete zunehmend an Bedeutung und holen gegenüber urbanen Zentren auf