Zentralberufsschule Seestadt Aspern spart mit emissionsarmem Beton 4.200 t CO2 ein

Im Schulprojekt ZBG Seestadt Aspern setzen die PORR und Stadt Wien in großem Stil einen emissionsarmen Beton ein.
Dagmar Gordon
Dagmar Gordon
Zentralberufsschule Seestadt Aspern spart mit emissionsarmem Beton 4.200 t CO2 ein
© ImmoFokus

Die Ergebnisse der ersten Hochrechnungen sind vielversprechend: Insgesamt werden bis Projektende tausende Tonnen CO₂e eingespart. Die Vorgangsweise zeigt, wieviel Klimaschutzpotenzial noch im Betonbau steckt.

Das ZBG Seestadt Aspern ist ein Schulprojekt von einzigartiger Größe und baulicher Komplexität. Ab September 2028 wird die hochmoderne Bildungseinrichtung jährlich bis zu 7.500 Schülerinnen und Schülern auf einer Nutzfläche von 42.000 m2 Platz bieten. Errichtet wird das Gebäude von der PORR und ARGE-Partner Apleona. Aufgrund der Dimensionen des Projekts werden bis zu 400 Menschen während der Bauphase beschäftigt.

Auch wenn es um den Einsatz von emissionsarmem Beton geht, sorgt das Projekt für neue Maßstäbe. Denn die PORR setzt im Auftrag der Stadt Wien dort die Zementsorte CEM II/C als primäres Bindemittel für tragende Strukturen ein. In Kombination mit optimierten Transportwegen ermöglicht dies eine besonders hohe CO₂e -Einsparung und belegt das realisierbare Klimaschutzpotenzial im Betonbau.

Äquator 664-mal umrunden

Bis Projektende werden in Aspern rund 36.000 m³ dieses Betons verbaut und so rund 4.200 t CO2e eingespart. PORR CEO Karl-Heinz Strauss zieht den Vergleich: „4.200 t entspricht den Emissionen, die bei der Verbrennung von 1,6 Mio. Litern Diesel anfallen. Das ist eine Dieselmenge, mit der ein PKW den Äquator 664-mal umrunden kann. Damit wird sichtbar, wie groß die vorhandenen Einsparungspotenziale sind, wenn wir emissionsarme Baustoffe intelligent einsetzen.“

Herausforderung durch neue Rezepturen

Die PORR arbeitet kontinuierlich an der Weiterentwicklung von CO₂e -optimierten Betonen und der Erprobung alternativer Betonrezepturen. Sie können für Bauunternehmen technische Herausforderungen bedeuten, sind aber für die Senkung der Emissionen der Bauwirtschaft unverzichtbar. Konkret können manche veränderte Rezepturen die Verarbeitbarkeit beeinflussen, etwa, indem sie längere Aushärtungszeiten erfordern, die wiederum höhere Anforderungen an Herstellung, Transport, Verarbeitung und Nachbehandlung stellen. In Aspern war dies jedoch nicht der Fall: Der Einsatz liefert also wertvolle Erkenntnisse für die künftige Anwendung des Baustoffs.

Verkürzte Transportwege

Auch die Lieferketten sind im Projekt ZBG Seestadt Aspern auf Emissionsreduktion ausgerichtet. Ein mobiles Betonwerk verkürzt Transportwege. Aushubmaterial wird in einer zwei Kilometer entfernten Kiesaufbereitung aufbereitet und wieder in der Betonproduktion eingesetzt.

„Die hier gemeinsam mit der Stadt Wien gewonnenen Erfahrungen sind vielversprechend und belegen, dass wir die Chance haben, auch im Betonbau signifikante und wirksame Klimaschutzmaßnahmen zu setzen.“
—Karl-Heinz Strauss - PORR CEO