„Wien-Süd“-Pilotprojekt: Totalsanierung und Dekarbonisierung in Wiener Neustadt

Dagmar Gordon
Dagmar Gordon
„Wien-Süd“-Pilotprojekt: Totalsanierung und Dekarbonisierung in Wiener Neustadt
Die Generalsanierte und dekarbonisierte Wien-Süd Wohnhausanlage Wiener Neustadt, Josef Bierenzgasse 12-14
© Wien Süd/Michael Tschabitscher
„Wien-Süd“-Pilotprojekt: Totalsanierung und Dekarbonisierung in Wiener Neustadt
Die Generalsanierte und dekarbonisierte Wien-Süd Wohnhausanlage Wiener Neustadt, Josef Bierenzgasse 12-14
© Wien Süd/Michael Tschabitscher
„Wien-Süd“-Pilotprojekt: Totalsanierung und Dekarbonisierung in Wiener Neustadt
Bürgermeister Klaus Schneeberger, Bewohnerin und Bewohner der WHA und Wien-Süd Vorstand Christof Anderle
© Wien Süd/ Gerald Anetzhuber
„Wien-Süd“-Pilotprojekt: Totalsanierung und Dekarbonisierung in Wiener Neustadt
© Wien Süd/ Gerald Anetzhuber
„Wien-Süd“-Pilotprojekt: Totalsanierung und Dekarbonisierung in Wiener Neustadt
„Wien-Süd“-Pilotprojekt: Totalsanierung und Dekarbonisierung in Wiener Neustadt
„Wien-Süd“-Pilotprojekt: Totalsanierung und Dekarbonisierung in Wiener Neustadt
„Wien-Süd“-Pilotprojekt: Totalsanierung und Dekarbonisierung in Wiener Neustadt

Die totalsanierten und dekarbonisierten Wohnhäuser in der Wiener Neustädter Josef-Bierenz-Gasse 12-14 wurden im Rahmen einer feierlichen Schlüsselübergabe an die Bewohner übergeben. Diese fand im Beisein der Geschäftsleitung der „Wien-Süd“, Bürgermeister Schneeberger und Vertretern der Stadt sowie der zukünftigen Bewohner statt.

Für die „Wien-Süd“ stellen die beiden totalsanierten und dekarbonisierten Wohnhäuser ein Pilotprojekt dar: Die beiden Wohnhäuser wurden ursprünglich 1993 fertiggestellt und das erste Mal an die Mieter übergeben. Damals entsprachen sie den Anforderungen, die an den sozialen, leistbaren Wohnbau auf hohem Niveau gestellt wurden. – Die Zeiten und damit die Rahmenbedingungen haben sich geändert: Vor dem Hintergrund des Klimawandels wurde von der „Wien-Süd“ beschlossen, die ohnehin geplante Sanierung nicht nur zu nutzen, Anstehendes umzusetzen, sondern darüber hinaus ein Pilotprojekt im Bestand zu starten und die beiden Häuser komplett zu dekarbonisieren.

So betonte Christof Anderle, Vorstand der „Wien-Süd“, in seiner Begrüßungsrede, dass dies „Für uns als Bauträger das erste, aber sicher nicht das letzte umfassende Dekarbonisierungsprojekt ist. Durch die Unterstützung mit Wohnbauförderungsmitteln beträgt die leistbare Miete ca. 10,80 Euro pro m² WNF bei Eigenmitteln von unter 200 Euro pro m² WNF.“

Luftwärmepumpe statt Gas

Konkret wurde hier das alte Gasheizsystem auf Luftwärmepumpe umgerüstet. Sie werden durch die neuerrichteten PV-Anlagen am Dach der beiden Wohnhäuser mit Energie gespeist. Aber nicht nur die Komplettumstellung des Energiebereichs wurde im Rahmen der Komplettsanierung umgesetzt, gleichzeitig wurden alle Wohnungen von Zentral- auf Fußbodenheizung umgestellt. Zur Unterstützung der Wärmepumpen wurden auch auf den 30 neu errichteten Carports PV- Module aufgebracht, deren Leistung die öffentliche Beleuchtung und den Energiebedarf der Wärmepumpen abdeckt.

In den beiden Wohnhäusern wurden die gesamten Elektro- und Sanitärinstallationen erneuert und jene Einheiten, die bis dato noch keine Balkone hatten, wurden mit vorgehängten ausgestattet, wodurch eine immense Aufwertung der Wohnqualität gewährleistet wird. Die Anbringung von elektrisch betriebenem Sonnenschutz hilft, die Raumtemperatur zu regulieren.

Naturnahe Bepflanzung

Das Außenraumkonzept wurde in Kooperation mit „Natur im Garten“ völlig neu erarbeitet. Busch- und Baumpflanzungen, die als Beschattungselemente für Spiel- und Aufenthaltsbereiche konzipiert wurden, beeinflussen das Mikroklima merkbar und lassen es an heißen Tagen fühlbar kühler wirken. Ebenfalls ein wesentlicher Punkt im Bereich der klimafitten Neuausrichtung des Bestands in der „Porsche-Siedlung“ war das Etablieren von Tanks, die ein aktives Regenwassermanagement ermöglichen: Durch das Auffangen von „überschüssigem“ Regenwasser wird ein Teil der Bewässerung der Freiflächen abgedeckt. Die Begrünung der Dachbereiche gewährleistet einen natürlichen Temperaturausgleich und damit eine teilweise Kühlung der Wohnhausanlage.

Auf den ebenerdigen Grünflächen wurden Pflanztröge für Urban Gardening aufgestellt. Sie dienen nicht nur dem „Garteln“ im unmittelbaren Wohnumfeld, sondern auch dem Austausch unterschiedlicher sozialer Schichten und damit einer sozialen Durchmischung und Stärkung der Hausgemeinschaft. Flankiert werden diese Maßnahmen von „Naschhecken“ für Kinder mit Ribisel oder Johannisbeersträuchern.

Sämtliche Stellplätze sind für E-Mobilität vorgerüstet. Um diese Flächen zu entsiegeln wurden sie mit Rasengittersteinen ausgestattet. Zwei freistehende Fahrradabstellräume ergänzen das Mobilitätskonzept für die Wohnhausanlage.

Gemeinschaftlicher Prozess

Insgesamt wurden die Voraussetzungen für dieses Pilotprojekt als gemeinschaftlicher Prozess von Genossenschaft und Bewohnern gestaltet, um all diese umfangreichen Maßnahmen zur Zufriedenheit aller verwirklichen zu können.