Ein weiterer Schritt in Richtung Energiewende
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Nachhaltiger Wohnbau beginnt bei der Planung, endet aber nicht mit der Fertigstellung. Entscheidend ist, wie effizient, leistbar und funktionstüchtig ein Gebäude über Jahrzehnte hinweg bleibt. Bei den ersten NIBRA Zukunftsgesprächen am 29. September in der Vienna Grand Gallery diskutierten Vertreter aus Wohnbau, Immobilienwirtschaft, Nachhaltigkeit, Finanzierung und Baupraxis, wie sich Green Building mit Leistbarkeit und langfristiger Qualität verbinden lässt.
Als zentrale Hebel wurden mehr Investitionen, schnellere Genehmigungsverfahren, langfristigere Finanzierungsmodelle, industrielle Vorfertigung und konsequentes Lebenszyklusdenken identifiziert.
„Green Building darf nicht bei der Gebäudehülle aufhören. Entscheidend ist, ob ein Gebäude auch im täglichen Betrieb nachhaltig, effizient und leistbar funktioniert“, sagt—Nikolaus Brada, Eigentümer und Geschäftsführer von NIBRA sowie Initiator der Zukunftsgespräche.
NIBRA bringt dabei bewusst die Perspektive des langfristigen Gebäudebetriebs ein. Das Wiener Familienunternehmen errichtet, modernisiert und betreut Aufzugsanlagen und begleitet damit technische Infrastruktur über viele Jahre. Wartung, Energieverbrauch, Verfügbarkeit, Modernisierbarkeit und Betriebskosten zeigen sich erst über die gesamte Nutzungsdauer – und sind damit wesentliche Faktoren nachhaltiger Gebäudequalität.
Eröffnet wurde der Abend von Donaustadts Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy. Durch die Diskussion führte Wolfgang Renner.
Langfristiger planen: „Stadtentwicklung ist ein Marathon und kein Sprint. Entscheidend sei, ob Quartiere auch Jahre nach ihrer Fertigstellung noch funktionieren und den Bedürfnissen ihrer Bewohnerinnen und Bewohner entsprechen."—Claudia Brey, Geschäftsführerin der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH
Mehr investieren: „Wir müssen wieder mehr in den Wohnbau investieren.“—Michael Gehbauer, Obmann des Österreichischen Verbands gemeinnütziger Bauvereinigungen
Den Lebenszyklus mitdenken: „Leistbares Wohnen ist nicht nur die Miete, sondern auch die Betriebskosten.“ Entscheidend sei daher, welche Kosten ein Gebäude über seine gesamte Nutzungsdauer verursacht.—Mag. Peter Engert, Geschäftsführer der ÖGNI,
Verfahren und Finanzierung neu denken: „Der Handlungsbedarf liegt bei Genehmigungen, Regulierung und Finanzierung.“ Lange Verfahren könnten Projekte verteuern; langfristigere Finanzierungsmodelle sollten stärker diskutiert werden.—Foad Ghaemi, B.Sc., Direktor Wealth Management der Alpen Privatbank Aktiengesellschaft:
Industrieller bauen: „Der Wohnbau müsse günstiger, schneller und ökologischer“ werden.“ Vorfertigung und industrielle Bauprozesse könnten Bauabläufe effizienter und planbarer machen.—Prok. Ing. Sascha Risavy, Abteilungsleiter Baumanagement beim Österreichischen Siedlungswerk
Vom Green-Building-Anspruch in die Praxis
Wie diese Ansätze zusammenspielen können, zeigt das Wohnprojekt B.R.I.O. im Quartier Neues Landgut. Holz-Hybrid-Bauweise, hoher Vorfertigungsgrad und ein erneuerbares Energiesystem treffen dort auf Barrierefreiheit, technische Qualität und langfristige Nutzung.
NIBRA realisierte die Aufzugsanlagen des Projekts. Damit wird die Bedeutung des laufenden Betriebs konkret: Technische Infrastruktur muss nicht nur bei der Übergabe funktionieren, sondern über viele Jahre zuverlässig, effizient und wirtschaftlich betrieben werden können.
Green Building wird damit zur Lebenszyklusaufgabe. Was heute geplant und gebaut wird, bestimmt wesentlich die ökologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der kommenden Jahrzehnte.
Zukunftsbarometer als Ausgangspunkt
Die Ergebnisse des erstmals bei dieser Veranstaltung eingesetzten und von NIBRA entwickelten „NIBRA Zukunftsbarometers“ werden gesondert ausgewertet und in die weitere Entwicklung des Formats einfließen.
Am 2. November 2026 laden Nikolaus Brada und Valentin Bauer, MBA, COO der IMMOunited GmbH, unter dem Titel „Ein Tisch, viele Interessen: Der Weg zu mehr Wohnraum“ erneut in die Vienna Grand Gallery. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Leistbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Umsetzung wieder besser zusammenfinden können.
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