Wiener Industrie- und Logistikmarkt hat deutlich an Fahrt gewonnen

Am Markt für Wien und das erweiterte Umland wurden knapp 104.000 m² Flächenumsatz registriert
Lorenz Selinger
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Das Research-Team von OTTO Immobilien hat sein aktuelles Marktupdate für den Wiener Industrie- und Logistikmarkt vorgelegt. Die Zahlen zeigen ein differenziertes Bild: Die Flächenumsatz-Prognose für 2026 wurde nach oben korrigiert, das Fertigstellungsvolumen gibt nach zwei starken Vorjahren nach, und die Spitzenmiete zieht leicht an.

Die Erwartungen für den Flächenumsatz 2026 wurden auf rund 140.000 m² angehoben. Damit signalisiert der Markt eine robustere Nachfragedynamik, als zuletzt angenommen. 

„Ein vorsichtiger Wirtschaftsaufschwung ist spürbar und spiegelt sich im Flächenumsatz wider.“
—Alexandra Fischer, Teamleiterin Industrie und Logistik bei OTTO Immobilien

Nach zwei starken Vorjahren sinkt das Fertigstellungsvolumen 2026 auf knapp 72.000 m². Für 2027 prognostiziert OTTO Immobilien mit Stand Oktober 2026 rund 244.000 m² — allerdings unter Vorbehalt. 

„Für 2027 erwarten wir ein Fertigstellungsvolumen von rund 244.000 m². Davon ist mit Stand Oktober 2026 ca. ein Fünftel vorvermietet oder eigengenutzt. Für die übrigen Flächen gilt es nun, passende Nutzer:innen zu finden.“
—Patricia Autengruber, Senior Analystin Research

Mit weiteren Verschiebungen ist zu rechnen, da die Realisierung vieler Projekte maßgeblich von der Vorvermietung abhängt.

Die Spitzenmiete ist leicht gestiegen und liegt aktuell bei 7,90 EUR/m²/Monat. Der Anstieg fällt moderat aus, bestätigt jedoch den anhaltenden Aufwärtsdruck auf das obere Mietpreissegment.

Nachfrage:

Die stärkste Nachfrage kommt laut Fischer derzeit aus den Bereichen 3PL, Pharma und Freizeit. Besonders das Freizeitsegment fällt auf:

„Auffällig ist das zunehmende Anfragenvolumen im Freizeitsegment, während viele Neuvermietungen außerhalb dieses Bereichs auf Relocations und Standortoptimierungen zurückzuführen sind.“
—Alexandra Fischer

Innerhalb des Großraums Wien zeichnet sich ein struktureller Trend ab. Fischer beschreibt ihn so: „Die Flächenanforderungen sind vielfältig und stark nutzerspezifisch.“ Die Kleinteiligkeit der Gesuche erschwert eine einheitliche Marktbeurteilung zusätzlich. Hinzu kommt ein Messproblem beim Leerstand: „Der tatsächliche Leerstand lässt sich nur schwer abbilden, da ein nicht unbeträchtlicher Anteil der Flächen als Sublease auf den Markt kommt.“

Ausblick: 

Der Wiener Industrie- und Logistikmarkt bewegt sich 2026 in einem Spannungsfeld aus anziehender Nachfrage und gedämpftem Neubauangebot. Das hohe Fertigstellungsvolumen für 2027 birgt Potenzial, bleibt aber an die Vorvermietungsquote geknüpft. Für Entwickler und Investoren gilt es, frühzeitig Nutzer:innen zu sichern — andernfalls drohen weitere Projektverzögerungen.

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