Im Schlosstheater Schönbrunn verlieh die österreichische Immobilienwirtschaft vergangenen Donnerstag den Cäsar in der Kategorie „Lebenswerk" an Michael Pech. Der langjährige Vorstandsvorsitzende der ÖSW AG und Generaldirektor des ÖSW-Konzerns erhält die Auszeichnung als erster ehemaliger Spitzenfunktionär des Österreichischen Verbands gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV). Die Laudatio hielt Isabella Stickler, Obfrau der ARGE Eigenheim.
Knapp drei Jahrzehnte an der Spitze des ÖSW
Michael Pech blickt auf eine knapp 30-jährige Tätigkeit beim Österreichischen Siedlungswerk zurück. 27 Jahre davon gehörte er dem Vorstand an, bis Herbst 2023 als Vorstandsvorsitzender der ÖSW AG und Generaldirektor des ÖSW-Konzerns. In diesem Zeitraum wuchs das Unternehmen von einer vergleichsweise kleinen gemeinnützigen Bauvereinigung zum größten gemeinnützigen Wohnbaukonzern Österreichs. Ende 2022 umfasste der ÖSW-Konzern rund 30 Gesellschaften und wies eine konsolidierte Bilanzsumme von rund 3,2 Milliarden Euro aus. Wachstum, strategische Akquisitionen und die Erweiterung des Leistungsspektrums prägten diese Entwicklung.
Neben der wirtschaftlichen Expansion setzte Pech Akzente in Architektur, Stadtentwicklung und nachhaltigem Bauen. Sichtbares Beispiel ist der 114 Meter hohe Q-Tower in Wien-St. Marx mit 469 Wohneinheiten. Das ÖSW verstand sich unter seiner Führung als „Öko Sozialer Wohnbau" und stellte Klimaschutz und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt. Energieeffizientes Bauen, Kreislaufwirtschaft, Wärmepumpen, Geothermie, Begrünung und Beschattung bildeten dabei Bestandteile eines ganzheitlichen Ansatzes. Fragen der Nachverdichtung und nachhaltiger Wohnformen bearbeitete Pech ebenfalls intensiv.
Engagement in Verbänden und Gremien
Über seine operative Tätigkeit im ÖSW hinaus übernahm Pech zahlreiche Funktionen in der Branche. Er fungierte als Aufsichtsratsvorsitzender des GBV und ist bis heute Mitglied im Grundstücks- und Qualitätsbeirat der Stadt Wien sowie Jurymitglied bei den Bauträgerwettbewerben der Stadt Wien. Parallel dazu hält er Lehrveranstaltungen an der TU Wien und der Universität Wien und wirkt in weiteren Fachgremien, Beiräten und Aufsichtsräten mit.
MP Consult: Beratung als neue Haupttätigkeit
Nach dem Ausscheiden aus der operativen Führung des ÖSW bündelt Pech seine Expertise unter dem Label „MP Consult". Das Beratungsspektrum reicht von strategischer Unternehmensentwicklung über Immobilienwirtschaft und Wohnbau bis hin zu Architektur, Projektentwicklung und den spezifischen Anforderungen des gemeinnützigen Wohnungswesens.
„Ich verstehe meine selbständige Beratertätigkeit als Fortsetzung meiner langjährigen Tätigkeit als CEO eines großen Immobilienkonzerns – mit etwas mehr Distanz zur operativen Unternehmensführung, aber weiterhin mit großer Nähe zu den zentralen Zukunftsfragen der Branche. Gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen bin ich überzeugt, dass meine Erfahrung, Expertise und Fachkompetenz weiterhin gefragt sind.“—Michael Pech