Die neue Plattform bietet zentrale Werkzeuge der Kreislaufwirtschaft kostenlos an: von umfangreichen Produktdaten über Ökobilanzierung und Zirkularitätsbewertung bis hin zur digitalen Bestandsaufnahme.
Die Plattform richtet sich an Akteur:innen entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Bauens, von Planung und Ausführung über Herstellung und Bauherr:innen bis hin zu Lehre und Forschung. So können auch Studierende den kostenfreien Zugang nutzen. Dabei folgt Madaster seiner Vision, Kreislaufwirtschaft breitenwirksam und praxisnah nutzbar zu machen.
„Die Ziele für eine zirkuläre Bauwirtschaft sind da – was fehlt, ist oft das Wissen, wie man beginnt“, sagt Werner Weingraber, Geschäftsführer von Madaster Österreich. „Madaster Free senkt die Einstiegshürden für jeden: Mit realen Projekten unserer Partnerunternehmen, klaren Tools und kostenlosen Schulungen wird Kreislaufwirtschaft erlebbar und praktisch anwendbar.“
Circularity Leader: Praxispartner machen Kreislaufwirtschaft anwendbar
14 führende Unternehmen aus allen Bereichen der Bauwertschöpfung begleiten die Plattform als Circularity Leader. Als Praxispartner von Madaster Free bringen sie reale Referenzprojekte, Daten und kostenlose Schulungsangebote ein und machen Kreislaufwirtschaft damit in der Praxis anwendbar.
Fünf dieser Circularity Leader werden im Folgenden exemplarisch vorgestellt und stehen für zentrale Stakeholder-Gruppen der Bau- und Immobilienwirtschaft.
Bauunternehmen: PORR Group
In der PORR Gruppe, insbesondere in der Tochtergesellschaft pde Integrale Planung, wird Madaster gezielt eingesetzt, um digitales und zirkuläres Bauen entlang des gesamten Projektlebenszyklus zu ermöglichen. Die Plattform dient insbesondere der Variantenbetrachtung und macht die Auswirkungen unterschiedlicher Material- und Konstruktionsentscheidungen transparent.
Clemens Neubauer, technischer Geschäftsführer der pde Integrale Planung, erklärt: „In Kombination mit digitalen, BIM-basierten Gebäudemodellen ermöglicht Madaster eine präzise Erfassung und Bewertung von Nachhaltigkeitskennwerten und schafft eine belastbare Grundlage für Berichterstattung, Zertifizierungen und fundierte Entscheidungen.“
Bauherr: BILLA
Als Bauherr nutzt BILLA, ein Unternehmen der REWE Group, Madaster zur systematischen Erfassung von Materialdaten und zur Erstellung digitaler Materialpässe. Ein prominentes Beispiel ist die BILLA-Filiale in der Pilotengasse in Wien, bei der alle verbauten Materialien digital dokumentiert und hinsichtlich Recyclingfähigkeit und CO₂-Fußabdruck bewertet wurden. Stefan Pany, Technischer Direktor bei REWE, dazu: „Madaster ermöglicht uns bei Projekten wie der BILLA-Filiale in der Pilotengasse eine effiziente, digitale Erfassung von Materialdaten und vereinfacht damit die Ökobilanzierung – ein entscheidender Schritt für nachhaltiges Bauen.“
Die zentrale Datenplattform erleichtert zudem die Zusammenarbeit mit Planungs-, Beratungs- und Ausführungspartnern und schafft Transparenz über den gesamten Lebenszyklus der Filiale.
Hersteller: MABA Fertigteilindustrie GmbH
Die MABA Fertigteilindustrie GmbH, Tochter der Kirchdorfer Gruppe, nutzt Madaster zur Hinterlegung von Produkt- und Umweltdaten, Zirkularitätsanalysen und Lebenszykluskennzahlen. Damit können Kund:innen bereits in frühen Planungsphasen Variantenvergleiche durchführen – etwa nach CO₂-Bilanz, Trennbarkeit oder Wiederverwendbarkeit. Ein zentrales Thema ist dabei Track & Trace: Die Rückverfolgbarkeit von Produkten über den gesamten Lebenszyklus hinweg – eine Voraussetzung für Rückbau, Wiederverwendung und künftige Rohstoffmärkte.
„Madaster hilft unseren Kundinnen und Kunden, die Transparenz über Umweltwirkungen und Zirkularität unserer Produkte deutlich zu erhöhen und vergleichbar zu machen“, sagt Gerald Lanz, Leiter von Produktmanagement und Forschung & Entwicklung bei MABA.
Planung und Beratung: iC group
Als interdisziplinäre Planungs- und Beratungsgruppe nutzt die iC group Madaster als integralen Bestandteil ihrer BIM-basierten Nachhaltigkeitsstrategie. Die digitale Erfassung von Materialdaten, Zirkularitätskennzahlen und Ökobilanzen ermöglicht es, Umweltauswirkungen bereits in frühen Planungsphasen systematisch zu bewerten und projektübergreifend vergleichbar zu machen.
Lucas Artner, Partner der iC group, erklärt: „Unsere Erfahrung zeigt: Madaster lässt sich nahtlos in unsere BIM-Prozesse integrieren und schafft eine gemeinsame Datenbasis für Zirkularitätsbewertung und Dekarbonisierung.“
Forschung und Lehre: Anna-Vera Deinhammer
Anna-Vera Deinhammer, Vizepräsidentin des Circular Economy Forum Austria und Stiftungsprofessorin für Sustainable Real Estate Development an der FH Wien der WKW, sieht in der Öffnung der Plattform einen wichtigen Schritt: „Circular Economy im Bauwesen braucht digitale Werkzeuge – aber vor allem wissenschaftlich fundiertes Wissen. In unserem Forschungsprojekt KRAISBAU entwickeln wir gemeinsam mit über 30 Partnern Methoden für digitale Materialpässe und KI-gestützte Kreislaufwirtschaft. Die Öffnung von Madaster für Hochschulen ermöglicht Studierenden, mit realen Gebäudedaten zu arbeiten und die Zusammenhänge zwischen CO₂-Bilanzierung, Materialkreisläufen und Immobilienwert nicht nur anzuwenden, sondern kritisch zu bewerten.“
Dank Madaster Free können Studierende nun praktisch erlernen, wie digitale Materialpässe funktionieren und welche Rolle sie für die langfristige Wertsicherung von Immobilien spielen.
Kostenlose Online-Schulungen
Verschiedene Themen der Kreislaufwirtschaft gewinnen im Zuge europäischer Regulatorik und neuer Anforderungen an Bedeutung. Genau hier setzt Madaster Free ebenfalls an: Ab Ende Februar 2026 startet Madaster eine Reihe kostenfreier Online-Webinare zu konkreten Anwendungsfällen.
Anmeldungen für diese Webinare sowie weitere Informationen zu Madaster und Madaster Free finden sich auf www.madaster.at/webinare.
14 Circularity Leader zum Start von Madaster Free
ATP sustain, BILLA, einzuseins Architektur, Holcim, iC consulenten, IG Immobilien, IKK Group, Knauf, MABA Fertigteilindustrie, pde Integrale Planung und PORR, Vasko+Partner, WICONA, Wienerberger und Würth. Diese führenden Unternehmen werden laufend um weitere Partnerunternehmen ergänzt.