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NEOS Wien/Arapović: Hitzebremse in Wien - Stadtentwicklung als Teil der Lösung

Während die Hitzewelle Österreich fest im Griff hat, dreht sich die politische Debatte oft nur um die kurzfristigen Maßnahmen.
Dagmar Gordon
Dagmar Gordon
Baumit Begrünte Fassade
Baumit Begrünte Fassade
© 4Max/Shutterstock

NEOS-Klubobfrau und Stadtplanungssprecherin Selma Arapović mahnt zum verantwortungsvollen Umgang mit unserem Boden.

Österreichweit werden täglich neun Fußballfelder verbaut und asphaltiert. Jeder versiegelte Quadratmeter Boden verliert seine Funktion als Wasserspeicher, Hitzepuffer und Lebensraum. Klubobfrau Selma Arapović: „Bodenschutz ist vor allem eine Aufgabe der Raumplanung. Entsiegelung, Bauen im Bestand und die vorrangige Entwicklung von brachliegenden Flächen sowie der Schutz wertvoller Naturräume machen Städte widerstandsfähiger gegen Hitze, Starkregen und die Folgen der Klimakrise.“

In Österreich liegt ein wesentliches Problem in der zersplitterten Kompetenzverteilung. „Gemeinden stehen im Wettbewerb um Kommunalsteuern und Einwohnerinnen und Einwohner. Das führt dazu, dass grüne Wiesen für neue Wohn- und Gewerbegebiete geopfert werden, wenn klare Siedlungsgrenzen fehlen. Durch die Sonderrolle Wiens als Land und Gemeinde gleichzeitig, zeigen wir vor, wie eine gut abgestimmte Bündelung der Planungs- und Widmungskompetenzen funktionieren kann“, so Arapović.

So funktioniert der Bodenschutz in Wien

1. Entsiegelung: Asphalt aufbrechen

Flächen, die über Jahrzehnte verschlossen waren, werden gezielt geöffnet. Das stellt natürliche Bodenfunktionen wie Versickerung, CO2-Bindung und Wasserspeicherung wieder her.

  • Seit unserer Regierungsbeteiligung im Jahr 2020 wurden knapp 350 Projekte unter dem Schwerpunkt „Raus aus dem Asphalt“ umgesetzt. Allein auf Straßen und Plätzen wurden mehr als 85.000 m² entsiegelt und neu begrünt. Und wir machen laufend weiter.
  • Neue Parkanlagen wie der Naschpark, der Tangentenpark oder der gerade im Bau befindliche Park im Gasometervorfeld schaffen direkte Abkühlung für die verbauten Stadtgebiete. Platzumgestaltungen wie am Volkertplatz, Maria-Restituta-Platz, Julius-Tandler-Platz oder das Supergrätzl in Favoriten sorgen für massive Verbesserungen des Mikroklimas in einzelnen Grätzln.

2. Innen- vor Außenentwicklung: Bauen im Bestand und auf Brachflächen

  • Der „Wien-Plan 2035“ macht Bodenschutz zur Prämisse der Stadtplanung und stärkt den Grüngürtel rund um Wien. Mit diesem strategischen Rahmen sind keine zusätzlichen Stadterweiterungsgebiete mehr nötig. Wien findet mit den bereits fixierten Projekten – wie etwa in Rothneusiedl – das Auslangen und konzentriert sich darauf, diese mittels hoher Baukultur klimagerecht und resilient zu entwickeln. Zugleich treiben wir die klimafitte Anpassung der bestehenden Gebäude voran und nutzen brachliegende Potenzialflächen im Stadtinneren, die bereits optimal an Öffis, das Rad- und Gehwegenetz sowie soziale und technische Infrastruktur angeschlossen sind.
  • Auf ehemaligen Bahn- und Betriebsarealen wie dem Nordbahnhof oder Nordwestbahnhof entstehen leistbare Wohnungen mit großen öffentlichen Grünflächen. Das zeigt unsere hohen Ansprüche in der Stadtentwicklung und einen verantwortungsvollen Umgang mit der begrenzten Ressource Boden.

3. Natur erhalten: Lebensräume dauerhaft schützen

Aktiver Bodenschutz bedeutet ebenfalls die bestehenden Grünflächen in der Stadt zu erhalten und beschädigte Lebensräume wieder naturnahe herzustellen. Das sorgt für Abkühlung bei Hitze, schützt vor Naturkatastrophen wie Hochwasser und stärkt die Biodiversität für mehr blühendes Leben in Wien.

  • Am Areal des ehemaligen Verschiebebahnhofs Breitenlee im 22. Bezirk hat die Stadt Wien insgesamt 82,2 Hektar als europäisches Natura-2000-Schutzgebiet ausgewiesen. Damit ist eine Fläche von der Größe der Josefstadt dauerhaft vor Verbauung geschützt und Tier- und Pflanzenarten behalten ihren Lebensraum im Stadtgebiet.
  • Zugleich werden verbaute Lebensräume wie entlang des Liesingbachs wieder möglichst naturnahe rückgebaut und renaturiert. So erhöhen wir den natürlichen Hochwasserschutz und schaffen neue Lebens- und Naherholungsräume entlang von Wasserläufen.

„Die immer heißer werdenden Sommer führen uns deutlich vor Augen, wo wir ansetzen müssen. Wien wird die Klimakrise nicht allein lösen, aber gerade Städte können zeigen, wie vorausschauende Stadtplanung, gezielter Bodenschutz und ein kluger Umgang mit dem Bestand Städte widerstandsfähiger und lebenswert machen. Genau diesen Weg gehen wir in Wien“, so Arapović abschließend.