Männer bleiben länger im Elternhaus als Frauen

Jeder vierte 25- bis 29-Jährige lebt bei den Eltern
Michael Neubauer
Michael Neubauer
Männer bleiben länger im Elternhaus als Frauen
© ImmoFokus

Mehr als ein Viertel (26 %) der Bevölkerung in österreichischen Privathaushalten im Jahr 2025 lebt mit einem oder beiden Elternteilen in einem Haushalt. Berechnungen von Statistik Austria auf Basis der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung zeigen, dass die meisten mit Mitte 20 den elterlichen Haushalt verlassen.

„In Österreich ziehen die meisten jungen Erwachsenen mit Mitte 20 aus dem Elternhaus aus. Im Jahr 2025 lebten rund 97 % der 15- bis 19-Jährigen bei einem oder beiden Elternteilen, bei den 25- bis 29-Jährigen war es jeder Vierte. Bei den über 30-Jährigen sehen wir deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So wohnten in diesen Altersgruppen deutlich mehr Männer als Frauen bei ihren Eltern“, so 
—Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria

Auszug aus dem Elternhaus meist mit Mitte 20

Bei Kindern bis 14 Jahren lebten 2025 mehr als 99,8 % gemeinsam mit einem oder beiden Elternteilen im Haushalt. Auch bei den 15- bis 19-Jährigen war dies mit 96,5 % nahezu immer der Fall. In den 10 Lebensjah-ren danach ziehen die meisten von zuhause aus. Dabei nimmt der Anteil der Frauen, die ohne eigenen Partner oder Kinder im Elternhaus leben, deutlich schneller ab als der der Männer. Lebten 2025 insgesamt 62,5 % der 20- bis 24-Jährigen bei Ihren Eltern, waren es bei Männern 67,0 %, bei Frauen jedoch nur 57,8 %. Im Zeitvergleich zeigen sich hier in den vergangenen 20 Jahren gegenläufige Entwicklungen. Insgesamt ist der Anteil der 20- bis 24-Jährigen, die im Elternhaus leben, zwischen 2005 und 2025 geringfügig von 61,9 % auf 62,5 % angestiegen. Dabei zeigt sich ein Rückgang bei Männern von 4,6 Prozentpunkten (von 71,6 % auf 67,0 %) und ein Anstieg bei den Frauen um 5,6 Prozentpunkte (von 52,1 % auf 57,8 %).

Nur ein Viertel der 25- bis 29-Jährigen lebten 2025 bei ihren Eltern (23,7 %). In den vergangenen 20 Jahren hat dieser Anteil deutlich abgenommen (2005: 26,7 %). Im Detail zeigt sich bei Männern ein Rückgang um 6,1 Prozentpunkte (2005: 35,9 %, 2025: 29,8 %), bei Frauen blieb der Anteil mit 17,4 % dagegen stabil.

Ab dem 30. Lebensjahr lebt nur noch ein kleiner Teil der Männer und Frauen – 10 % und mit steigendem Alter immer weniger – im Elternhaus. Die Anteile in diesen Altersgruppen haben sich in den vergangenen 20 Jahren nur wenig verändert. Bei den 30- bis 34-Jährigen gab es einen geringfügigen Anstieg von 9,8 % auf 10,3 %, der im Wesentlichen auf eine Zunahme bei Frauen zurückzuführen war. Generell sind in der Altersgruppe zwischen 30 und 44 Jahren die Anteile von Männern, die bei Eltern leben, in den letzten 20 Jahren gesunken, jene der Frauen dagegen angestiegen.

Immer mehr Personen über 44 Jahren leben bei ihren Eltern

Ab dem 45. Lebensjahr zeigt sich dagegen sowohl bei Männern als auch bei Frauen in den vergangenen 20 Jahren eine recht deutliche Zunahme der Personen, die bei ihren Eltern leben. Ihre Zahl stieg von 37 300 über 44-Jährigen (25 900 Männer und 11 400 Frauen) im Jahr 2005 auf 66 900 (45 100 Männer und 21 800 Frauen) im Jahr 2025. Damit lebten 2005 1,1 % aller über 44-Jährigen in Privathaushalten im Elternhaus, bis 2025 erhöhte sich der Anteil auf 1,5 %. Bei Männern stieg der Anteil deutlicher als bei Frauen, wenngleich sich die Zahl bei Frauen nahezu verdoppelte.