IG Immobilien füllt Führungsposition
Katrin Gögele-Celeda wird in Zukunft die kaufmännische Geschäftsführung übernehmen
Ab 1. Oktober ermöglicht Österreich erstmals direkte Peer-to-Peer-Verträge zwischen Stromerzeugern und -abnehmern — ohne Vereinsgründung, ohne Genossenschaft, mit Gewinnpotenzial. Überschüssiger Strom aus Photovoltaik-, Wasser- oder Windkraftanlagen lässt sich damit an Familienmitglieder, Nachbarn oder nahe gelegene Betriebe liefern. Ab Jänner 2027 sinken zusätzlich die Netzentgelte für den Nahebereich: Je kürzer die Distanz, desto geringer die Abgabe. Der Vorarlberger Spezialist sonnenwert übernimmt Anmeldung, Netzbetreiberabwicklung und laufende Abrechnung.
Das Peer-to-Peer-Modell unterscheidet sich strukturell von der Energiegemeinschaft. Erzeuger und Abnehmer regeln Konditionen bilateral im Vertrag — der Strom kann zu einem frei vereinbarten Preis verkauft oder unentgeltlich weitergegeben werden. Eine eigene Rechtsperson ist nicht erforderlich. Das Modell gilt vorerst im Nahebereich des Netzes und richtet sich laut sonnenwert vor allem an Betreiber privater Photovoltaik-Anlagen und Kleinkraftwerke.
Planungssicherheit für Industrie und Kraftwerksbetreiber
Produzierende Unternehmen sichern sich über Peer-to-Peer-Verträge regionalen Strom zu planbaren Konditionen. Betreiber von Photovoltaik-, Wasser- oder Windkraftanlagen finden einen festen Abnehmer für ihre Überschüsse und umgehen damit die Abhängigkeit von schwankenden Marktpreisen.
„Peer-to-Peer-Stromteilen kann ein wichtiger Baustein für die Energieautonomie werden. Das Land verfügt über eine ausgezeichnete Netzsituation, eine energieintensive Industrie und sehr viele starke, mittelständische Unternehmen. Peer-to-Peer-Stromteilen zwischen Haushalten und Firmen reduziert Verbrauchsspitzen, stabilisiert das Stromnetz und verknüpft Angebot und Nachfrage. So bleibt die Wertschöpfung vor Ort, während die Stromkosten sinken.“—Geschäftsführer Peter Böhler
sonnenwert wurde 2023 gegründet und ist auf Energy Sharing spezialisiert. Das Unternehmen ist eine Tochter von Hansesun, dem PV-Marktführer in Vorarlberg, und hat am Firmensitz in Röthis ein Kompetenzzentrum eingerichtet. sonnenwert setzt sämtliche Modelle des Energy Sharing um — von der Energiegemeinschaft bis zur Direktlieferung. Als Contracting-Partner übernimmt das Unternehmen gemeinsam mit Hansesun auch die Errichtung von PV-Kraftwerken und Industriespeichern.
Mit dem Inkrafttreten der neuen Regelung zum 1. Oktober und der angekündigten Netzentgeltsenkung ab Jänner 2027 gewinnt das Peer-to-Peer-Modell an wirtschaftlicher Substanz. Für Betreiber bestehender Erzeugungsanlagen eröffnet sich damit ein regulatorisch gesicherter Weg zur direkten Vermarktung — ohne den organisatorischen Aufwand einer Energiegemeinschaft.
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