Montag und Freitag sind beliebteste Home-Office-Tage

Mehr als die Hälfte der Befragten rät Jüngeren zu mehr Präsenz
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
Neue Balan Luftbild Ansicht Ost
Neue Balan Luftbild Ansicht Ost
© Allgemeine Südboden

Montag und Freitag sind mit Abstand die unbeliebtesten Tage für den Gang ins Büro. Das zeigt eine Umfrage der Allgemeinen SÜDBODEN unter rund 8.500 Mitarbeitenden der auf dem Campus Neue Balan in München ansässigen Unternehmen. Der Erhebungszeitraum erstreckte sich vom 2. Februar bis zum 16. März 2026. Die Ergebnisse liefern nicht nur ein präzises Bild des Präsenzverhaltens, sondern auch Hinweise auf veränderte Anforderungen an Büroflächen.

Dienstag und Donnerstag führen die Präsenzstatistik an

Den höchsten Anteil an Vor-Ort-Mitarbeitenden verzeichnet der Dienstag mit 85,3 Prozent, gefolgt vom Donnerstag mit 84,6 Prozent. Am Mittwoch sind 83,1 Prozent der Befragten auf dem Campus anzutreffen — ein nur geringfügig niedrigerer Wert. Deutlich abgeschlagen folgen Montag mit 53,7 Prozent und Freitag mit lediglich 39,0 Prozent Vor-Ort-Präsenz. Dieses Muster tritt laut Umfrage bei kleineren, mittelgroßen und großen Unternehmen gleichermaßen auf.

Lerneffekt und Karrierechancen: Das Büro behält seinen Vorsprung

Mehr als drei Viertel der Befragten (78,3 Prozent) stimmen der Aussage zu, dass sie im Büro durch Austausch, Beobachtung und Mentoring mehr lernen als im Home-Office. Etwas mehr als die Hälfte (52,2 Prozent) ist der Meinung, dass sich vor allem jüngere Kolleginnen und Kollegen ihre Karriere verbauen, wenn sie zu viel im Home-Office arbeiten. 13 Prozent lehnen diese Einschätzung hingegen vollständig ab; 16,7 Prozent äußern dazu keine Meinung.

Insgesamt geben 72,2 Prozent der Befragten an, in der Regel an drei oder mehr Tagen pro Woche in Präsenz zu arbeiten. Davon entfallen 29,8 Prozent auf drei Präsenztage, 19,9 Prozent auf vier Tage und 22,5 Prozent auf alle fünf Arbeitstage.

Kritik am Home-Office-Verhalten wächst

Die Umfrage fördert auch eine bemerkenswerte Unzufriedenheit zutage: 53,7 Prozent der Teilnehmer sind der Meinung, dass einige Kolleginnen und Kollegen es mit dem Home-Office übertreiben und öfter ins Büro kommen sollten. Als optimales Modell sehen 43,9 Prozent der Befragten zwei Home-Office-Tage pro Woche — dieser Wert erzielt die anteilsmäßig größte Zustimmung.

Implikationen für die Büroflächennachfrage

„Ein Arbeitsmodell mit Präsenz- und Home-Office-Tage verbindet die Interessen von Mitarbeitern und Unternehmen am besten. Für uns als Vermieter bedeutet das, dass vor allem Büros mit einer flexiblen Mischung aus klassischen Arbeitsplätzen und Begegnungsflächen beziehungsweise Meetingräumen besonders nachgefragt sind.“
—Bettina Krause, Leiterin Vermietung bei der Allgemeinen SÜDBODEN

Die Nachfrage verlagert sich damit strukturell in Richtung multifunktionaler Flächen, die sowohl konzentriertes Arbeiten als auch kollaborative Nutzung ermöglichen — ein Befund, der sich mit der beobachteten Präsenzverteilung über die Wochentage deckt.