Europas Händler wollen ihr Filialnetz ausbauen– KI verstärkt im Einsatz

65 Prozent der Handelsunternehmen planen zu expandieren.
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
Europas Händler wollen ihr Filialnetz ausbauen– KI verstärkt im Einsatz
© CBRE

Große europäische Handelsunternehmen setzen trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds weiter auf stationäre Flächen. Laut dem „European Retail Occupier Survey 2026“ des internationalen Immobiliendienstleisters CBRE wollen fast zwei Drittel der befragten Unternehmen ihr Filialnetz in naher Zukunft ausbauen. Daraus ergibt sich ein Potenzial von bis zu 8.000 zusätzlichen Geschäften in Europa.

Auch in Wiens Innenstadt schlägt sich die Expansionsdynamik nieder. CBRE hat den Markteintritt von Alohas in der Brandstätte 8 begleitet; MR MARVIS bereitet einen Standort in der Wallnerstraße 3 vor. 

„Für eine internationale Marke ist der erste Standort mehr als eine Verkaufsfläche. Er prägt, wie sie in einem neuen Markt wahrgenommen wird. Sichtbare Innenstadtlagen spielen dabei eine wichtige Rolle.“
—Christoph Ecker, Head of Retail Leasing bei CBRE

Mit Virgin Active zieht demnächst ein Fitnessanbieter in das Multiplex der Westfield Shopping City Süd in Vösendorf ein. Die Studiendaten stützen diese Entwicklung: 58 Prozent der Befragten stimmen zu, dass Freizeitbetriebe in Shopping-Destinationen die Umsätze stationärer Geschäfte unterstützen.

Bekannte Märkte im Fokus — stationärer Handel als Kernstrategie

Die Expansionspläne konzentrieren sich überwiegend auf vertraute Märkte: 66 Prozent jener Unternehmen, die ihr Filialnetz ausbauen wollen, planen dies in Ländern, in denen sie bereits vertreten sind. Für über 90 Prozent bleibt der stationäre Handel ein zentraler Bestandteil der Geschäftsstrategie. 76 Prozent halten Geschäfte bei der Kundenansprache für wirksamer als Onlinekanäle; 56 Prozent sehen diesen Vorteil auch bei der Verkaufsleistung.

Künstliche Intelligenz im Vormarsch

Parallel zur Filialexpansion investieren die Unternehmen verstärkt in digitale Technologien. Bereits 52 Prozent der befragten Einzelhändler haben KI-Lösungen eingeführt — 2024 lag dieser Anteil noch bei 25 Prozent. Weitere 43 Prozent prüfen den Einsatz aktiv. Zu den häufigsten Anwendungen zählen personalisierte Produktempfehlungen (69 Prozent) und Chatbots im Kundenservice (63 Prozent).

„Der Anteil der Einzelhändler, die KI einsetzen, hat sich innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt. Die Unternehmen gehen zunehmend von der Erprobung zur Anwendung über: Sie nutzen KI, um Kunden individueller anzusprechen und Abläufe effizienter zu gestalten. Gleichzeitig investieren sie weiter in die Ausstattung und Technik ihrer Filialen. So verbinden sie digitale Möglichkeiten mit dem Einkauf vor Ort.“
—Christoph Ecker

Grundlage des European Retail Occupier Survey 2026 bilden Befragungen von mehr als 70 europaweit und weltweit tätigen Einzelhandelsunternehmen, die zusammen rund 150.000 Filialen weltweit betreiben.

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