Wohnen im Alter: 69 Prozent wollen in den eigenen vier Wänden bleiben

Gallup-Umfrage: Selbstständigkeit hat klare Priorität – Verkauf mit Wohnrecht oder der Wechsel in eine kleinere Eigentumswohnung können Sicherheit, Lebensqualität und finanzielle Flexibilität verbinden.
Dagmar Gordon
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Bestager
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Neben den 69 Prozent, die im Alter im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung leben möchten, bevorzugen weitere 15 Prozent eine eigenständige, betreute Wohneinheit. Das Wohnen bei Kindern, Enkelkindern oder anderen Verwandten ist hingegen nur für zwei Prozent die bevorzugte Lösung; mehr als ein Viertel schließt diese Wohnform ausdrücklich aus.

Auch ein Senior:innenheim ist für lediglich zwei Prozent die erste Wahl, während es für 31 Prozent keinesfalls infrage kommt. Offenheit besteht dagegen gegenüber neuen Konzepten: Fünf Prozent favorisieren ein Mehrgenerationen-Wohnhaus, nur sieben Prozent lehnen dieses Modell grundsätzlich ab.

„Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich, wie wichtig Selbstständigkeit und das vertraute Zuhause gerade in späteren Lebensphasen sind. Es geht nicht darum, Eigentümer:innen zu einer bestimmten Lösung zu bewegen, sondern ihnen rechtzeitig alle Möglichkeiten aufzuzeigen. Wer früh plant, kann Wohnqualität, Sicherheit und finanzielle Freiheit wesentlich besser miteinander verbinden“, erklären die beiden Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich, Peter Weinberger und Peter Mayr.

Vererben oder die eigene Wohnqualität verbessern?

Viele Eigentümer:innen möchten ihr Haus oder ihre Wohnung später an die nächste Generation weitergeben. Dadurch werden notwendige Veränderungen mitunter lange aufgeschoben. Gleichzeitig bindet die Immobilie einen großen Teil des Vermögens, während Mittel für einen altersgerechten Umbau, Unterstützung im Alltag oder ein besser geeignetes Zuhause fehlen.

Die Frage lautet daher nicht zwangsläufig „verkaufen oder vererben?“. Gefragt ist eine individuelle Lösung, die Wohnsicherheit, finanzielle Flexibilität und die Interessen der Familie verbindet. Potenzielle Erb:innen sollten frühzeitig in diese Überlegungen einbezogen werden.

Flexible Modelle für unterschiedliche Lebenssituationen

Eine Möglichkeit ist der Verkauf einer zu groß gewordenen Immobilie und der Kauf einer kleineren, barrierefreien Eigentumswohnung. So wird Vermögen freigesetzt, ohne auf Eigentum zu verzichten. Soll der neue Wohnraum vor dem Verkauf erworben werden, kann auch eine Zwischenfinanzierung geprüft werden.

Eine weitere Variante ist der Verkauf mit einem im Grundbuch abgesicherten Wohnrecht. Die bisherigen Eigentümer:innen können in der Immobilie bleiben und verfügen zugleich über Mittel für Vorsorge, Renovierungen, die Unterstützung der Kinder oder persönliche Wünsche.

Auch ein Verkauf auf Leibrente oder Teilverkauf können infrage kommen. Da sich Kosten, Rechte, Verpflichtungen und Folgen für ein späteres Erbe deutlich unterscheiden, ist eine rechtliche, steuerliche und finanzielle Prüfung unerlässlich.

„Eine Immobilie ist nicht nur ein Zuhause, sondern häufig auch der größte Vermögenswert einer Familie. Dieses Vermögen kann im Alter neue Handlungsspielräume eröffnen. Welche Lösung passt, hängt von der Immobilie, der finanziellen Situation und den persönlichen Plänen ab. Pauschallösungen gibt es nicht“, betont Weinberger.