Erst die Fakten, dann das Badevergnügen Der ÖVS setzt sich mit der Frage auseinander, welche Rolle private Poolnutzung im Gesamtzusammenhang des Wasserverbrauchs spielt. „Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Bevölkerung sachlich zu informieren und für einen gewissenhaften Umgang mit Wasser zu sensibilisieren“, betont Wolfgang Grabner, Präsident des in der Wirtschaftskammer Österreich angesiedelten Verbandes. „Österreich verfügt grundsätzlich über ausreichend Wasser. Entscheidend ist, wie wir mit dieser Ressource umgehen – besonders bei Hitzeperioden und regionalen Verbrauchsspitzen.“
Die BMLUK-Studie „Wasserschatz Österreichs“ zeigt: Der gesamte jährliche Wasserbedarf Österreichs liegt bei rund 3,1 Milliarden Kubikmetern. Die öffentliche Wasserversorgung benötigt derzeit rund 753 Millionen Kubikmeter pro Jahr und wird vollständig aus Grundwasser – also Brunnen und Quellen – gedeckt. Bis 2050 wird ein Anstieg auf rund 830 bis 850 Millionen Kubikmeter erwartet. Zugleich weist die Studie darauf hin, dass regionale Unterschiede, Hitzeperioden und gleichzeitige Bedarfsspitzen die lokale Versorgung belasten können.
In österreichischen Haushalten werden laut BMLUK durchschnittlich rund 130 Liter Trinkwasser pro Kopf und Tag verbraucht. Davon entfallen 25 Prozent auf die Toilettenspülung, 22 Prozent auf Duschen und Baden, 10 Prozent auf Wäschewaschen und 2 Prozent auf Geschirrspülen. Rund 14 Prozent entfallen auf den Außenbereich – dazu zählen unter anderem Autowäsche, Pool, Garten- und Pflanzenbewässerung. Private Pools sind damit nicht der größte Faktor im Gesamtverbrauch. Lokal können sie dennoch relevant werden, wenn viele Becken gleichzeitig befüllt werden. „Genau deshalb geht es nicht darum, Poolnutzung zu dramatisieren, sondern Lastspitzen planbar zu machen“, erklärt Jürgen Rathmanner, Geschäftsführer des ÖVS.
Intelligentes Wassermanagement für Gemeinden Mit dem Poolfüllkalender können Poolbesitzer ihre geplante Befüllung digital bei der Gemeinde anmelden. Gemeinden legen fest, wie viele Befüllungen pro Tag möglich sind; Poolbesitzer buchen ihren Termin im Voraus. Ist das Tageslimit erreicht, sind keine weiteren Befüllungen für diesen Tag möglich. So lassen sich Spitzenverbräuche vermeiden und die Trinkwasserversorgung bleibt stabil. Der Poolfüllkalender kann einfach in bestehende Gemeindehomepages integriert werden. Ergänzend können Gemeinden Hinweise zu wassersparenden Maßnahmen oder alternativen Wasserquellen bereitstellen.
„Der Poolfüllkalender ist ein einfaches, digitales Werkzeug, mit dem Gemeinden Versorgungssicherheit und private Nutzung besser miteinander abstimmen können. Damit leisten Poolbesitzer einen konkreten Beitrag zu einem geordneten Umgang mit Wasser.“—Wolfgang Grabner - Präsident des Österreichischen Verbands der Schwimmbadwirtschaft (ÖVS)
Sommer, Sonne, Ferienzeit – der Pool ist bereit Mit den Sommerferien rücken Urlaub, Badespaß und gemeinsame Zeit im Freien wieder stärker in den Mittelpunkt. „Gärten entwickeln sich immer mehr zu privaten Rückzugsorten und sozialen Treffpunkten, an denen Familien und Freunde gemeinsam Zeit verbringen“, erklärt Rathmanner. Der Pool ist längst kein Luxusobjekt mehr, sondern in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Er steht für Erholung, Bewegung, Gesundheit und gemeinsame Sommermomente. Gerade angesichts steigender Mobilitäts- und Energiekosten gewinnt der Urlaub zu Hause zusätzlich an Bedeutung. Für Kinder kann ein Pool zudem einen vertrauten Zugang zum Schwimmenlernen schaffen – vorausgesetzt, Aufsicht und Sicherheitsmaßnahmen sind gewährleistet.
Wohlfühlen und Verantwortung zusammendenken Wohlbefinden und ein ressourcenschonender Lebensstil schließen einander nicht aus. Entscheidend ist, private Nutzung verantwortungsvoll zu organisieren – durch bewussten Wasserverbrauch, regelmäßige Pflege zur Vermeidung unnötiger Neubefüllungen und gute Abstimmung mit der Gemeinde. Erfahrungen aus Gemeinden mit hoher Pooldichte zeigen, dass frühzeitige Bewusstseinsbildung und einfache digitale Buchungssysteme gut angenommen werden. Der Poolfüllkalender verbindet individuelles Badevergnügen mit kommunaler Versorgungssicherheit. „Dank des Poolfüllkalenders kommt das sommerliche Badevergnügen nicht zu kurz – und gleichzeitig übernehmen Poolbesitzer Verantwortung für einen bewussten Umgang mit Wasser“, so Grabner abschließend.
Schwertberg, Kraubath, Gleinstätten und weitere Gemeinden steuern ihre Befülltermine bereits mit dem ÖVS-Poolfüllkalender. Für die ersten zehn Gemeinden, die sich dafür entscheiden, ist der Zugang kostenlos. Es gibt noch freie Kapazitäten.