Städtebaulicher Akzent durch eine gewerbliche Nachverdichtung in Salzburg

Ein dreieckiges Restgrundstück nordwestlich der Salzburger Innenstadt mit vormals zweigeschossiger Gewerbebebauung wird zum gestalteten, öffentlich zugänglichen Stadtraum.
Dagmar Gordon
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Städtebaulicher Akzent durch eine gewerbliche Nachverdichtung in Salzburg
© post@henningkoepke.de
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Eine gleich dreifache Aufwertung seines Standorts gelingt einem kürzlich fertiggestellten Projekt des Wiener Teams von Dietrich Untertrifaller –  kurz DTFLR – mit landschaftsplanerischer Begleitung von Lindle+Bukor – atelier für landschaft im Auftrag der PRISMA. Ein dreieckiges Restgrundstück nordwestlich der Salzburger Innenstadt mit vormals zweigeschossiger Gewerbebebauung wird zum gestalteten, öffentlich zugänglichen Stadtraum, um Büros, Gastronomie und eine Lifestyle-Fitnesseinrichtung nachverdichtet sowie gleichzeitig zu einem markanten Eingangstor ins Zentrum der Stadt. Drei Solitäre mit unterschiedlichen Höhen vermitteln zu den jeweiligen Maßstäben der umliegenden Bebauung. Acht, zwei und vier Geschosse werden so zum namensgebenden Prädikat.

Eine dreieckige Grundstücksfläche am Kreuzungspunkt zweier Verkehrsachsen und mit unterirdischem Bachverlauf waren die Voraussetzungen eines neu zu entwickelnden Stadtbausteins. Das an der Gabelung Lieferinger Hauptstraße und Münchner Bundesstraße vormals bestehende zweigeschossige Bankgebäude wich dabei einem klug zusammenspielenden Ensemble, das den Ort völlig neu denkt und initial aufwertet.

Schlüssige Setzung mit umspielendem Platz und Bachverlauf

Über einem gemeinsamen Untergeschoss spannen drei Bauwerke mit polygonalen Grundflächen auf, die stimmig den ungewöhnlichen Grund besetzen. Der an dieser Stelle bislang unterirdisch verlaufende Glanbach wurde offengelegt und dabei für Nutzer:innen wie Passant:innen wieder sicht- und erlebbar gemacht. Ein Platz im Zentrum des Grundstücks und damit am Schnittpunkt der drei Gebäude wird zum öffentlichen Stadtraum. Gemeinsam mit den neu geschaffenen Durchgängen, den zahlreichen Sichtbezügen und die den Platz erweiternden Rücksprünge in die Erdgeschosse formt sich so ein schlüssiges Zusammenspiel der unterschiedlich ausformulierten Solitäre.

Gestaffelte Höhenentwicklung im Einklang mit dem städtebaulichen Kontext

Für die Raiffeisenbank Salzburg Liefering-Maxglan-Siezenheim entstand ein gleichwertig zweigeschossiger Hauptsitz auf der westlichen Seite des Grundstücks, dessen Höhe zu einer kleinteiligen, niedrig bebauten Einfamilienhaussiedlung vermittelt. Nach Osten wird die Körnung größer, dort schließt ein viergeschossiger Bürobau an die höhere Zeilenbebauung im Stadtteil Lehen an. Südlich bildet der achtgeschossige Büroturm einen markanten Schnittpunkt mit hoher Präsenzwirkung. In den Erdgeschossen der höheren Bauvolumen tragen Gastronomie und eine Lifestyle-Fitnesseinrichtung zum neuen multifunktionalen Nutzungskonzept bei.  

Vielseitig konfigurierbare Büroetagen

Neben der Bank als Ankernutzerin und co-finanzierende Instanz, widmet die auftraggebende Gesellschaft PRISMA Zentrum für Standort- und Regionalentwicklung den Großteil der insgesamt 5.200 Quadratmeter Nutzungsfläche einer wandelbaren Büroumgebung. Die mietbaren Büroebenen besetzen dabei die Obergeschosse der vier- und achtgeschossigen Gebäude im Osten und Süden. Dabei folgt die reduzierte Skelettkonstruktion in Stahlbeton einem möglichst flexiblen und variablen Einteilungskonzept. Um den jeweils massiven Kern, der die Erschließung, Versorgung und dienende Funktionen aufnimmt, gruppieren sich offene, weitestgehend stützenfreie Flächen, die rundum belichtet sind. Das schlanke Stützenraster entlang der Fassaden sowie die kristalline Form unterstützen dabei eine helle Büroatmosphäre mit viel Lichteinfall und Bezug zum Außenraum.

Innen bleibt der Edelrohbau vielseitig bespielbar. Sichtbeton an den aus der Brüstungsfläche leicht vorspringenden Stützen sowie am Kern, offene Decken mit integrierbaren Akustik- und Technikelementen, ansonsten klare Linien, dunkle Geländer und rohe Oberflächen bilden den hochwertigen Rahmen für eine moderne, designaffine Büroeinrichtung.

Hochwertige Fassadengestaltung in hellem Klinker

Die Gebäude folgen einem einheitlichen Gestaltungsprinzip, dem eine hochwertige Materialität und kompositorische Raffinesse zugrunde liegt. Die gerasterten Gebäudehüllen weisen opake Wandflächen aus Klinkersteinen in einem hellen, natürlichen Ton auf, die sich als markantes Gittermuster über das gesamte Ensemble hinweg ziehen. Die aus einem Stein geschnittenen Klinker schaffen dabei eine durchgehend wertige Oberfläche. Die dunklen, schlanken Fensterprofile aus Holz-Aluminium samt Raffstores im passenden Braunbronze-Ton bilden hierzu einen Kontrast. Zementgrau verputzte Paneele im Sturz ergänzen den farblichen Dreiklang.

Fenstergrößen variieren je Position, wobei auf proportionale Entsprechung zur Gebäudeform geachtet wurde. So sind etwa im flächigeren, zweigeschossigen Bankgebäude doppelte Fensterelemente zu einer breiten Einheit zusammengefasst. Am viergeschossigen Bürobau ist der schmalere Seitenflügel geschlossen ausgeführt, während dieser am achtgeschossigen Hochpunkt verglast bleibt. Die höheren Öffnungen in der Erdgeschosszone betonen die Vertikale. 

Folgeprojekt in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Stadt

Im Ergebnis setzt das Ensemble samt umspielendem Platz- und Bachraum einen hochwertigen Akzent am Schnittpunkt zweier Einfallstraßen, der bis in die umgebende Salzburger Wohnstadt ausstrahlt. Als Folgeprojekt einer Zusammenarbeit bis 2018 für ein Wohnhaus und zwei Bürogebäude im Entwicklungsgebiet Stadtwerk West in Salzburg-Lehen, erfolgte die Planung durch DTFLR in Direktbeauftragung durch die PRISMA Unternehmensgruppe.

Die Fassadengestaltung, Höhenentwicklung und Kubaturen entwickelte das Planungsteam in engem Austausch mit der Stadt Salzburg, die auf eine Öffnung und Nutzbarmachung des Areals zugunsten der erweiterten Stadtbewohnerschaft sowie auf eine hohe architektonische und städtebauliche Qualität Wert legte