Der deutsche Logistikimmobilienmarkt schließt 2025 mit einem historischen Tiefstand an Neubauprojekten. Nach Auswertung der eigenen Researchdaten vermeldet das ganzheitliche Beratungsunternehmen Logivest für 2025 den Baustart von insgesamt rund 3,4 Millionen Quadratmetern Logistikneubaufläche. Zeitpunkt der Messung ist dabei stets der Spatenstich. Damit verzeichnet der Markt etwa eine Million Quadratmeter – sprich knapp ein Viertel – weniger Neubauvolumen als 2024. Stärkstes Quartal ist mit gerade mal rund 955.000 Quadratmetern das dritte Quartal.
„Dass wir unter vier Millionen Quadratmetern liegen, dürfte nur wenige überraschen. Im Gegenteil: Die Deutlichkeit entspricht der aktuellen Stimmungslage des Marktes: Alles ist „on hold“. Die wirtschaftliche und politische Gemengelage spiegelt sich – aller Resilienz zum Trotz – auch auf dem Logistikimmobilienmarkt wider.“—Kuno Neumeier, CEO der Logivest
Mit rund 70.000 Quadratmetern, verteilt auf insgesamt drei Hallen, ist der VGP Park in Bernau bei Berlin das größte Projekt des vergangenen Jahres. Die Flächen sind flexibel gestaltbar. Mit einer Dach PV-Anlage, E-Ladestationen sowie möglichen Dach- und Fassadenbegrünungen liegt der Fokus klar auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Rang zwei belegt ein built-to-suit Projekt der Logad GmbH für den Schweizer Onlinehändler Galaxus. Der rund 65.000 Quadratmeter große, nachhaltige Logistikneubau entsteht im Dreiländereck in Neuenburg am Rhein. In Langenau in der Logistikregion Schwaben realisiert die Dietz AG einen neuen circa 63.000 Quadratmeter umfassenden Logistikstandort für die Winkler Unternehmensgruppe. Der als nachhaltiges europäisches Zentrallager konzipierte Neubau ist das drittgrößte Projekt des vergangenen Jahres und katapultiert die Region auch erstmalig in die Top drei Logistikregionen.
Schwaben überrascht, Leipzig rutscht ab
Mit rund 310.000 Quadratmetern schiebt sich Duisburg/Niederrhein 2025 wieder an die Spitze der deutschen Logistikregionen. Auf dem zweiten Rang behauptet sich – wie bereits 2024 – die Kölner Bucht mit gut 250.000 Quadratmetern. Eine Überraschung zeigt sich hingegen auf dem dritten Platz. Mit circa 240.000 Quadratmetern schafft es die Logistikregion Schwaben erstmals in die Top drei. Ausschlaggebend für die gute Platzierung ist – neben dem bereits erwähnten Projekt in Langenau – der Logistikpark von Frasers Property Industrial in Günzburg. Drei Hallen mit insgesamt rund 50.000 Quadratmetern sollen hier bis 2026 entstehen.
Aber auch Berlin/Brandenburg tastet sich 2025 mit rund 230.000 Quadratmetern wieder an die Spitze. Vor allem rund um das Tesla Werk in Grünheide ist viel Bewegung und so belegt die Region nach dem Abstieg 2024 nun zumindest wieder Rang vier.
Während sich die Region damit von Rang 16 hocharbeitet, bewegt sich der einstige Champion Leipzig/Halle eher in die entgegengesetzte Richtung. Mit gerade einmal 100.000 Quadratmetern Neubauvolumen schafft es die Region gerade noch in die Top Ten. Generell liegen 2025 über die Hälfte der insgesamt 24 Top-Logistikregionen unter einem Volumen von 100.000 Quadratmetern. Ein klares Zeichen dafür, dass der Fokus vielerorts eher auf den Bestandsbauten beziehungsweise der Eliminierung der Leerstände liegt.
Projektpipeline stimmt positiv
Trotzdem zwischenzeitlich einige bereits geplante Neubauprojekte abgesagt wurden, ist die Pipeline mit rund 14,8 Millionen Quadratmetern höher als in den vergangenen Jahren. Hier schafft es neben Berlin/Brandenburg auch Leipzig/Halle mit über einer Million Quadratmeter projektierter Neubaufläche in die Top drei. Auf einem noch höheren Niveau bewegt sich Duisburg/Niederrhein, das vor allem durch sein hohes Brownfield-Potenzial überzeugt.
„Was wir brauchen – das zeigen die aktuellen Zahlen mehr als deutlich – ist ein klares, positives Signal aus der Wirtschaft. Denn die Projektentwickler und Investoren stehen schon in den Startlöchern und der ganze Markt wartet gefühlt nur auf den Startschuss.“—Kuno Neumeier
Die gesamte Erhebung zum Neubauvolumen 2025 wird im Logistikimmobilien Seismographen der Logivest zusammengefasst und kann voraussichtlich ab Ende Februar 2026 kostenfrei heruntergeladen werden: https://www.logivest.de/infocenter/seismograph