Wie kann die Zement- und Betonproduktion ihre CO₂-Emissionen weiter senken und zugleich wettbewerbsfähig bleiben? Darüber tauschten sich gestern Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und Alpacem Geschäftsführer Lutz Weber bei einem Besuch des Alpacem Standorts in Klagenfurt aus. Im Mittelpunkt standen die Dekarbonisierungsstrategie des Unternehmens, die hohen Energiepreise, der künftig steigende Strombedarf aufgrund der Dekarbonisierung der Industrie sowie die Voraussetzungen für weitere Investitionen in CO₂-ärmere Produktionsverfahren und neue Technologien.
Beim Besuch im ersten mit Fernwärme betriebenen Betonwerk und im gemeinsamen Gespräch erläuterte der Marktführer für Zement, Beton und Rohstoffe im Alpe-Adria-Raum, mit welchen Maßnahmen Alpacem die Emissionen seiner Produkte und Produktionsprozesse schrittweise reduziert. Dazu zählen unter anderem der Einsatz von CO₂-ärmeren Rohstoffen und Brennstoffen sowie der Ausbau der Kreislaufwirtschaft. Langfristig werden auch neue Technologien zur Abscheidung, Speicherung und Nutzung von CO₂ eine wichtige Rolle bei der Erreichung der europäischen Klimaziele spielen.
Dekarbonisierung braucht leistbare Energie und leistungsfähige Netze sowie Planungssicherheit für Zukunftstechnologien
Viele dieser Maßnahmen sind mit einem höheren Strombedarf verbunden. Gleichzeitig stellen die hohen Energiepreise energieintensive Unternehmen bereits heute vor erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen. Für die weitere Dekarbonisierung der Industrie sind daher eine sichere, nachhaltige Energieversorgung, leistungsfähige Stromnetze und wettbewerbsfähige Energiepreise entscheidend. Ebenso notwendig sind verlässliche und vorausschauende rechtliche Rahmenbedingungen, damit neue Technologien rechtzeitig erprobt, genehmigt und industriell eingesetzt werden können. Nur so lassen sich langfristige Investitionen ermöglichen und industrielle Wertschöpfung in Kärnten sichern.
„Die Dekarbonisierung unserer Branche ist eine langfristige Aufgabe, die erhebliche Investitionen und das Zusammenspiel von Unternehmen, Politik und Verwaltung erfordert. Dafür brauchen wir nicht nur eine leistungsfähige Energieinfrastruktur, sondern auch klare, verlässliche und vorausschauende Rahmenbedingungen für den Einsatz neuer Technologien. Der direkte Austausch ist für uns besonders wertvoll, um praktische Erfahrungen einzubringen und gemeinsam tragfähige Voraussetzungen für weitere Investitionen zu schaffen.“— Lutz Weber, Geschäftsführer von Alpacem
Der Besuch bot die Gelegenheit, die Anforderungen aus der betrieblichen Praxis mit den energie- und industriepolitischen Zielsetzungen des Bundes abzugleichen.
„Die Transformation der Industrie gelingt dann, wenn Innovationskraft, Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam gedacht werden. Alpacem zeigt mit seinen Investitionen, wie Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft konkret umgesetzt werden können. Solche Gespräche sind wichtig, um die Anforderungen der Unternehmen besser zu verstehen und die Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Industrie weiterzuentwickeln.“—Staatssekretärin Elisabeth Zehetner
Alpacem will die Dekarbonisierung seiner Produktion konsequent fortsetzen und den Dialog mit Politik, Verwaltung und weiteren Partnern weiterführen. Ziel sind Lösungen, die Klimaschutz, eine sichere Versorgung mit regional produzierten Baustoffen und eine wettbewerbsfähige industrielle Produktion in Österreich miteinander verbinden.