Ökonomische Wirkungen des gemeinnützigen Wohnbaus
Neue WIFO-Zahlen zeigen Milliardenentlastung für Haushalte und Volkswirtschaft
Die Angebotsmieten am freien Mietmarkt haben in den ersten drei Quartalen 2026 österreichweit um 6 Prozent zugelegt. Der Median der angebotenen Bruttomieten liegt bei 16 Euro pro Quadratmeter; für eine 70-Quadratmeter-Wohnung ergibt das eine monatliche Durchschnittsbelastung von 1.123 Euro. Das zeigt die aktuelle Datenanalyse von ImmoScout24.at, die 139.203 Datenpunkte aus dem Zeitraum 1. Jänner bis 30. September 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auswertet.
Basis sind Bruttomieten — Nettomiete zuzüglich Betriebskosten und Steuern, exklusive Heiz- und Stromkosten. Parallel dazu wächst das Angebot an Mietobjekten österreichweit um durchschnittlich 3 Prozent. Laut einer begleitenden ImmoScout24-Trendstudie (Integral Markt- und Meinungsforschung, Jänner 2026, n=1.000) sorgen sich 39 Prozent der Mietenden um ihre Wohnkosten.
Steiermark und Wien: überdurchschnittliche Preissteigerungen
Den stärksten Preisanstieg verzeichnet die Steiermark: Die angebotenen Bruttomieten klettern im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 14,4 Euro pro Quadratmeter. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung ergibt das rund 1.005 Euro monatlich — noch immer mehr als 100 Euro unter dem österreichischen Schnitt.
Wien folgt mit einem Plus von 7 Prozent und bleibt mit 22,6 Euro pro Quadratmeter das teuerste Bundesland. Eine vergleichbare Wohnung kostet dort 1.581 Euro im Monat. Joseph Obiegbu, Geschäftsführer von ImmoScout24 Österreich, erklärt den anhaltenden Aufwärtsdruck: „Wien ist seit den 1990er-Jahren um knapp 500.000 Einwohner:innen gewachsen und wächst weiter. Wenn das Wohnungsangebot mit dieser Entwicklung nicht Schritt hält, wirkt das natürlich auf die Mietpreise. Wir sehen hier seit Jahren einen langfristigen und ungebrochenen Trend nach oben.“
Hinter Wien rangieren Tirol mit 21,7 Euro pro Quadratmeter (+4 Prozent, 1.522 Euro für 70 m²) und Salzburg mit 20,3 Euro pro Quadratmeter (+2 Prozent, 1.418 Euro für 70 m²).
Burgenland: einziges Bundesland mit sinkenden Angebotsmieten
Vorarlberg verzeichnet einen Anstieg von 2 Prozent auf 19,5 Euro pro Quadratmeter, was für eine 70-Quadratmeter-Wohnung rund 1.362 Euro monatlich bedeutet. Kärnten und Oberösterreich legen jeweils um 5 Prozent zu; die Quadratmeterpreise betragen 14,9 Euro beziehungsweise 13,1 Euro, entsprechend 1.045 Euro und 918 Euro für 70 Quadratmeter. Niederösterreich wächst um 3 Prozent auf 13,1 Euro pro Quadratmeter, was einer monatlichen Miete von 914 Euro für diese Wohnungsgröße entspricht.
Eine Ausnahme bildet das Burgenland: Als einziges Bundesland weist es einen Rückgang der Angebotsmieten von 4 Prozent auf 11,3 Euro pro Quadratmeter aus. Mit rund 792 Euro für 70 Quadratmeter bleibt es das günstigste Bundesland — eine vergleichbare Wohnung kostet in Wien annähernd doppelt so viel.
Obiegbu ordnet die bundesländerübergreifenden Unterschiede ein: „In manchen Bundesländern stieg zwar das Angebot an Wohnungen, aber das heißt nicht, dass dort die Mieten sinken. Die tatsächliche Miethöhe hängt mit der Lage und Qualität des angebotenen Wohnraums sowie mit den Betriebskosten zusammen. Unabhängig davon spielen die Preise für Strom und Heizung eine wesentliche Rolle für die Leistbarkeit des Wohnens.“
Angebotsentwicklung: Vorarlberg mit stärkstem Zuwachs, Oberösterreich rückläufig
Das Mietwohnungsangebot stabilisiert sich österreichweit mit einem Plus von 3 Prozent leicht über dem Niveau des Vorjahres. Den deutlichsten Zuwachs verzeichnet Vorarlberg mit plus 37 Prozent, wobei der vergleichsweise kleine Markt durch einzelne Neubauprojekte stark beeinflusst werden kann. Niederösterreich (+12 Prozent) und Tirol (+11 Prozent) folgen mit spürbaren Steigerungen. Kärnten legt um 5 Prozent zu, das Burgenland um 4 Prozent, Salzburg um 2 Prozent. Wien und die Steiermark weisen jeweils ein Plus von 1 Prozent auf. Lediglich Oberösterreich verzeichnet mit minus 7 Prozent einen Rückgang des verfügbaren Mietwohnungsbestands.
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