Drei von vier Österreichern wollen in den eigenen vier Wänden leben

68 Prozent der 16- bis 29-Jährigen wollen im Laufe ihres Lebens Wohneigentum erwerben
Michael Neubauer
Michael Neubauer
Drei von vier Österreichern wollen in den eigenen vier Wänden leben
© Bank Austria

Der Wunsch, in den eigenen vier Wänden zu leben, bleibt in Österreich tief verankert. Das zeigt die neue Wohnstudie der UniCredit Bank Austria, die im August 2026 vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut IFDD durchgeführt wurde (1250 Befragte, ab 16 Jahren). Die große Mehrheit der Bevölkerung hält Wohnen in einer eigenen Immobilie für wichtig. Gleichzeitig machen die Ergebnisse deutlich, dass der Weg zum Eigenheim für viele Menschen anspruchsvoller geworden ist. Leistbarkeit, Eigenkapital und die Komplexität des gesamten Kaufprozesses stellen zentrale Herausforderungen dar.

76 Prozent der Befragten nennen Wohneigentum ihre ideale Wohnform. Für 75 Prozent ist es persönlich wichtig, in einer eigenen Immobilie zu wohnen. Damit bleibt der Traum vom Eigenheim über alle Altersgruppen hinweg bemerkenswert stabil. Die Studie widerlegt zugleich die These, dass Eigentum für junge Menschen an Bedeutung verliert.

„Unsere Studie zeigt sehr klar: der Wunsch nach Wohneigentum bleibt in Österreich stark ausgeprägt. Gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten suchen Menschen Sicherheit, Stabilität und langfristige Perspektiven. Wohneigentum verkörpert genau diese Werte. Gleichzeitig sehen wir, dass die Nachfrage nach Wohnbaufinanzierungen wieder deutlich anzieht.“
—Ivan Vlaho, CEO der UniCredit Bank Austria

Junge Generation optimistisch, in Zukunft Eigentum erwerben zu können

Besonders bemerkenswert ist der Optimismus der jungen Generation. Im Gegensatz zur Erzählung, dass sich junge Menschen vom Eigentum verabschiedet hätten, gehen 68 Prozent der 16- bis 29-Jährigen davon aus, im Laufe ihres Lebens Eigentum erwerben zu können. Damit lebt der Wunsch nach dem Eigenheim auch bei der jüngeren Generation weiter, bei der in den vergangenen Jahren oft über sinkende Chancen diskutiert wurde.

„Menschen denken heute sehr bewusst über Wohneigentum nach. Es geht nicht um Status, sondern um Sicherheit, Planungssicherheit und Zukunftsvorsorge. Genau deshalb wird der Immobilienkauf intensiv vorbereitet und sorgfältig abgewogen.“
—Daniela Barco, Privatkundenvorständin der UniCredit Bank Austria

Sicherheit und Unabhängigkeit als Hauptgründe für Wohneigentum

Die Gründe für das hohe Interesse an Wohneigentum liegen vor allem in Sicherheit und Vorsorge. Die Befragten verbinden Eigentum insbesondere mit Unabhängigkeit und Gestaltungsfreiheit (50 Prozent), dem Schutz vor steigenden Mietkosten (46 Prozent) sowie der Absicherung im Alter (37 Prozent). Status und Prestige spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Wohneigentum wird damit weniger als Symbol des Erfolgs, sondern vielmehr als langfristige Lebens- und Vorsorgeentscheidung verstanden.

Nur etwas mehr als ein Viertel der Österreicher hält Wohneigentum für leistbar

Gleichzeitig zeigt die Wohnstudie die Herausforderungen am Weg zum Eigenheim deutlich auf. Nur 26 Prozent der Österreicher:innen halten Wohneigentum derzeit für gut oder sehr gut leistbar. Als größte Hürden werden hohe Immobilienpreise (79 Prozent), fehlendes Eigenkapital (55 Prozent) und die laufende Kreditbelastung (40 Prozent) genannt. Für viele Haushalte bleibt die Finanzierung damit eine der größten Entscheidungen ihres Lebens.

Doch die Herausforderungen gehen über die Finanzierungsfrage hinaus. Fast jede zweite Person sieht bereits die Suche nach der passenden Immobilie als schwierigsten Schritt im gesamten Kaufprozess. Hinzu kommen Fragen zur Budgetplanung, zu Nebenkosten, rechtlichen Aspekten oder möglichen Sanierungsmaßnahmen. Der Immobilienerwerb wird zunehmend als komplexes Gesamtprojekt wahrgenommen.

„Die Menschen wünschen sich heute nicht einfach einen Kredit. Sie suchen Orientierung, Transparenz und eine verlässliche Begleitung entlang des gesamten Weges zum Eigenheim. Unsere Studie zeigt, dass der Bedarf nach Unterstützung weit über die Finanzierung hinausgeht“, sagt Daniela Barco.

Banken genießen das höchste Vertrauen beim Immobilienkauf

Besonders deutlich wird dieser Wunsch bei der Frage nach integrierten Angeboten. Insgesamt 76 Prozent der Befragten bewerten eine zentrale Koordination von Immobiliensuche, Finanzierung und rechtlicher Abwicklung als hilfreich. Gleichzeitig genießen Banken mit 59 Prozent das höchste Vertrauen bei Fragen rund um Immobilienkauf und Finanzierung.