Gesamtmarkt 1. Halbjahr 2026
Der österreichische Immobilienmarkt zieht im ersten Halbjahr 2026 deutlich an. Mit 66.591 verbücherten Immobilien wächst das Transaktionsvolumen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 (54.465 Verbücherungen) um +22,3 % beziehungsweise +12.126 Kaufobjekte. Damit übertrifft das erste Halbjahr 2026 den Zehnjahresschnitt von 62.747 Einheiten um +6,1 % — ein Signal, das die Branche nach zwei schwachen Jahren aufhorchen lässt.
Verbücherungen: Zuwachs über dem langjährigen Schnitt
In den vergangenen zehn Jahren lag die Handelsmenge im ersten Halbjahr nur zwischen 2020 und 2022 über dem aktuellen Niveau. Jene drei Jahre trieben den Zehnjahresschnitt auf 62.747 Einheiten — den das erste Halbjahr 2026 nun um +6,1 % überschreitet. Zum Allzeithoch von 2021 mit 76.589 Verbücherungen fehlen zwar noch -13,1 %, doch der Abstand schrumpft spürbar: 2025 betrug er noch -28,9 %, 2024 sogar -37,6 %.
Steiermark, Tirol und Vorarlberg wachsen am stärksten
Alle Bundesländer verzeichnen gegenüber dem Vorjahr positive Entwicklungen bei den Verbücherungsmengen. Prozentuell führt die Steiermark mit +29,4 %, gefolgt von Tirol mit +29,0 % und Vorarlberg mit +28,1 %. Wien wächst mit +12,9 % am schwächsten, knapp hinter dem Burgenland mit +17,6 %.
Im Zehnjahresvergleich hält Vorarlberg einen Vorsprung von +11,9 %, die Steiermark von +10,0 %. Tirol liegt mit -0,8 % und Kärnten mit -1,2 % noch leicht darunter. In absoluten Stückzahlen führt Niederösterreich mit einem Plus von 2.587 Einheiten vor der Steiermark (+2.377) und Oberösterreich (+1.930).
Transaktionswert: 19,59 Mrd. Euro — nahe am Niveau von 2021
Der Gesamttransaktionswert des österreichischen Immobilienmarkts erreicht im ersten Halbjahr 2026 19,59 Mrd. Euro. Das entspricht einem Zuwachs von +27,9 % beziehungsweise +4,27 Mrd. Euro gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Damit nähert sich der Markt dem Niveau von 2021 (19,61 Mrd. Euro), dem zweitstärksten Jahr der Geschichte nach 2022 mit 21,73 Mrd. Euro.
Wien bleibt mit 5,41 Mrd. Euro der mit Abstand größte Markt — ein Zuwachs von +1,22 Mrd. Euro bzw. +29,1 % gegenüber dem Vorjahr. Rang zwei belegt Niederösterreich mit 2,89 Mrd. Euro (+20,6 %), Rang drei Oberösterreich mit 2,49 Mrd. Euro (+20,4 %). Die Steiermark erreicht mit 2,44 Mrd. Euro einen neuen Rekord und verzeichnet ein Wachstum von +49,1 % bzw. +805 Mio. Euro.
Tirol überschreitet mit 2,04 Mrd. Euro (+23,0 %) nach 2021 und 2022 zum dritten Mal die 2-Mrd.-Euro-Marke, landet aber dennoch nur auf Rang fünf. Salzburg folgt mit 1,61 Mrd. Euro (+25,3 %), Vorarlberg mit 1,22 Mrd. Euro (+32,7 %). Kärnten kommt auf 1,01 Mrd. Euro (+23,4 %), das Burgenland mit der zweithöchsten prozentuellen Steigerung (+38,1 %) auf 468 Mio. Euro.
Graz dominiert, Wien-Donaustadt unter den Top Five
Bei den Verbücherungen nach Bezirken und Städten führt Graz mit 3.045 Transaktionen das Ranking im ersten Halbjahr 2026 klar an. Baden (1.449) und Graz-Umgebung (1.428) folgen auf den Plätzen zwei und drei. Wien-Donaustadt (1.395) liegt hauchdünn vor dem Salzburger Flachgau (1.392) und Innsbruck-Land (1.318). Platz sieben geht an die Stadt Salzburg (1.292), Platz acht an Bregenz (1.187). Tulln belegt Rang zehn mit 1.167 Transaktionen. Der zweitstärkste Wiener Bezirk, Favoriten, rangiert erst hinter Linz-Land (1.080) auf Platz zwölf mit 1.047 Verkäufen.
Nach Transaktionswert nähert sich Graz mit 914 Mio. Euro dem Gesamtumsatz des Bundeslandes Kärnten und liegt damit doppelt so hoch wie das Burgenland. Die Stadt Salzburg belegt Rang zwei mit 533 Mio. Euro, Wien-Donaustadt Rang drei mit 512 Mio. Euro. Wien-Leopoldstadt (496 Mio. Euro), Salzburg-Umgebung (447 Mio. Euro) und Wien-Floridsdorf (447 Mio. Euro) folgen auf den Plätzen vier bis sechs. Wien-Favoriten erreicht 438 Mio. Euro, Innsbruck-Land 419 Mio. Euro, Graz-Umgebung 415 Mio. Euro und Wien-Innere Stadt 405 Mio. Euro. Auffallend: Keine Region unter den Umsatz-Top-Ten weist weniger als 400 Mio. Euro aus.
Das erste Halbjahr 2026 markiert eine deutliche Trendwende gegenüber den Schwächejahren 2024 und 2025. Sowohl Transaktionsanzahl als auch -wert bewegen sich wieder in Reichweite historischer Höchststände. Der Abstand zum Allzeithoch von 2021 bleibt mit -13,1 % zwar noch substanziell, doch die Dynamik über alle Bundesländer hinweg signalisiert eine breite, strukturell getragene Erholung des österreichischen Immobilienmarkts.